Die Primärenergiebilanz wird aus dem Endenergieverbrauch von Haushalten, Verkehr und Wirtschaft hochgerechnet. Darin wird auch die «graue Energie» berücksichtigt, die durch Herstellung, Transport und Verarbeitung der Energieträger verursacht wird. Nicht eingerechnet ist der Energieverbrauch von nicht energetischen Nutzungen (z. B. Konsum und Nahrung), der ausserhalb der Stadt anfällt.
Ziel: Reduktion auf 2000 Watt Primärenergie pro Einwohner*in bis 2040.
(Art. 10 Abs. 3 lit. a Gemeindeordnung der Stadt Zürich, konkretisiert im Masterplan Energie)
Der Primärenergiebedarf ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Während dieser im Jahr 2010 noch bei rund 4500 Watt pro Einwohner*in lag, betrug er im Jahr 2024 nur noch 3183 Watt pro Einwohner*in. Damit konnte der Energiebedarf pro Person seit 2010 um rund 30 % gesenkt werden. Nach einem kontinuierlichen Rückgang zwischen 2015 und 2020 ist der Bedarf in den Jahren 2020 bis 2024 stabil geblieben. Damit der Absenkpfad eingehalten und das Ziel von 2000 Watt pro Einwohner*in bis ins Jahr 2040 erreicht wird, sind zusätzliche Massnahmen nötig, die einen suffizienten und effizienten Einsatz erneuerbarer Energien fördern.
Die Struktur des Energiemixes auf Stufe Primärenergiebedarf hat sich spürbar verändert. Der Anteil fossiler Energieträger wie Heizöl und Erdgas ist im Jahr 2024 im Vergleich zu 2010 um 50 % zurückgegangen, ebenso der Verbrauch von Benzin und Diesel (–30 % gegenüber 2010). Dennoch bleiben fossile Energieträger weiterhin stark vertreten.
Der Stromverbrauch macht im Jahr 2024 mit 38 % den grössten Anteil am Primärenergiebedarf aus. Der Rückgang des spezifischen Primärenergieverbrauchs von Strom ist vor allem auf die umweltfreundlichere Gestaltung des Strommixes seit 2015 zurückzuführen.
Die Endenergiebilanz berücksichtigt den Verbrauch sämtlicher Energieträger: Heizöl, Erdgas, Fernwärme, Holz, Umweltwärme (Erdreich, Wasser, Sonne) sowie in- und ausländisches Biogas. Der Anteil der Endenergie aus erneuerbaren Energiequellen, Abfall und Abwärme soll wie folgt gesteigert werden:
Ziel: Bis 2040 soll der Anteil der Endenergie aus erneuerbaren Energiequellen 95 % erreichen.
(Art. 10 Abs. 3 lit. c Gemeindeordnung der Stadt Zürich, konkretisiert im Masterplan Energie)
Der Anteil der Endenergie aus erneuerbaren Energiequellen, Abfall und Abwärme konnte kontinuierlich gesteigert werden. Während dieser 2010 noch bei rund 26 % lag, erreichte er 2024 bereits rund 35 %.
Die Primärenergiebilanz und der Anteil Endenergie aus erneuerbaren Energiequellen wurden für dieses Monitoring mit den Werten für 2024 aktualisiert. Die Auswirkungen auf die Entwicklung der städtischen Treibhausgasbilanz werden im Dezember 2025 veröffentlicht.
Bis die Energie als Wärme zum Heizen, als Strom oder als Treibstoff genutzt werden kann, wird sie gefördert, verarbeitet, transportiert und umgewandelt. Die dafür notwendige graue Energie wird zum Verbrauch an Endenergie hinzugerechnet. Die Summe daraus bezeichnet man als Primärenergiebedarf. Die Einheit «Watt Dauerleistung pro Einwohner*in» gibt an, welche Leistung die Einwohner*innen über ein Jahr zur Deckung des Energieverbrauchs maximal in Anspruch nehmen können.
