Woraus schöpfst du Motivation und Inspiration für deinen Unterricht?
Ich schöpfe meine Motivation aus der Energie und Leidenschaft, die im Unterricht entsteht, und vor allem dann, wenn sie auf die Schüler*innen überspringt. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich bei jedem Einzelnen auf ganz persönliche Weise etwas entfaltet, unabhängig von Alter oder Niveau. Wenn ich spüre, dass meine Begeisterung für die Musik und die Klarinette weitergetragen wird, dann ist das für mich das Schönste.
Ein Höhepunkt in deinem Alltag als Lehrperson?
Unterrichten ist voller kleiner und grosser Höhepunkte. Das kann das Lächeln eines Schülers sein, der sagt: «Jetzt habe ich es verstanden!» – oder der Moment, wenn jemand etwas so gut spielt wie noch nie zuvor. Diese Augenblicke geben mir Energie und bestätigen mich in meiner Arbeit ebenso wie das eigene Konzertieren.
Natürlich sind auch kleinere und grössere Projekte besondere Höhepunkte – etwa das Organisieren der MKZ-Mühlerama-Kammermusikkonzerte, die Bläserkammermusik mit Lehrerkolleg*innen und Schüler*innen oder das Projekt Klarinettenchor. Alles, was mir Raum gibt, meine Ideen und Kreativität für meine Schüler*innen zu entfalten, inspiriert und bereichert mich enorm.
Was bedeuten Musik, Tanz und Theater für dich?
Mir ist wichtig, dass in jedem Unterricht wirklich Musik gemacht wird – auch in einer Etüde oder einem einfachen Kinderlied. Musik, Tanz und Theater sind Ausdrucksformen, die Menschen verbinden, inspirieren und bewegen. Sie schaffen Räume, in denen sich Emotionen und Kreativität entfalten können.
Welches ist dein Lieblingsort in Bezug auf Musik, Tanz und Theater in Zürich?
In Zürich haben wir das grosse Glück, viele fantastische Orte für Musik, Tanz und Theater zu haben. Entscheidend sind für mich aber weniger die Räume als vielmehr die Menschen, die sie mit Leben füllen – die Musiker*innen, Tänzer*innen, Schauspieler*innen und all jene, die auf und hinter der Bühne wirken. Sie sind es, die einen Ort wirklich besonders machen.
Welche Art von Musik hörst du am liebsten?
Ich bin ein leidenschaftlicher Klassikhörer. Besonders angetan haben es mir die Werke der Spätromantik sowie der frühen Moderne, insbesondere jene im Übergang zum Expressionismus und Impressionismus. Wenn ich die notwendigen administrativen Aufgaben erledige, läuft meist «Yle Klassinen» im Hintergrund. Der Sender spielt häufig seltene Stücke, ganze Opern oder sinfonische Werke – manchmal schon früh am Morgen, was ich herrlich finde. Eine «Salome» (von Richard Strauss) am Morgen hat einfach etwas Grossartiges! Dabei entdecke ich immer wieder Komponisten und Werke, die mir zuvor unbekannt waren – und das, obwohl ich schon sehr viel kenne.
- Seit 2003 an MKZ
- Lehrperson: Klarinette, Leiter Klarinettenchor Zürich, Kammermusik, JBOZ-Registerleiter Klarinette