«Wenn ich an damals zurückdenke, weiss ich noch, wie überrascht ich war, dass mich so viele Leute auf das Foto angesprochen haben», erzählt Julian. Das liege wohl auch daran, dass er die Musikmatur absolvierte. Viele seiner Mitschüler*innen waren ebenfalls an MKZ und haben ihn auf dem Plakat im Flur des Musikzentrums Florhofgasse oder in der Broschüre gesehen.
Mit gerade einmal sieben Jahren begann Julian an MKZ Hackbrett zu spielen. Den Anstoss dazu gab ein Konzert des Hackbrettspielers Nicolas Senn in der Kirche seines Vaters, der damals Pfarrer in St. Gallen war. «Das hat mich total begeistert. Danach habe ich seine CD’s gehört und war fasziniert von diesem Instrument». An den Info-Tagen an MKZ probierte Julian dann das Hackbrett aus. «Da war für mich sofort klar, dass ich es lernen möchte».
Prägende Erlebnisse an MKZ
Zu den besonderen musikalischen Höhepunkten zählte für Julian das Schlusskonzert seiner Musikmatur. Gemeinsam mit einem Schulkollegen am Klavier führte er eine Eigenkomposition auf. Auch an die Zeit an MKZ erinnert er sich an besondere Meilensteine: an Auftritte im Jazzclub Moods, Konzerte an den Info-Tagen und die Winter-Konzerte in der Kirche am Stauffacher. Ein Konzert ist ihm besonders in Erinnerung geblieben: «Wir spielten ein Werk von Tschaikowski mit zwei Hackbrettern und fünfzehn Harfen. Das war ein eindrückliches Erlebnis».
«MKZ hat mich stark geprägt. Das Hackbrett war während vieler Jahre mein grosses Hobby», erzählt Julian. Er habe sich lange die Frage gestellt, ob er Musik zum Beruf machen möchte. Da das Hackbrett nur selten als Band- oder Orchesterinstrument eingesetzt werde, sei das Zusammenspiel mit anderen nicht selbstverständlich. «Gerade deshalb war ich froh, dass ich an MKZ in Ensembles spielen konnte und nicht nur solistisch unterwegs war».
Er habe an MKZ auch gelernt, mit seiner Aufregung und Nervosität umzugehen. «Ich habe gemerkt, dass ich mich auf mich verlassen kann und dass es im entscheidenden Moment gut kommt, auch wenn ich sehr nervös war». Sein Tipp an heutige Musikschüler*innen: «Mir hat besonders geholfen, nicht alleine nervös zu sein, sondern gemeinsam mit anderen aufzutreten». In einem Ensemble könne man sich gegenseitig unterstützen. «Wenn einmal ein Fehler passiert, kann man einfach wieder einsteigen. Das Publikum merkt oft gar nicht, dass etwas nicht ganz perfekt war.» Was er auch gelernt habe: «Die Sicherheit kommt mit der Übung». Es sei wichtig, immer wieder aufzutreten. Denn: «Jedes Konzert gibt dir wieder mehr Sicherheit und wertvolle Erfahrungen».
Den heutigen MKZ-Schüler*innen rät Julian, offen und neugierig zu bleiben. «Wenn sich eine Gelegenheit bietet – sei es ein Konzert, ein Workshop oder sogar ein Fotoshooting –, dann macht mit. Nutzt die Chancen, die euch MKZ bietet.» Rückblickend hätte er gerne noch mehr Angebote ausprobiert. «Ich rate allen, mit anderen zusammen Musik zu machen. Völlig egal wie gut man ist».
Musik und Gaming verbinden
Während der Kantonsschule entdeckte Julian zusätzlich das Programmieren für sich. Heute studiert er im fünften Semester Game Design an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).
«Musik begleitet mich nach wie vor sehr stark». In Games spielt sie eine viel wichtigere Rolle als nur Hintergrundmusik. Besonders interessieren ihn Fragen wie: Wie kann Musik Teil des Games werden? Wie kann sie ein Spiel beeinflussen? In den letzten Jahren hat Julian zudem viele Eigenkompositionen geschrieben. Als Nebenfach besuchte er den Studienbereich «Producing und Composing Jazz / Pop».
Das Hackbrett bleibt
In den letzten zwei Jahren ist das aktive Musizieren etwas in den Hintergrund gerückt. «Das Hackbrett ist mir aber nach wie vor sehr wichtig».
Nach dem Studium möchte Julian im Bereich Game Design arbeiten oder eigene Projekte entwickeln. «Im Game Design kommen alle meine Interessen zusammen – Musik, Programmieren und Kunst». Das Hackbrett soll in Zukunft wieder häufiger zum Einsatz kommen. «Ich möchte es wieder öfter spielen – einfach, um am Abend abzuschalten und zu entspannen.»