«Ich kann segeln ohne Wind, rudern ohne Ruder, doch nicht scheiden von meinem Freund ohne Tränen zu weinen», sangen die drei Chöre gemeinsam das schwedisch/finnische Volkslied «Vem kan segla förutan vind».
Rund 30 Kinder und Jugendliche präsentierten Lieder über Freundschaft und erzählten zwischen den musikalischen Beiträgen auch von ihren eigenen Erfahrungen. Begriffe wie «sich gernhaben», «ehrlich sein», «zusammen spielen» oder «sich etwas zutrauen» beschrieben für sie, was Freundschaft in ihrem Alltag bedeutet. So entstand ein persönliches und authentisches Konzertprogramm.
Das Konzert war sehr lebendig und voller Bewegung: Mal sangen alle Chöre gemeinsam, mal traten sie einzeln auf. Immer wieder wechselten die Sänger*innen ihre Positionen, bewegten sich durch den Raum oder bezogen das Publikum mit ein. Musikalisch begleitet wurden die Chöre von einem kleinen Ensemble mit Klavier, Klarinette und Bassklarinette, Perkussion, Gitarre und Mandola.
Gegen Ende stimmten alle gemeinsam – Chöre und Publikum – in das südafrikanische Schlusslied «Hamba kahle» ein, das in einer deutschen Fassung mit dem Titel «Das Licht erleuchtet die Welt» gesungen wurde. Der Abschiedsgruss «Hamba kahle» der Zulu bedeutet wörtlich «Geh gut» oder «Reise friedlich».
Die musikalische Leitung liegt bei Josina Zbinden. Sie übernahm vor drei Jahren den Quartierchor, dann kamen die Singspatzen dazu und im Februar konnte sie das Angebot auch noch mit dem Jugendchor ergänzen.
Für die MKZ-Lehrerin steht der niederschwellige Zugang zum gemeinsamen Singen im Zentrum. «Alle Menschen können singen», ist sie überzeugt. «Es ist eine Trainingssache – wie vieles andere auch. Wir sprechen alle in Melodien, deshalb können wir auch alle singen.» Es ist ihr ein grosses Anliegen, dass trotz des niederschwelligen Angebots ein qualitativ hochwertiges musikalisches Ergebnis entsteht. «Besonders spannend finde ich die gemeinsame Arbeit an den einzelnen Stimmen und das Ausprobieren verschiedener Möglichkeiten, bis ein guter Chorklang entsteht».
Den Konzerttitel «Insieme» – italienisch für «zusammen» – wählte sie, weil das Singen im Chor ein besonderes Gemeinschaftsgefühl entstehen lasse. «Beim gemeinsamen Singen atmet man zusammen ein. Man verbindet sich miteinander und synchronisiert sich.» Man spüre, wie viele Stimmen zu einem einzigen Instrument werden. Das fasziniere sie immer wieder. Besonders motivierend sei für sie die sichtbare Freude der Kinder und Jugendlichen am gemeinsamen Musizieren. Es ist auch schön zu sehen, wie die jüngeren Sänger*innen von den älteren lernen, ihre Stimme weiterentwickeln und dabei neue Freundschaften entstehen».
Nach dem Konzert waren Mitwirkende, Familien und Gäste zu einem gemeinsamen Apéro eingeladen. Die Eltern steuerten Speisen bei und man stand noch lange zusammen. So wurde das Motto des Konzerts auch neben der Bühne gelebt: «Insieme» – gemeinsam.