Es mutet fast an wie Kunst am Bau, was sich entlang der Seitenwände der Einhausung in Schwamendingen entdecken lässt. Viele kleine graue Kästen in verschiedenen Formen und Anordnungen. Doch was wirkt wie eine Installation, sind in Tat und Wahrheit biodiversitätsfördernde Elemente. Denn im Frühjahr 2026 wurden im Ueberlandpark in Schwamendingen rund 200 Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse installiert.
Während zwei Wochen brachte ein Fachteam die Nistkästen an den Aussenwänden des Parks an und ergänzte damit die bestehenden vielfältigen und naturnahen Lebensräume auf der Einhausung. Insgesamt wurden sechs unterschiedliche Typen von Nisthilfen montiert, die jeweils auf die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Arten zugeschnitten sind.
Ansiedeln sollen sich hier:
- Halbhöhlenbrüter wie Hausrotschwanz, Grauschnäpper, Bachstelze
- Höhlenbrüter wie Haus- und Feldsperling, Star
- Segler- und Schwalbenarten wie Mauer- und Alpensegler, Mehlschwalbe
- Spaltenbewohnende Fledermäuse wie Zwerg-, Weissrand- und Alpenfledermaus
Alle diese Arten sind auf geschützte Räume angewiesen, die im Siedlungsraum jedoch immer seltener werden.
Der Mehrwert solcher künstlichen Nistplätze ist beträchtlich: Durch Renovationen und den Ersatz älterer, strukturreicher Gebäude durch nischenlose Neubauten verschwinden natürliche Brut- und Ruheplätze zunehmend. Die Wände der Einhausung sind wie eine urbane Variante von natürlichen Felswänden und eignen sich durch ihre Länge und Höhe ideal für entsprechende Arten. In Kombination mit der vielfältigen Bepflanzung und dem Strukturreichtum des Ueberlandparks finden Vögel und Fledermäuse ein reiches Nahrungsangebot aus Insekten, Samen und Früchten vor. Mit den neuen Nistkästen werden somit gezielt Ersatzlebensräume geschaffen und damit die biologische Vielfalt im Ueberlandpark gestärkt.
Mit einem wissenschaftlichen Langzeitmonitoring wird die langfristige Entwicklung der Fauna im Ueberlandpark beobachtet. Im Rahmen dieses Monitorings werden insgesamt zehn Tiergruppen untersucht. Dabei wird auch sichtbar werden, welche Brutvögel und Fledermäuse die neuen Nistangebote nutzen.