Familienkonzerte sind mit einer Länge von etwa einer Stunde eher kurze, abwechslungsreiche und häufig durch Moderationen, Geschichten oder szenische Elemente ergänzte Konzerte. Die Atmosphäre ist in der Regel etwas lockerer als bei regulären Klassikkonzerten. Bewegung oder spontane Reaktionen sind willkommen. «Es muss nicht mucksmäuschenstill im Saal sein», erklärt Olivier Scurio, Prorektor Veranstaltungen an MKZ.
Es gehe primär darum, die Neugier für Musik bei den Kindern zu wecken, Berührungsängste gegenüber klassischer Musik abzubauen und musikalische Bildung zu fördern. MKZ nutze solche Konzerte, um ihre Arbeit sichtbar zu machen und Kinder fürs eigene Musizieren zu begeistern. Scurio ergänzt: «Familienkonzerte bilden einen Erlebnisraum, in dem Musik verständlich, nahbar und gemeinsam erlebbar wird».
Das nächste Familienkonzert an MKZ findet am Sonntag, 7. Dezember statt und erzählt das bekannte Märchen «Peter und der Wolf» neu, indem für einmal das Mädchen die Hauptrolle übernimmt. Als die Erzählerin Miriflu Engeler feststellte, dass sie im Projekt eine reine Frauengruppe waren, stand für sie fest, dass der mutige Peter, der dem Wolf die Stirn bietet, in die genauso mutige und abenteuerlustige Petra verwandelt werden sollte. «Als Schauspielerin werde ich die Kinder in die Erzählung miteinbeziehen und sie mitnehmen in eine andere Welt voller Abenteuer».
Die beiden jungen MKZ-Schülerinnen, welche die Erzählung auf dem Klavier begleiten, sollen dabei für die Kinder sowohl Identifikationsfigur wie auch Vorbild sein. «Die Musik wird durch die gemeinsam erlebte Geschichte und die jungen Pianistinnen in doppeltem Sinne nahbar», erklärt Miriflu Engeler. Um den kleineren Kindern gerecht zu werden, schlüpft die Erzählerin nicht nur in die Rolle der Petra, sondern tritt auch als Tierfigur auf die Bühne und lädt die Kinder ein, mitzuspielen. Miriflu Engeler ist begeistert vom Familienkonzertformat, denn dieses eigne sich für ein kulturelles Erlebnis für die ganze Familie.
Das Besondere daran im Vergleich zu einem gemeinsamen Kinobesuch sei wohl, dass die eigene Vorstellungskraft massgeblich beteiligt sei. Das Hören von Musik kombiniert mit dem Erzählen einer Geschichte mache es vielen Menschen – Kindern und Erwachsenen – leicht, in Fantasiewelten einzutauchen. «Durch bildhaftes Erzählen, Interaktion und Bewegungen zum Mitmachen, bleiben die Kinder mit Leichtigkeit am Ball», weiss Miriflu Engeler aus Erfahrung. Dieses Erlebnis soll Lust machen, selbst ein Musikinstrument zu lernen oder die Geschichte nachzuerzählen und zu erleben, wie man ohne äussere Hilfsmittel Welten erschaffen kann.