Strom stellt den grössten Anteil am Primärenergiebedarf.
Eine zuverlässige, nachhaltige und ressourcenschonende Stromversorgung ist entscheidend für die Energie- und Klimaziele und soll den wachsenden Bedarf effizient decken. Durch die Umstellung von Wärmeversorgung und Mobilität steigt der Stromverbrauch, der vollständig aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden soll.
Ziel: Der Einsatz von Strom erfolgt effizient und ressourcenschonend.
Die folgende Kennzahl macht den Fortschritt bei der Umsetzung des Ziels erkennbar.
Stromverbrauch Stadt Zürich
Zwischen 2010 und 2024 ist der Stromverbrauch in der Stadt Zürich sowohl absolut als auch pro Kopf leicht gesunken. Während der Gesamtverbrauch von etwa 3000 GWh im Jahr 2010 auf rund 2700 GWh im Jahr 2024 zurückging, verringerte sich der spezifische Verbrauch pro Person noch deutlicher von etwa 7700 kWh auf unter 6000 kWh. Dies deutet darauf hin, dass trotz Bevölkerungswachstum Effizienzsteigerungen und ein bewussterer Umgang mit Energie zu einer Entkopplung von Stromverbrauch und Bevölkerungsentwicklung geführt haben.
Die jährlichen Verbrauchsschwankungen werden jedoch von zahlreichen weiteren Faktoren beeinflusst, darunter auch solche, die ausserhalb des Einflussbereichs der Energiepolitik liegen, wie beispielsweise Witterungseinflüsse oder wirtschaftliche Entwicklungen.
Stromverbrauch der Stadtverwaltung
Der Stromverbrauch der Stadtverwaltung betrug in den beiden letzten Jahren je rund 195 GWh (ohne öffentliche Beleuchtung, Betriebsenergie des Verteilnetzes und Fahrstrom VBZ). Gemäss Stadtratsbeschluss (STRB Nr. 1014/2019) beziehen alle Dienstabteilungen der Stadt Zürich zu 100 Prozent «ewz.pronatur». Die Vorgabe wurde im Jahr 2024 vollständig eingehalten.
Öffentliche Beleuchtung
Die Anlagen der öffentlichen Beleuchtung in der Stadt Zürich werden kontinuierlich von konventioneller Technologie auf LED umgestellt. Der Anteil von LED-Leuchten betrug Ende 2024 rund 55 %. Der Strombedarf pro Person für die öffentliche Beleuchtung hat sich von 50,5 kWh/Person im Jahr 2010 auf 25,1 kWh/Person im Jahr 2024 halbiert.
Ziel: Bis 2040 soll das gesamte PV-Potential auf Stadtgebiet sowie weitere Potenziale zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen vollständig genutzt werden.
Die folgenden Kennzahlen machen den Fortschritt bei der Umsetzung des Ziels erkennbar.
Die Stromproduktion aus Photovoltaikanlagen auf dem Stadtgebiet ist von rund 5 GWh im Jahr 2010 auf über 50 GWh im Jahr 2024 gestiegen.
Besonders ab 2020 ist ein beschleunigter Zubau zu erkennen. Auffällig ist der zunehmende Beitrag der stadteigenen Gebäude (hellgrüner Balken), deren Anteil ab 2016 in den Daten ausgewiesen ist und seither kontinuierlich wächst. So produzierten die PV-Anlagen auf stadteigenen Gebäuden 2024 rund dreimal so viel Strom wie noch 2016.
Um das gesamte PV-Potenzial bis 2040 auszuschöpfen und rund 500 GWh Solarstrom zu produzieren, ist eine deutliche Beschleunigung des PV-Zubaus in den kommenden 15 Jahren erforderlich. Dies ist nur mit einer umfassenden PV-Pflicht auf übergeordneter Ebene zu erreichen.
Die Stromproduktion aus Abfall ist im Jahre 2022 gegenüber dem Vorjahr um rund 25 % und gegenüber 2020 um 56 % gesunken und in den folgenden zwei Jahren wieder leicht gestiegen. Die Abnahme ist mit der Ausserbetriebnahme des Kehrichtverwertungsanlage Josefstrasse zu begründen.
Die Massnahmen zeigen, was die Stadtverwaltung tut, um die jeweiligen Zielsetzungen zu erreichen.
Zürich will deutlich mehr Sonnenstrom nutzen und den Ausbau von Solaranlagen auf Dächern vorantreiben. Die Stadt unterstützt Eigentümerinnen und Eigentümer mit Informationen, Organisation und finanziellen Anreizen. Auch innovative Ideen zur Nutzung und Vermarktung von Solarstrom werden gefördert. Auf ihren eigenen Gebäuden geht die Stadt mit gutem Beispiel voran.
Strom aus Wasserkraft bleibt auch künftig ein zentraler Grundpfeiler der Versorgung. Parallel dazu erfolgt in der Schweiz und Europa der kontinuierliche Ausbau von Anlagen zur Nutzung von Windenergie.
Die digitale Verbrauchsmessung mit Smart-Metern wird in der Schweiz Realität. Bis 2027 ersetzt ewz in der Stadt Zürich und im Verteilnetz Graubünden alle herkömmlichen Stromzähler kostenlos durch intelligente digitale Stromzähler. Pro Jahr sind das etwa 40 000 bis 60 000 Zähler.