Was hat Zürich, was andere Städte gerne hätten?
Es ist der Mix, den Zürich so besonders und facettenreicht macht. Man ist schnell im Wald oder am See, aber trotzdem rasch mitten im Geschehen. Die Stadt ist überschaubar, aber trotzdem sehr vielfältig: urban, mit einem grossen kulturellen Spektrum und internationalem Flair. Mich beeindruckt vor allem, wie sauber Zürich ist, es ist fast schon unheimlich. Das fällt mir vor allem auf, wenn ich im Ausland unterwegs bin.
Was würden Sie abschaffen?
Den Egoismus – im Kleinen wie im Grossen. Das würde vieles einfacher machen. Und natürlich die horrenden Mieten für Privathaushalte und Gewerbetreibende. Die Stadt Zürich lebt von ihrem Mix, und genau der wird durch hohe Preise gefährdet.
Was ist Ihre liebste Tram- oder Bushaltestelle?
Eine Lieblingshaltestelle habe ich nicht. Ich nehme heute manche Haltestellen aber anders wahr, seit die VBZ deren Namen im Zuge einer Kampagne auf Französisch übersetzt haben: «Rue du Jardin de Rose» für die Rosengartenstrasse zum Beispiel gibt ein ganz anderes Bild von der grauen Betonachse. Oder «Étoile d’Oerlikon» für Sternen Oerlikon – plötzlich klingt Zürich nach Paris. Das hat mich zum Schmunzeln gebracht.
Worüber sollten wir abstimmen können?
Über Gratis-ÖV für alle. Und über Vorhaben, die zu lange dauern, wie etwa die Netto-Null-Strategie bis 2040. Bis dahin kann noch vieles passieren. Ich möchte das Tempo zur Umsetzung des Klimaziels gerne weiter beschleunigen.
Was würden Sie einem Kind zeigen?
Die eher versteckten Orte mit Geschichte wie die Krypta der Wasserkirche, die römischen Therme und andere archäologische Fenster, die so unscheinbar sind, dass sie uns im Alltag oft verschlossen bleiben. So auch die Stadtbunker oder das Schulhaus Hirschengraben, das wie eine Kulisse aus einem Fantasy-Film wirkt. Kurz gesagt: Orte, die Kinder dazu anregen, eigene Geschichten zu erfinden.
Die Stadtentwicklung Zürich arbeitet eng mit Partner*innen zusammen. Was diese von der Stadt Zürich denken, sagen sie uns in dieser Rubrik.