Rund 100 Wasserbüffel, darunter 50 Kälber und zwei Stiere, sind mittlerweile auf dem Riedenholzhof zuhause. Nebst den Wasserbüffeln gibt es auf dem Hof noch Milchkühe, Pensionspferde und ab und zu im Frühling auch Schweine.
Von Zürich für Zürich
Dass der Betrieb fest im Quartier verankert und auch ein beliebtes Ausflugsziel für Familien ist, zeigt sich Ende Februar bei einem Besuch vor Ort. Viele Passant*innen machen halt und spazieren durch das offene Betriebsgelände in den Stall mit den zutraulichen und friedlichen Büffeln. Der Hofladen, der seit bald 20 Jahren besteht, brummt. Der Milch- und Verkaufsautomat lädt rund um die Uhr zum lokalen Shopping ein. Auch andere Hofläden und Spezialitätengeschäfte führen Produkte vom Riedenholzhof. Und ein stadtbekanntes indisches Restaurant in Zürich Oerlikon gehört seit Jahren zu den Abnehmenden des Hofes – dort findet sich auch ein Wasserbüffelgericht fix auf der Karte.
Ein echtes Power-Couple
Sonja und Sepp strotzen vor Tatendrang und man spürt die Leidenschaft, mit der sie den Hof gemeinsam seit bald 30 Jahren führen – kaum vorstellbar, soll der Hof anfangs 2029 in neue Hände übergeben werden. Unterstützt werden sie dabei aktuell von zwei Mitarbeitenden. Sepp kümmert sich hauptsächlich um die Tiere, den Ackerbau und den Fuhrpark. Sonja ist Personalverantwortliche, Buchhalterin, Köchin, Bäckerin sowie Ein- und Verkaufsverantwortliche in Personalunion. Mit Herz und Seele führt die ausgebildete Floristin das stattliche Hoflädeli. «Ich schätze den direkten Kundenkontakt und den persönlichen Austausch. Mit den meisten ist man schnell per Du und wir freuen uns über die vielen bekannten und neuen Gesichter, die bei uns vorbeischauen.» Vor allem am Freitag und am Samstag herrscht ein reges Treiben im Laden.
Vieles hier ist noch Handarbeit und man spürt die enge Verbindung von Natur und Mensch. Sepp, der ausgebildete Landwirt mit Meisterprüfung, kennt beim Gang durch die Stallungen alle Tiere beim Namen. Man merkt ihm an, wie wichtig ihm das Tierwohl ist. «Die sanften Riesen haben einen ganz schönen Dickkopf und jedes Tier hat seinen ganz eigenen Charakter. Über die Jahre lernt man genau, wie man die Tiere motiviert mitzumachen.» So habe jeder Büffel in der Herde seine ganz eigene Art in den Melkstand zu kommen. Auch die Milch der Büffel fährt er persönlich zur Weiterverarbeitung in die regionalen Molkereien.
In rund zweieinhalb Jahren machen die beiden den Betrieb frei für eine jüngere Generation, um etwas kürzer zu treten. 2027 startet die Suche für eine Nachfolge auf dem Traditionsbetrieb der Stadtzürcher Landwirtschaft.
Der Hof umfasst insgesamt 56 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. Die Tiere weiden auf über 20 ha Grasland, hinzu kommen 23 ha Ackerfläche. Der Betrieb ist hauptsächlich auf Milch- und Fleischproduktion ausgerichtet. Die Produktpalette ist breit und umfasst zum Beispiel Joghurt, Mozzarella und Camembert aus Büffelmilch sowie verschiedene Büffelrindfleischerzeugnisse. Von ca. Juni bis Herbst können ausserdem auf einer 1 ha grossen Fläche vor dem Hofladen kleinere Mengen Himbeeren, Stachelbeeren, Erdbeeren und Johannisbeeren selbst gepflückt werden.
Landwirtschaft in der Stadt Zürich
In der Stadt Zürich gibt es 810 Hektar landwirtschaftlich genutztes Land. Das entspricht rund einem Zehntel der gesamten Stadtfläche. Rund zwei Drittel der Flächen sind Eigentum der Stadt. Für die Verwaltung und Bewirtschaftung des stadteigenen Landwirtschaftslandes ist der Fachbereich Landwirtschaft von Grün Stadt Zürich zuständig.
Von den 14 Landwirtschaftsbetrieben, die der Stadt Zürich gehören, sind 13 verpachtet und werden von Bauernfamilien und Gemeinschaften auf eigene Rechnung geführt. Den Gutsbetrieb Juchhof bewirtschaftet Grün Stadt Zürich.
Zu den aktuellen Stellenausschreibungen von Grün Stadt Zürich