Trommeln hallen durch die Gassen der Stadt, die Bläser setzen ein, die Fahnen schwingen im Takt: Wenn Zürich Sechseläuten feiert, wird nicht nur gelebte Tradition sichtbar, sondern auch die Stärke des musikalischen Nachwuchses. Rund 180 junge Musiker*innen aus den Partnervereinen von MKZ – der StadtJugendMusik Zürich (SJMUZ), der Jugendmusik Zürich 11 (JMZ11) und der Knaben- und Mädchenmusik (KMZ) – standen am Sonntag, 19. April 2026, am Kinderumzug in Zürich gemeinsam im Einsatz.
Der 16-jährige Maik Korda spielt Altsaxofon bei der JMZ11 und liebt das Musizieren in der Formation: «Das Sächsilüüte macht mir unglaublich viel Spass. Die Stimmung ist immer super, und die Menschen am Strassenrand klatschen und freuen sich über jede und jeden.» Besonders schätzt er das Zusammentreffen so vieler Menschen – Musiker*innen, Tambour*innen, Dirigent*innen sowie Bekannte und Verwandte: «Es ist einfach mega, und jedes Jahr knüpft man dabei so viele neue Kontakte».
Auch die 20-jährige Dominique Gachnang (Altsaxofon, SJMUZ) ist begeistert: «Schon am Sonntag, als wir uns vor dem Kinderumzug auf dem Sächsilüüteplatz getroffen haben und all die Kolleg*innen aus den verschiedenen Jugendmusiken des Kantons gesehen haben, wusste ich: Das wird ein richtig schöner Tag.» Die Vielfalt der Uniformen, Kinder in Trachten und die spürbare Freude an der Musik machen den Anlass für sie jedes Jahr aufs Neue besonders. Ein Highlight war das Platzkonzert auf dem Münzplatz gemeinsam mit der JMZ11 und den Tambouren der KMZ: «Zusammen zu musizieren, sich auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen, macht diesen Anlass einzigartig». Auch die Tradition, Blumen und Süssigkeiten zu erhalten und am Ende bunt geschmückt zu sein, sei ein wunderbares Sinnbild für die Atmosphäre dieses Tages.
Die 18-jährige Philippa Gnodtke, Tambourin bei der KMZ, durfte am Sechseläuten-Umzug der Zünfte am Montag eine besondere Rolle übernehmen: «Es war ein ganz spezielles Gefühl, als erste Tambourmajorin in der Geschichte der KMZ den Umzug anzuführen.» Dem ganzen Festzug den Takt vorzugeben sei eine grosse Ehre und ein unvergessliches Erlebnis gewesen.
Das meistgespielte Musikstück am Kinderumzug ist der bekannte «Sechseläuten-Marsch» von Stephan Jäggi, der während des Umzugs bis zu fünfmal und über den ganzen Tag hinweg rund 25- mal erklingt. Neben klassischer Marschmusik stehen auch moderne Stücke wie «Welcome to the Jungle» (Guns n’ Roses), «It’s my life» (Bon Jovi) oder «Take on me» (a-ha) auf dem Programm. Nach dem Kinderumzug treffen sich alle Partnervereine auf dem Münzplatz vor dem Hotel Widder zu einem grossen gemeinsamen Platzkonzert, das traditionell mit dem Sechseläuten-Marsch endet.
«Ohne die enge Zusammenarbeit zwischen den Vereinen und MKZ als Partner wären wir heute nicht an diesem Punkt», ist Markus Lehmann, Präsident der SJMUZ, überzeugt. Auch Florian Sutter, Präsident der KMZ, betont die Bedeutung dieser Partnerschaft: «Die musikalische Einzelausbildung durch MKZ bietet einen wertvollen Rahmen, auf dem wir uns als Verein kontinuierlich weiterentwickeln können».
Dominik Götz, Präsident von JMZ11, sieht in der Kooperation eine starke Symbiose: «Von der gezielten Nachwuchsförderung bis hin zur professionellen Orchesterausbildung sind die Synergien enorm. Diese Partnerschaft hat sich als unverzichtbarer Pfeiler etabliert». Eine Herausforderung erkennt er im zunehmenden Nachwuchsmangel beim tiefen Blech. Die Tuba beispielsweise trage wesentlich zum Klangbild eines Orchesters bei, werde von Jugendlichen aber immer seltener als Instrument gewählt – was er sehr schade finde und langfristig als Problem für die Orchesterbesetzungen einschätze. «Wir versuchen mit gezielten Aktionen, die Tuba erlebbar zu machen, und hoffen, so wieder mehr junge Menschen dafür zu begeistern».