Was macht das Projekt besonders?
Josefina ist ein Experiment. Wir gestalten hier einen temporären Quartierpark – also etwas, das sich entwickeln darf. Angefangen hat alles mit temporär aufgestellten Bäumen in Air-Pots auf einer Kiesfläche vor der neuen Energiezentrale. Rundherum ist ja alles sehr urban und voller Geschichten: der hohe Kamin, das Salzsilo, die Viaduktbögen, der Prime Tower und der viele Verkehr. An so einem Ort mit einfachen Mitteln etwas Aufenthaltswertes zu schaffen – das ist die Herausforderung, aber auch das Spannende.
Wie wurde die Bevölkerung einbezogen?
Sehr intensiv! Seit Frühling 2025 gab es mehrere Mitwirkungsanlässe – vom Auftakt mit Quartiervertreter*innen bis zu einem grossen Picknick, bei dem wir spielerisch Ideen gesammelt haben: Die Leute konnten zusammen Park-Modelle konstruieren und über Nutzungen und Aktivitäten diskutieren. Die zentrale Frage dabei war: Wie möchtest du dich einbringen?
Wir haben diese Modelle später übereinandergelegt, um gemeinsame Themen zu erkennen. Daraus sind dann konkrete Aktionen entstanden, etwa beim «Sommer-Stammtisch», bei dem wir gemeinsam mit dem Quartier Sitzgelegenheiten gebaut haben. Man spürt, dass hier viel Interesse und Engagement vorhanden ist – die Leute wollen diesen Ort wirklich mitgestalten.
Was wird man künftig im Park erleben können?
Im Zentrum steht eine offene Wiesenfläche – eine Art «Pleasure Ground» – umgeben von möglichst biodiversen Experimentierfeldern für verschiedene Nutzungen. Ein grüner Wall schirmt den Verkehr ab, einfache Wege verbinden die Bereiche. Es wird verschiedene Zonen geben, wo die Menschen verweilen, spielen oder sich treffen können. Richtung Viadukt ist zudem ein Pavillondach geplant. Und: Wir wollen viel vom bereits Bestehenden weiterverwenden, etwa Pflanzen oder Sitzbänke.
Was war bisher die grösste Herausforderung?
Ganz klar: in kurzer Zeit etwas Gutes hinzubekommen. Es braucht viel Flexibilität – auch im Projektteam. Und natürlich ist das Umfeld komplex: Nebenan sind Recyclinghof, Energiezentrale und das neue Zentrum für Kreislaufwirtschaft Josy. Da müssen wir gut koordinieren. Denn der Park ist ja nur ein Teil der ganzen Arealentwicklung. Langfristig sollen hier auch Wohnungen entstehen. Josefina ist also bewusst temporär – sie belebt den Ort, bis die Hochbauten kommen. Danach wird sich der Park wieder verändern.
Wie geht es jetzt weiter?
Im Oktober fand das letzte Treffen mit Anwohnenden statt. Der Entwurf wurde positiv aufgenommen, jetzt können wir mit den Bewilligungen und Ausschreibungen starten. Unser Ziel ist, den Park 2026 weiter ausgebaut zu haben. Um Platz zu schaffen, werden im Herbst einige der temporären Bäume an ihren definitiven Standorten gebracht und dort verpflanzt.
Seit Frühling 2025 wird der temporäre Quartierpark zusammen mit der Bevölkerung weiterentwickelt. Unter dem Namen Josefina und mit der Begleitung eines interdisziplinären Teams zusammengesetzt aus den Fachbüros Denkstatt sàrl, S2L Landschaftsarchitektur & Stadtplanung und oekoskop AG wird der Quartierpark sich weiter verändern. Es bietet sich die einmalige Gelegenheit, in dem sich ständig ändernden Umfeld unterschiedliche Ansprüche an die Gestaltung zu diskutieren und auszuprobieren. Die Fläche soll bis voraussichtlich 2029 vielfältig zwischengenutzt werden.
Über die nächsten Schritte zum Quartierpark Josefina informiert Grün Stadt Zürich jeweils auf der Plattform «Mitwirken an Zürichs Zukunft».