Die Stadt Zürich spürt die Folgen des Klimawandels. Heisse Sommer mit langen Hitzeperioden und Trockenheit werden immer häufiger. Die damit einhergehenden Gesundheitsbelastungen sowie wirtschaftliche Einbussen steigen. In Einklang mit dem 2024 verabschiedeten «Programm Klimaanpassung» (STRB Nr. 3399/2024) trifft die IMMO vorausschauend Vorkehrungen zur Klimaanpassung und macht ihre Gebäude klimaresilient. Bei Neubauten und Instandsetzungen findet seit 2021 die Wegleitung Sommerlicher Wärmeschutz – erarbeitet vom Amt für Hochbauten in enger Abstimmung mit der IMMO – Anwendung. In Bestandsgebäuden, die nicht vor grösseren Instandsetzungen stehen, sind nutzer- und objektspezifische Lösungen gefragt, um ganzjährig eine hohe Aufenthaltsqualität in den Innenräumen zu gewährleisten.
Seit 2020 setzt die IMMO in den Gesundheitszentren für das Alter Massnahmen zum Wärmeschutz in den Innenräumen um. Dazu gehören unter anderem automatisierte Storen, Sonnenschutzfolien an den Fenstern, Nachtauskühlung, aber auch die Nachrüstung mit Freecooling-Lösungen, die eine energetisch sinnvolle Kühlung via Erdsonden oder Grundwasser ermöglichen. Bis Ende 2027 sollen in allen hitzebelasteten Gesundheitszentren im Bestand sogenannte Kühlinseln eingerichtet werden. Es handelt sich dabei um sanft entwärmte Aufenthaltsräume, die es den Bewohner*innen ermöglichen, sich temporär in einer kühleren Zone von der sommerlichen Hitze zu erholen. In den letzten drei Jahren wurden solche Kühlinseln bereits in den Gesundheitszentren Mattenhof und Riesbach eingerichtet.
Nach der Implementierung diverser Massnahmen in den Gesundheitsbauten erarbeitet die IMMO eine umfangreiche Umsetzungsstrategie zum sommerlichen Wärmeschutz für die restlichen Teilportfolios. Die Erkenntnisse aus diversen Begehungen, Simulationen und Messungen fliessen in die Strategie für das gesamte Portfolio der IMMO ein. Die IMMO setzt auf sinnvolle, kurzfristige Massnahmen im Bestand und langfristige Lösungen bei Gesamtsanierungen und Neubauten. Die Massnahmen werden sorgfältig auf die Gebäudeeigenschaften, die Art der Nutzung und die Bedürfnisse der Nutzer*innen abgestimmt und sollen über Erstellung und Betrieb eine optimale Umweltbilanz aufweisen. Es werden voraussichtlich auch Kühlungen eingesetzt werden. Für deren Betrieb wird Strom aus erneuerbaren Energien eingesetzt, wenn immer möglich produziert von der hauseigenen PV-Anlage.
Im Hinblick auf die Erarbeitung einer Umsetzungsstrategie für den sommerlichen Wärmeschutz liess die IMMO verschiedene Simulationen durchführen, etwa für das in den 1950er-Jahren erstellte Pavillonschulhaus Holderbach. Simuliert wurden verschiedene niederschwellige Massnahmen zur Reduktion der ausgewiesenen Hitze in den Klassenzimmern. Um die Resultate zu überprüfen, setzte die IMMO die Massnahmen Sonnenschutzfolie und Morgenauskühlung noch vor der Hitzewelle im Juni um und zeichnete die Temperaturen bis Ende Oktober auf.
Gleichzeitig führte die IMMO gemeinsam mit dem Amt für Hochbauten ein Pilotprojekt zum Wärmeschutz in Züri-Modular-(ZM)-Pavillons durch. Während der Sommerferien wurden an zwei ZM-Pavillons der Schule Riedhof einbruch- und wettersichere Gitter montiert, um eine Nachtauskühlung zu ermöglichen. Sonnenstoren wurden eingekürzt, um tagsüber eine bessere Lüftung zu gewährleisten. In einem Stockwerk wurden ausserdem drei Räume mit Klimageräten gekühlt.
In beiden Fällen ergaben sich aufgrund der ungewöhnlich kühlen Sommermonate erhebliche Unterschiede zwischen den gemessenen und den simulierten Werten, weshalb die Wirksamkeit der geprüften Massnahmen nicht abschliessend bestätigt werden konnte. Ausgehend von zunehmenden Hitzeperioden infolge des Klimawandels stützt sich die IMMO weiterhin auf die Simulationen und priorisiert den sommerlichen Wärmeschutz im Bestand auch künftig.