Zoë Rauch erinnert sich noch gut an den Tag des Fotoshootings für die MKZ-Publikation «Das Angebot» vor 13 Jahren. «Ich habe mich riesig gefreut. Aber es hat mich auch etwas Überwindung gekostet, denn ich war es nicht gewohnt, mich so zu exponieren», erzählt sie. «Ich war auch etwas stolz, dass ich ausgewählt worden bin.» Denn sie sei bereits damals sehr offen für neue Erfahrungen gewesen und liebte Herausforderungen. Der Ort beim Opernhaus sei für sie vertraut gewesen, da sie mit ihrer Familie als Kind ab und zu die Oper oder das Bernhard Theater besucht habe.
An MKZ erhielt die heute 27-Jährige während sechs Jahren Klavierunterricht. Zu Beginn ihrer Lehre gab sie diesen jedoch auf. Dem Theaterspielen blieb sie hingegen treu. Nachdem sie an MKZ diverse Theaterkurse besucht hatte, wuchs bei ihr der Wunsch, die Schauspielerei zu ihrem Beruf zu machen. Die Theaterlehrpersonen an MKZ bestärkten sie darin, denn ihr Talent war offensichtlich. Auch während ihrer Lehre als Fachfrau Gesundheit besuchte Zoë weiterhin Theaterkurse.
Nach dem Lehrabschluss entschloss sie sich, an der Schule für Schauspiel in Hamburg zu studieren. Die Massnahmen rund um die Corona-Pandemie erschwerten ihr den Alltag jedoch sehr und sie entschied sich, die Schauspielerei zu beenden und in die Schweiz zurückzukehren. Sie absolvierte die Berufsmatura und arbeitete in ihrem Beruf als Fachfrau Gesundheit. «Die Schauspielerei liess mich aber nie ganz los», erzählt sie. So begann sie eine Ausbildung in der Schauspielfabrik in Kemptthal. Während dieser Zeit wurde sie schwanger, konnte aber nach einer einjährigen Pause die Ausbildung mit einem sehr guten Abschluss beenden.
Obwohl sie den Beruf der Schauspielerin sehr liebt, hat sie sich entschieden, ihrer Familie Vorrang zu geben. Die Schauspielerei erfordert ein hohes Mass an Flexibilität und Spontanität, was sich mit dem momentanen Familienleben nicht vereinbaren lässt. Sie freut sich aber darauf, bald mit ihrem Sohn ein Kindertheater zu besuchen und ihm Kultur näherzubringen – so, wie es ihre Eltern mit ihr getan haben. «Mein Sohn reagiert stark auf Musik, und ich geniesse es sehr, mit ihm in der Wohnung zu tanzen», erzählt sie.
Ihren persönlichen Schlüsselmoment verdanke sie MKZ: «Die Theaterkurse an MKZ haben bei mir die Liebe zur Schauspielerei geweckt.» Rund drei Jahre war sie im Theaterkurs und blickt auf drei unvergessliche Aufführungen zurück. Ein besonderes Highlight war die Hauptrolle im Theaterstück «Dr. Jekyll and Miss Hyde», in dem sie eine «unverfrorene, selbstbewusste und freche Miss Hyde» spielen durfte. «Das war meine Lieblingsrolle», betont Zoë. In dieser Zeit habe sie gelernt, mutig zu sein.
Jungen MKZ-Schüler*innen rät sie aus eigener Erfahrung, etwas zu wagen und auch dranzubleiben, wenn es einmal harzig oder mühsam werde. Für sich selbst wünscht sie sich, das Klavierspielen nach langer Pause wieder mit Freude aufzunehmen. Für die Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich, die sie nun ins Auge gefasst hat, kann sie ihre an MKZ erworbenen Fertigkeiten gut nutzen. Und sie hofft, dass sich in der Schauspielerei eines Tages projektweise ein Türchen öffnet, so dass sich diese Leidenschaft mit ihrem Muttersein vereinbaren lässt.
Zoë Rauch, 27 Jahre alt, absolvierte nach dem Lehrabschluss als Fachfrau Gesundheit eine Schauspiel-Ausbildung. Sie hofft, eines Tages Muttersein und Schauspielerei miteinander vereinbaren zu können.