Das Sechseläuten ist ein wiederkehrender Anlass. Was macht ihn trotzdem speziell für dich und dein Team?
Das Sechseläuten ist der Anlass, der am meisten Verkehrsmaterial erfordert. Dies liegt vor allem an der zweitägigen Sicherung der gesamten Umzugsroute durch die Innenstadt. Im April herrscht bei uns im Werkhof Hochbetrieb, weil der Zürich Marathon, das Sechseläuten und der Tag der Arbeit kurz nacheinander stattfinden. Hinzu kommt das Tagesgeschäft wie die verkehrlichen Einrichtungen bei Baustellen.
Wie wird das viele Verkehrsmaterial logistisch organisiert?
Das Logistikkonzept sieht im Grunde jedes Jahr gleich aus. Wir liefern das Verkehrsmaterial aus zwei verschiedenen Lagern in Oerlikon und beim Central. Das Material kann aufgeteilt werden in Schranken zur Sicherung der Umzugsroute und in Signalisationsmaterial für die Verkehrsumleitungen und Halteverbote. Dafür stellen wir zwei Gruppen zusammen, die dieses Material in kleineren Arbeitsgruppen verteilen. Die Schranken werden bereits einige Tage vor dem Sechseläuten am Strassenrand gebündelt deponiert, um sie am Vormittag – kurz vor dem Umzug – der Route entlang aufzustellen.
Welche besonderen Herausforderungen ergeben sich bei den Vorbereitungsarbeiten?
Die Planung beginnt bereits zwei bis drei Monate vor dem Anlass. Im Januar fand die Startsitzung mit dem Zentralkomitee der Zünfte Zürichs, Abgeordneten des diesjährigen Gastkantons Graubünden sowie anderen involvierten städtischen Dienstabteilungen statt. Danach folgten Begehungen, beispielsweise mit der Stadtpolizei und Sicherheitsdienstleistenden. Die Herausforderung für uns besteht vor allem darin, das Verkehrsmaterial zu koordinieren. Dieses Jahr hatten wir zwischen dem Zürich Marathon und dem Sechseläuten nur eine Woche Zeit, um das Signalisationsmaterial umzustellen. Die Strassensperrungen erfordern viele temporäre Halteverbote. Diese Signale müssen frühzeitig an den betroffenen Parkplätzen aufgestellt werden, damit Fahrzeugbesitzende genügend Zeit haben, um ihr Fahrzeug umzuparkieren. Gleichzeitig arbeiten wir an den Vorbereitungen für die Veranstaltungen am Tag der Arbeit am 1. Mai.
Ab wann wird das Material wieder abgeräumt und eingesammelt?
Die Abräumarbeiten beginnen unmittelbar, nachdem die letzte Umzugsgruppe den Bürkliplatz verlassen hat, und erfolgen oft noch, während der Böögg brennt. Dies muss schnell gehen, damit zum Beispiel Entsorgung & Recycling Zürich mit den Reinigungsarbeiten beginnen kann oder die Trams der VBZ wieder fahren können.
Je schneller der Böögg explodiert, desto schöner der Sommer. Was ist dein Tipp für den Sommer 2026 bzw. für die Böögg-Brenndauer am 20. April?
Zum Glück habe ich einen Draht zum Organisationskommitee (lacht). Ich tippe auf 17 Minuten und 47 Sekunden.
Ein durchaus guter Sommer wäre das.
Werkhof Leutschenbachstrasse 60
8001 Zürich