Als Endenergie wird jene Energie bezeichnet, die nach allen Umwandlungs- und Übertragungsverlusten bei der Kundschaft ankommt. Der Anteil erneuerbare Endenergie setzt sich zusammen aus: Wärme aus Holz, Biogas, Kehricht und Umweltwärme (Erd-, Luft- oder Seewärme), Strom aus Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft. Die erneuerbaren Treibstoffe sind derzeit noch unbedeutend.
Bisher wurde der Beitrag des Flugverkehrs in der städtischen Primärenergiebilanz nach einem pauschalen Schlüssel berechnet: Der in der Schweiz getankte Kerosinanteil wurde proportional zur Bevölkerungszahl auf Zürich verteilt, unabhängig vom tatsächlichen Flugverhalten der Zürcher Bevölkerung. Neu erfolgt die Berechnung auf Grundlage spezifischerer Daten für die Stadt, wodurch der Primärenergiebedarf aus dem Flugverkehr präziser abgebildet werden kann. Der Primärenergiebedarf ist – gegenüber der alten Methodik – doppelt so hoch, was den höheren Energieverbrauch durch Flugreisen von Personen mit Wohnsitz in der Stadt Zürich verdeutlicht.
Für die Zielpfade des Primärenergiebedarfs und des Anteils erneuerbare Energie wurde das Jahr 2020 als Referenz definiert, basierend auf einem Mittelwert der Jahre 2016 bis 2020 (vgl. Masterplan Energie, STRB Nr. 1086/2023). Mit der neuen Berechnungsmethodik ergeben sich höhere Werte für den Flugverkehr, die rückwirkend bis 2010 angepasst wurden, um eine konsistente historische Basis zu schaffen. Daher musste der Ausgangswert des Absenkpfades neu festgelegt werden, damit der Fortschritt beim Erreichen der Masterplan-Ziele korrekt ausgewiesen werden kann.
Der Primärenergiebedarf verändert sich auch unabhängig von Sanierungs- und Heizungsersatzprojekten. So steigt der Wärmebedarf in besonders kalten Wintern und schwankt zusätzlich mit Veränderungen der Wohnbevölkerung sowie der genutzten beheizten Fläche. Daher sind insbesondere folgende Entwicklungen zu beachten:
Die Wohnbevölkerung in Zürich ist von rund 443 000 Einwohnern im Jahr 2022 auf etwa 449 000 im Jahr 2024 gestiegen, was einem moderaten Wachstum von ca. 1,3 % entspricht. Parallel dazu hat sich der Wohnungsbestand von etwa 229 600 auf rund 236 400 Wohnungen erhöht, ein Zuwachs von ca. 3 %. Der Wohnflächenkonsum pro Person blieb mit ca. 39.5 m² nahezu konstant, was auf eine stabile Nutzung des Wohnraums hinweist.
Das mittlere Bevölkerungsszenario der Stadt prognostiziert für 2040 rund 514 100 Einwohnerinnen und Einwohner.
Die Zahl der Beschäftigten im sekundären Wirtschaftssektor (Industrie und Gewerbe) ist zwischen 2022 und 2024 leicht gewachsen. Im tertiären Sektor (Dienstleistungen) stieg die Beschäftigtenzahl im gleichen Zeitruam von knapp 492 000 auf etwa 505 000. Dies unterstreicht eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung, vor allem getragen durch das Dienstleistungssegment.
Die Heizgradtage, ein Indikator für den Heizbedarf, stiegen leicht von 2 775 (2022) auf 2 873 (2024).
Zwischen 2022 und 2024 haben sich die Energiepreise in Zürich unterschiedlich entwickelt. Die Strompreise (Hochtarif, ewz.pronatur) sind von 27.51 Rp./kWh auf 31.89 Rp./kWh gestiegen, was einer Zunahme von rund 16 % entspricht. Die Heizölpreise hingegen sind im gleichen Zeitraum deutlich gesunken: von durchschnittlich 139 Franken pro 100 Liter im Jahr 2022 auf 104 Franken im Jahr 2024, was einem Rückgang von rund 25 Prozent entspricht. Beim Gaspreis für das Standardprodukt von Energie 360° blieb die Entwicklung weitgehend stabil, mit 13.13 Rp./kWh im Jahr 2022 auf 13.08 Rp./kWh im Jahr 2024.