Weshalb braucht es ein neues Konzept für Strassenbäume?
Viele Strassenbäume stehen unter Druck: Der Platz wird knapper, unter der Erde verlaufen Werkleitungen und Hitze und Trockenheit setzen den Bäumen zu. Viele erreichen heute nicht mehr das Alter und die Grösse früherer Generationen. Deshalb müssen wir Bäume von Anfang an in die Strassenplanung einbeziehen und ihnen genügend Raum geben, damit sie gross und alt werden können. Das neue Konzept zeigt zudem, wo bestehende Baumstrukturen erhalten und wo neue entstehen sollen.
Ein Baum pro 100 Quadratmeter Strassenraum – ist das überhaupt realistisch?
Ein Baum pro 100 Quadratmeter ist ein ambitionierter, aber wichtiger Planungswert. Er sorgt dafür, dass wir bei Strassenprojekten von Anfang an prüfen, wo bestehende Bäume erhalten und zusätzliche gepflanzt werden können. Natürlich gibt es Grenzen – etwa durch Werkleitungen, den Untergrund oder andere Nutzungen des Strassenraums. Deshalb ist der Wert keine starre Vorgabe, sondern wird dort angestrebt, wo die örtlichen Gegebenheiten es zulassen.
Wie soll Zürich im Jahr 2050 aussehen, wenn die Ziele des Strassenbaumkonzepts erreicht sind?
Zürich wird deutlich stärker von Bäumen geprägt sein als heute. Entlang wichtiger Verbindungen zwischen Quartierzentren werden Baumlücken geschlossen und zusätzliche Bäume gepflanzt. In Quartieren mit wenig Baumbestand entstehen mehr von Bäumen geprägte Quartier- und Nachbarschaftsstrassen. So werden die Strassen schattiger und kühler. Wenn wir die kommenden zehn Jahre konsequent nutzen, können wir die Baumkronenfläche im Strassenraum bis 2050 verdoppeln.