Wenn am Mittwochabend im Grossen Saal des Musikzentrums Brunnenhof der erste Ton erklingt, entsteht eine besondere Atmosphäre: Hier probt die Junge Sinfonie MKZ, ein sinfonisches Jugendorchester mit Ambitionen, das es in dieser Form seit diesem Jahr an MKZ gibt.
Fortgeschrittene Schüler*innen sollen eine inspirierende Erfahrung des sinfonischen Musizierens machen und die Art und Weise des Spielens in einem Sinfonieorchester erlernen – als Vorbereitung auf das JSOZ, die Eliteformation an MKZ. Dafür braucht es nicht nur Motivation und Begeisterung, sondern auch ein Programm, das herausfordert. Die Auswahl ist anspruchsvoll: Sie muss dem Niveau der Gruppe gerecht werden, Spass machen und die Jugendlichen weiterbringen. «In diesem ersten Jahr haben wir schon grosse Fortschritte gemacht», sagt Azat Fishyan, Dirigent und Leiter Junge Sinfonie MKZ. Und ergänzt: «Wir freuen uns darauf, den begonnenen Weg weiterzugehen und uns stetig weiterzuentwickeln.»
Neben der Orchesterarbeit setzt Azat Fishyan auf kreative, spielerische Zugänge zur Musik. Den Fokus legt er auf klassische sinfonische Musik von Barock bis Romantik. Im kommenden Semester wird das Orchester nicht nur Werke von Schubert, Delibes, Elgar und Mendelssohn erarbeiten – darunter Musik aus Theater und Ballett –, sondern auch in einem Workshop mit einer bildenden Künstlerin arbeiten. Ziel ist es, Musik als Farbe, Form und Gefühl zu entdecken – fernab von Noten, allein durch Fantasie und Wahrnehmung. «Ich möchte die persönliche Auseinandersetzung mit Klang fördern», erklärt Azat Fishyan. Unterstützt wird er von Klarinettenlehrer Antony Burkhard, der jeweils während des Semesters mit den Bläser*innen probt.
Was den Unterschied macht, ist der Moment, in dem das reine Spielen von Noten in echtes Musizieren übergeht. «Besonders berührt haben mich die Proben, in denen die Schüler*innen gespürt haben, dass es um mehr geht als nur um richtig oder falsch», erklärt Azat Fishyan. Ziel sei es, nicht nur technische Präzision zu fördern, sondern eine gemeinsame Klangsprache zu entwickeln: mit Energie, Ausdruckskraft und dem Mut zur Emotion.
Yassen Stamenov, 20 Jahre, Violinist und Konzertmeister, ist begeistert: «Es ist ein super Orchester mit vielen talentierten Musiker*innen. Die Stimmung ist toll, und wir spielen auch richtig coole Stücke.» Warum er mitmacht? «Ich studiere an MKZ im JSOZ und finde, unser Dirigent ist sehr professionell und inspirierend. Es macht einfach Freude, unter seiner Leitung zu spielen.»
Auch der 14-jährige Moritz Missfelder, Stimmführer der Bratschen, lobt die Atmosphäre: «Der Dirigent ist mega, die Leute sind sympathisch, und das Orchester ist nicht zu gross; das macht es persönlich und richtig angenehm.»
Diese Einschätzung teilt auch Simon Schleich, 14, Oboist mit viel Orchestererfahrung: «Ich finde es toll, gemeinsam mit anderen jungen Leuten Musik zu machen. Die Junge Sinfonie ist einfach ein super Orchester.»
Aktuell besteht die Junge Sinfonie MKZ aus fortgeschrittenen, motivierten Schüler*innen zwischen 14 und 22 Jahren. Noch ist nicht jedes Instrument vertreten, das ein klassisches Sinfonieorchester ausmacht, doch das Orchester wächst stetig. Wer Interesse hat, bei der Jungen Sinfonie mitzuwirken, kann sich direkt bei Azat Fishyan melden.