Jungbäume (bis fünf Jahre alt) verfügen noch nicht über ein tiefes und weit verzweigtes Wurzelsystem. Damit sie gut anwachsen, werden sie in den ersten Jahren nach der Pflanzung bewässert. Diese Bewässerung gehört zur regulären Baumpflege. Während Trocken- und Hitzeperioden müssen Jungbäume bis zu dreimal pro Woche mit 50 bis 70 Litern bewässert werden. Erwachsene Bäume werden hingegen nicht bewässert.
Bäume verfügen über natürliche Schutzmechanismen, mit denen sie auf Trockenheit reagieren. Bei Hitze reduzieren sie die Verdunstung über die Blätter und können bei längerer Trockenheit Blätter welken lassen oder frühzeitig abwerfen. Diese Reaktionen helfen ihnen, Wasser zu sparen.
Erwachsene Bäume können längere Trockenperioden in der Regel besser überstehen, da sie über mehr Reserven verfügen. Eine Bewässerung wäre nur begrenzt wirksam. Die wasseraufnehmenden Feinwurzeln liegen oft weit vom Stamm entfernt, teils in tieferen Bodenschichten, und werden von oberflächlich ausgebrachtem Wasser kaum erreicht.
Der Klimawandel verlangt nach einem langfristigen Umgang mit dem Stadtbaumbestand. Grün Stadt Zürich setzt deshalb auf ein ganzes Bündel von Massnahmen. Dazu gehören:
- klimaresilientere Baumarten
- grössere Wurzelräume
- speziell aufbereitete Böden (Baumsubstrat), die Wasser, Luft und Nährstoffe bieten
- Entsiegelung von Flächen
- gezieltes Regenwassermanagement
Bei Neupflanzungen wird auf eine grosse Artenvielfalt und Klimaresilienz geachtet. Baumarten wie Eichen können dank ihrer tiefen Wurzeln Wasser aus tieferen Bodenschichten erschliessen und kommen mit längeren Trockenperioden besser zurecht. Entscheidend ist jedoch immer das Zusammenspiel von Baumart, Standort und genügend Wurzelraum.
Ein klimaresilientes Stadtgrün gelingt nur gemeinsam. Da sich der grösste Teil der Stadtfläche in privatem Eigentum befindet, leisten auch Private einen wichtigen Beitrag zu einem besseren Stadtklima.
Mit dem Förderprogramm Stadtgrün unterstützt die Stadt Zürich Eigentümer*innen dabei, Bäume zu pflanzen, Flächen zu entsiegeln und Grünräume ökologisch aufzuwerten. Zusätzliche Bäume auf privaten Grundstücken schaffen mehr Schatten, verbessern das Mikroklima und fördern die Biodiversität.
Die Stadt Zürich investiert seit Jahren in klimaresilientere Grünräume. Neue Parkanlagen und Baumpflanzungen zeigen bereits, dass sich sorgfältig geplante Standorte auch unter anspruchsvolleren Klimabedingungen gut entwickeln.
Beispiele dafür sind der Pfingstweidpark mit zusätzlichen Baumpflanzungen und Entsiegelungen sowie der Ueberlandpark, wo Hunderte klimaresilientere Bäume gepflanzt und grosszügige Wurzelräume von Beginn an mitgedacht wurden.
Mit der Fachplanung Stadtbäume hat die Stadt zudem die Grundlage geschaffen, den Baumbestand langfristig weiterzuentwickeln und die Baumkronenfläche im Siedlungsgebiet zu erhöhen.
- Bestand: Rund 70 000 Stadtbäume im Siedlungsgebiet
- Jungbäume (bis 5 Jahre alt): Werden während der Anwuchsphase bewässert; bei Trockenheit bis zu dreimal pro Woche mit bis zu 70 Litern Wasser
- Erwachsene Bäume: Brauchen je nach Witterung bis zu 500 Liter pro Tag
- Baumsubstrat: Speziell zusammengesetzter Boden, der Wasser, Luft und Nährstoffe bietet
- Förderung: Das Förderprogramm Stadtgrün übernimmt 50 Prozent der Gesamtkosten für Eigentümer*innen (max. 1 Mio. Franken pro Massnahme)
- Fällschutz: Bäume mit einem Stammumfang von 100 cm dürfen nicht ohne Bewilligung gefällt werden
- Pflicht: Bei Neu- und Ersatzbauten sind Ersatzpflanzungen und Ausgleichsmassnahmen vorgeschrieben