Woraus schöpfst du Motivation und Inspiration für deinen Unterricht?
Motivation ist für mich tatsächlich ein Cocktail aus positiver Einstellung, Liebe zum Beruf, der Energie der Schüler*innen und dem starken Wunsch, etwas Gutes zu tun. Musikunterricht lässt Raum für sehr viel Positives: Neben den technischen Grundlagen ist ein wichtiger Teil die Entwicklung von Geschmack, Verständnis, Wissen und Fantasie. Jede Schülerin und jeder Schüler ist anders, und ich versuche, für jeden eine massgeschneiderte Lernkombination zu schaffen, die individuell auf die Person abgestimmt ist. Genau darin liegt auch eine sehr spannende und inspirierende Aufgabe. Da jeder Mensch Musik von Natur aus auf unterschiedliche Weise wahrnimmt, kann das Stärken dieser individuellen Aspekte den Lernprozess beschleunigen und natürlicher gestalten. Dadurch wächst die Neugier – und für eine Lehrperson gibt es nichts Schöneres, als neugierige Schüler*innen zu begleiten.
Ein Höhepunkt in deinem Alltag als Lehrperson?
Jeder Unterrichtstag kann mehrere kleine Höhepunkte enthalten – eine erfolgreich gemeisterte Aufgabe, ein passend ausgewähltes Stück, das der Schülerin oder dem Schüler besonders gefällt und gelingt, ein Moment der Inspiration, in dem ein Austausch entsteht. Zum Beispiel beim Besprechen interessanter Fakten aus der Musikgeschichte in Verbindung mit dem Repertoire. Aber ich muss sagen: Wenn ich meine Schüler*innen auf einer grossen Bühne erlebe, in einem von begeistertem Publikum gefüllten Saal, kommen mir meist die Tränen. Ich bin unendlich stolz auf sie und dankbar für meine Aufgabe, die jungen Menschen bis zu diesen Auftritten begleiten zu dürfen.
Was bedeuten Musik, Tanz und Theater für dich?
Da meine Eltern Musiker sind, kann ich sagen, dass ich mit Musik geboren und aufgewachsen bin. Musik hat praktisch jeden Tag meines Lebens begleitet und ist dadurch zu einem untrennbaren Teil von mir als Mensch geworden. Für mich ist Musik wie ein Fenster, das sich kurz öffnen lässt, um einen Blick in andere Dimensionen zu werfen. Manchmal lässt es uns sogar kurz eintreten, um die fantastischen Welten, die sonst verborgen bleiben, hautnah zu spüren. Es braucht viel Arbeit und Ausdauer, um solche Momente zu erreichen, aber es erfüllt das Herz mit tief empfundenem Sinn und unfassbarem Glück. Es verleiht dem Leben einen besonderen Glanz und weckt die Sehnsucht, noch mehr Schönheit zu erleben.
Welches ist dein Lieblingsort in Bezug auf Musik, Tanz und Theater in Zürich?
Die Kirche des Universitätsspitals Zürich (USZ). Vor zehn Jahren habe ich begonnen, in dieser Kapelle Konzerte für Patient*innen, Angehörige sowie das Personal des USZ zu organisieren, um zum Heilungsprozess beizutragen und positive Energie sowie Schönheit zu den Menschen zu bringen, die dies besonders gut gebrauchen können. Dieser Ort ist für mich mit vielen tief berührenden Erfahrungen, Emotionen und Erlebnissen verbunden.
Ausserdem habe ich eine besondere Liebe zum Musikzentrum Florhofgasse. Dort habe ich früher studiert, und jetzt habe ich das Glück, an diesem inspirierenden Ort zu unterrichten und weitere künstlerische Pläne zu schmieden.
Welche Art von Musik hörst du am liebsten?
Ich höre am liebsten Orchestermusik der Romantik und des Impressionismus sowie Konzerte für Soloinstrumente mit Orchester von Mozart. Eine Sinfonie von Tschaikowsky berührt mich bis in die Tränen und wirkt gleichzeitig wie eine Reinigung der Seele – sie lässt mich tiefer atmen. Obwohl ich alle Klavierkonzerte von Mozart längst auswendig kenne und den grössten Teil davon selbst gespielt habe, kann ich sie nie oft genug hören. Sie wirken für mich immer unterstützend, motivierend und geben mir neue Energie. Zudem habe ich eine besondere Liebe zum Klarinettenkonzert: Deshalb wollte ich als Kind statt Klavier Klarinette spielen.
- Seit August 2017 an MKZ tätig
- Lehrperson: Klavier
- Kammermusik/Klaviertrio, diverse Projekte mit Schüler*innen, sowie z.B. «Petra und der Wolf»