Für architektonische Leuchttürme ist Zürich nicht so bekannt wie andere Städte in Europa. Dasjenige Gebäude, das nicht nur eine der zehn Auszeichnungen als «gute Bauten der Stadt Zürich 2021 bis 2024», sondern auch den Publikumspreis aus dem parallelen Online-Wettbewerb gewonnen hat, ist jedoch eine solche Preziose: das neue Kinderspital Zürich, das «Kispi» (oben im Bild). Es besteht aus zwei Teilen: aus dem klinischen Teil und aus einem Rundbau für Forschung und Lehre.
«Das Akutspital ist ein flacher Bau mit feingliedrigen Holzfassaden, das wie eine kleine Stadt funktioniert», schreibt die Jury: Die medizinischen Bereiche sind die Quartiere, ein zentraler Hauptweg führt als innere Strasse an parkartigen Innenhöfen entlang, die Krankenzimmer auf dem Dach erscheinen wie einzelne kleine Holzhäuser – es ist ein Spital für die Menschen, für das Leben.
Ein Beitrag zu einer vielfältigen Stadt
Zehn Auszeichnungen und sechs Anerkennungen wurden Anfang Oktober an Hochbauten ebenso wie an Freiraumprojekte verliehen. Sie alle leisten nach Ansicht der interdisziplinär zusammengesetzten Jury «einen aussergewöhnlichen Beitrag zu einer vielfältigen, durchmischten und nachhaltigen Stadt».
Beurteilt wurden diese Qualitäten nach sechs Kategorien von Kriterien: städtebaulichen, architektonischen und stadträumlichen ebenso wie sozialräumlichen, ökonomischen und ökologischen. Einordnung in den räumlichen Kontext oder Weiterentwicklung im Bestand zählen dabei ebenso viel wie die sozialräumliche Einbettung eines Gebäudes oder eine Siedlung in eine Nachbarschaft und ein Quartier oder der Beitrag zu Klimaanpassung und Stadtnatur. Vertreten sind alle Arten von Bauten: öffentliche wie der Hauptbahnhof, das Kinderspital und Schulhäuser ebenso wie Wohnbauten (Siedlungen und Mehrfamilienhäuser), Gewerbebauten und ein Bürohochhaus, Sanierungen und Neubauten.