Woraus schöpfst du Motivation und Inspiration für deinen Unterricht?
Aus der Musik. Wie bei einem Buch tauche ich gerne in Musik ein. Die Noten erzählen – ähnlich wie Buchstaben – Geschichten, die wir entdecken können und die unsere Fantasie anregen. Mich interessiert, in welchem Zusammenhang die Noten stehen, welche Lebensumstände das Werk beeinflusst haben und wie wir – meine Schüler*innen und ich – diese in der Musik zum Ausdruck bringen können. Inspiration finde ich auch im Gegenüber: ich höre meinen Schüler*innen aufmerksam zu und finde heraus, wohin ihre musikalische Reise geht. Es ist eine schöne Aufgabe, neben der instrumentalen Ausbildung auch den persönlichen Ausdruck meiner Schüler*innen zu fördern.
Ein Höhepunkt in deinem Alltag als Lehrperson?
Es gibt Momente im Unterricht, in denen das Zeitgefühl völlig verschwindet. Wir sind dann ganz vertieft in eine musikalische Entdeckung, die ein echtes Aha-Erlebnis auslöst. Besonders berührend ist es, wenn der Zugang zu einem neuen Verständnis auf unerwartete Weise gelingt – bildlich gesprochen etwa durch ein Kellerfenster statt durch die Haustür. Solche Erlebnisse sind für mich sehr schön und für die Schüler*innen wichtige Schritte auf dem Weg zum eigenen kreativen Ausdruck.
Was bedeuten Musik, Tanz und Theater für dich?
Musik begleitet mich schon seit vielen Jahren und ist ein fester Bestandteil meines Lebens. Für meine beiden Instrumente, Violine und Klavier, gibt es ein grosses Repertoire. Solange ich neugierig bleibe, gibt es noch viel zu entdecken!
Welches ist dein Lieblingsort in Bezug auf Musik, Tanz und Theater in Zürich?
Ich besuche sehr gerne den barocken Rechberg-Garten neben dem Musikzentrum Florhofgasse. Dieser Ort inspiriert mich durch seine Ruhe und die stets wechselnde Blumenpracht.
Welche Art von Musik hörst du am liebsten?
Ich gehöre zu den rund fünf Prozent der «Klassikhörer*innen», wobei ich damit nicht nur die Epoche der Klassik meine. Als Orchestermusikerin habe ich ein grosses Repertoire vom Frühbarock bis in die Moderne kennen gelernt. Es wurde mir nie langweilig, immer wieder gab es neue Aspekte zu entdecken, je nach Interpretation des jeweiligen Dirigenten. Mit meinem Trio habe ich Tänze und Lieder aus dem osteuropäischen Raum kennengelernt und gespielt – eine Musik, die mich immer noch fasziniert. Auch Swing und Jazz mag ich sehr – und ich würde sie gerne noch besser spielen können.
- Seit 1991 an MKZ
- Lehrperson: Violine
- Leitet «das Geigenrudel», ein kleines Ensemble.
- Korrepetition am Klavier und Leitung von Workshops zum Beispiel zu Filmmusik, Tangos oder Volksmusik.