Woraus schöpfst du Motivation und Inspiration für deinen Unterricht?
Aus dem Leben. Wenn ich zum Beispiel bereits im Oktober in der Migros die ersten Adventskalender entdecke – ein herzliches Dankeschön für die frühzeitige Warnung! –, denke ich sofort an meine Schüler*innen und daran, wie ich für sie einen musikalischen Adventskalender gestalten könnte. Wenn ich meinen Sohn beim Anschauen und «Tüüschle» seiner Pokémon-Karten beobachte, kommt mir sofort die Idee, ein ähnliches Prinzip in den Unterricht zu übertragen – zum Beispiel mit Übe-Karten oder kleinen Herausforderungen. Auch bei einem kurzen Kaffee in der Pause mit meinen wunderbaren Kolleg*innen sprudeln oft neue Ideen. Unser grösstes Problem ist dann nur noch, dass der Tag leider nur 24 Stunden hat!
Ein Höhepunkt in deinem Alltag als Lehrperson?
Der Moment direkt nach der letzten Lektion. Jetzt denken alle: Aha, der Feierabend! – aber der kommt bei mir meist erst eine Stunde später. Für mich beginnt kurz nach der letzten Lektion eine intensive Phase der Reflexion und Planung: Ist alles so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt hatte? Waren die Unterrichtseinheiten sinnvoll? Vor allem aber: Habe ich strahlende Augen gesehen? Hatten wir einen Flow? Gab es echte, schöne musikalische Momente? Gleichzeitig startet in diesem Moment schon die Vorbereitung für die nächste Stunde. Ich frage mich zum Beispiel: Welche neuen Stücke könnte ich Julia vorschlagen, damit sie ihr volles Potenzial entfaltet? Und wie kann ich Lucia weiter begeistern und motivieren? Dieser Moment ist ein Highlight, weil er nicht nur den Erfolg des Tages zeigt, sondern mir auch neue Energie für die Zukunft gibt.
Was bedeuten Musik, Tanz und Theater für dich?
Musik ist für mich vor allem Gleichgewicht – das Zusammenspiel von Kopf, Herz und Hand, von Disziplin und Freiheit. Und das Faszinierende daran: Man ist nie fertig mit Lernen.
Welches ist dein Lieblingsort in Bezug auf Musik, Tanz und Theater in Zürich?
Zürich ist eine beeindruckende Kulturstadt, und es ist schwer, sich auf einen einzigen Ort festzulegen, denn jeder hat seine eigene Bedeutung.
Das Opernhaus Zürich ist für mich nicht nur ein Ort höchster Kunst, sondern auch ein Ort persönlicher Erfahrungen. Ich schätze es sehr, dass ich dort Bühnenmusik spielen darf – man befindet sich buchstäblich «hinter den Kulissen», und diese Perspektive ist einfach faszinierend.
Ganz besonders hervorheben möchte ich das Engagement des Opernhauses und der Tonhalle für unsere Schüler*innen: Das Opernhaus mit seinen zahlreichen Kinderkonzerten und dem neuen Kinderoperorchester; die Tonhalle mit ihren wertvollen Angeboten, insbesondere der engen Zusammenarbeit mit dem JSOZ, die für unsere jungen Musiker*innen so bereichernd ist. Und nicht zuletzt: Als neues Teammitglied bin ich tief beeindruckt von MKZ selbst. Das riesige und vielfältige Angebot an Ensembles und Orchestern bietet unseren Schüler*innen fantastische Möglichkeiten des Zusammenspiels und Wachstums.
Welche Art von Musik hörst du am liebsten?
Ich höre sehr gerne Salsa und Flamenco – voll Klischee, ich weiss – und griechische Musik. Aber die geniesse ich am liebsten tanzend.
- Seit August 2025 an MKZ
- Lehrperson: Oboe, Kammermusik und Workshops