Mit dem Preisgeld konnte die Band eine professionelle Studioaufnahme und einen Videodreh finanzieren. Für die Aufnahme ihrer beiden Songs «Slow Motion» und «F.O.M.O» ging es ins renommierte Powerplay Studio in Maur. Dort haben bereits internationale Grössen wie die Backstreet Boys, Gotthard, Lady Gaga oder Lenny Kravitz gearbeitet.
Für die Band war es die erste echte Studioerfahrung. «Wir haben uns gefühlt wie Kinder im Süssigkeitenladen», erinnert sich Gianluca an diesen unvergesslichen Tag. Besonders beeindruckt habe ihn die professionelle und kollegiale Betreuung vor Ort, sowie die Möglichkeit das ganze Studio zu erkunden. Er schwärmt von den hochwertigen Instrumenten, dem besonderen Ambiente und den zahlreichen Auszeichnungen und Platten an den Wänden. Als Gitarrist faszinierte ihn vor allem die umfangreiche Gitarrensammlung, die er sogar ausprobieren durfte.
Im Mittelpunkt stand jedoch die Arbeit an der Musik: «Wir haben unsere Songs zehn bis zwölf Mal gespielt und mehrmals überarbeitet – das war eine super Erfahrung!», sagt Gianluca rückblickend. Neben dem Team des Studios war auch Niklaus Gehring, Koordinator PopRockJazz an MKZ und Bandleiter, vor Ort. Er begleitet die Band schon seit deren Gründung im Jahre 2018 und bringt als Musiker, Komponist und Produzent für zahlreiche Projekte im Bereich Pop/Rock/Jazz wertvolle Erfahrung mit ein.
Die sechsköpfige Band mit Sänger Silvio Bärtsch, Drummerin Vanessa Bucher, Gitarrist Gianluca Corotto, Keyboarder Jim Körte, Bassistin Jara Nef und Gitarrist Ivan Wandeler verstehen sich alle so gut, dass sie auch in ihrer Freizeit viel gemeinsam unternehmen. «Wir passen charakterlich super zusammen und gehen nach den Proben oft noch gemeinsam etwas trinken», erzählt Gianluca. «Manchmal sind wir musikalisch vielleicht etwas weniger produktiv, weil wir so gerne miteinander reden», fügt er lachend hinzu.
Der Song «Slow Motion» war ein Gemeinschaftswerk: Nach einer Gitarrenstunde entwickelte Gianluca aus einer Übung eine Tonabfolge (Riff), die ihm besonders gefiel. In der nächsten Probe stellte er das Riff der Band vor und alle waren begeistert. Riffs sind strukturelle Kernelemente eines Songs, ziehen sich durch den ganzen Song und machen diesen unverwechselbar. Die Lyrics schrieb Sänger Silvio Bärtsch, während die Band den musikalischen Teil erarbeitete. «Wir hatten den Drive – und Niklaus brachte seine Erfahrung ein», fasst Gianluca den Prozess augenzwinkernd zusammen.
Auch beim zweiten Song «F.O.M.O» (Fear of Missing Out, auf Deutsch «Angst, etwas zu verpassen») verlief der Prozess ähnlich. Beide Singles sind inzwischen auf verschiedenen Streaming-Plattformen verfügbar. «Slow Motion» erreichte in den ersten vier Wochen allein auf Spotify rund 6000 Streams.
Zu «Slow Motion»wurde zudem ein Musikvideo produziert. Sänger Silvio konnte dafür den Schweizer Filmemacher Christoph Rahm gewinnen. Ein absoluter Glücksfall, wie Gianluca betont: «Er hat uns wahnsinnig grosszügig unterstützt.» Zusätzlich wurden sie unterstützt von Schauspielerin und Coach Greta Papageorgiu und Matthias Noser.
Als angehender Mediamatiker übernahm Silvio die Leitung beim Videodreh. «Alle konnten ihre Ideen einbringen und die Profis haben uns gezeigt, was realistisch umsetzbar ist», erzählt Gianluca. Christoph Rahm half dabei, Bild und Ton optimal zusammenzuführen.
Seit dem Gewinn des Förderpreises hat «Katy’s Parents» bereits an einigen Konzerten gespielt, darunter am Januarloch, am Bandfestival im Moods, am Lauter Festival im Dynamo und am Kanzlei Open Air im September 2025. Ein besonderes Highlight war für die Band die Release-Party ihrer Single «Slow Motion» im vergangenen Herbst im GZ Heuried. «Das war definitiv unser Höhepunkt, diese Party mit all unseren Freunden», betont Gianluca.
Als nächstes Ziel hat sich die Band gesetzt, zwei weitere Songs aufzunehmen, und ein rund 30-minütiges Repertoire zu erreichen – eine wichtige Voraussetzung für Auftritte zum Beispiel an einem Open-Air-Festival. Im Vordergrund steht jedoch vor allem eines: gemeinsam Musik machen und Spass haben. Wie es langfristig weitergeht, hängt auch davon ab, wie sich die beruflichen Wege der Bandmitglieder mit der Musik vereinbaren lassen.