Die Firmenbefragung der Stadt Zürich ist seit 2005 ein wertvolles Instrument, um die Einschätzungen von Unternehmen und Selbständigen zum Standort Zürich sowie ihre Anliegen und Bedürfnisse zu erfahren. Die Ergebnisse der im Sommer 2025 zum sechsten Mal durchgeführten Firmenbefragung beruhen auf den Antworten von 1499 Unternehmen und Selbständigen.
Note 4,65. Diese Bewertung erhält der Standort Zürich von den Betrieben, welche im Sommer 2025 an der Firmenbefragung der Stadt Zürich teilgenommen haben. Damit ist die Zufriedenheit leicht tiefer als in den vorherigen Befragungen, aber weiterhin gut. Die beiden Bestnoten wurden etwas weniger oft vergeben, dafür mehr mittlere Noten.
Die meisten Standortfaktoren werden etwas besser beurteilt als in den letzten Befragungen. Hochschulen, Lebensqualität, Schulen, Energieversorgung und Kulturangebot werden mit einem Mittelwert von 5,0 und mehr am besten bewertet. Die Bewertung des Wohnungsangebots ist von der Note 3,0 auf die Note 2,4 gesunken – es wird aber nur von rund der Hälfte der Firmen als für sie wichtig empfunden. Die Steuerbelastung ist für Firmen ein wichtiger Standortfaktor. Sie wird mit der Note 3,0 am zweitschlechtesten bewertet.
Die Zufriedenheit mit dem öffentlichen Verkehr ist nach wie vor hoch. Sowohl das Angebot der VBZ als auch dasjenige der S-Bahn erhalten mit einem Durchschnittswert von 5,27 sehr gute Noten – nahezu identisch mit den Werten von 2021. Aspekte des motorisierten Verkehrs hingegen werden wie in den bisherigen Befragungen deutlich schlechter beurteilt: Möglichkeiten für den Güterumschlag mit 3,18, der Verkehrsfluss in der Stadt mit 2,88. Noch kritischer werden die Parkierungsmöglichkeiten gesehen. Für Kund*innen und Mitarbeitende (2,60) und in Bezug auf Parkplätze in der Innenstadt allgemein (2,30) fallen die Bewertungen am niedrigsten aus.
Ein wichtiges Thema ist die Digitalisierung der Stadtverwaltung, insbesondere die Ausrichtung der digitalen Angebote auf die Bedürfnisse der Nutzer*innen. 45 Prozent der befragten Firmen sind mit den Online-Angeboten und Online-Leistungen der Stadt Zürich zufrieden (Noten 5 und 6), weitere 47 Prozent geben mittlere Werte an. Lediglich 5 Prozent sind nicht zufrieden.
10 Prozent aller Befragten geben an, dass sie die Online-Angebote der Stadt kaum brauchen. 8 Prozent empfinden das Angebot als benutzerfreundlich, 7 Prozent finden leicht die gesuchten Informationen und Dienstleistungen.
Kreislaufwirtschaft ist ein wichtiges Thema für die Stadt Zürich: Die Anfang 2023 verabschiedete städtische Strategie «Circular Zürich» zielt darauf ab, Ressourcen intelligent zu nutzen und Abfall zu reduzieren. Gemäss eigener Aussage setzen 44 Prozent der befragten Firmen konkrete Massnahmen im Bereich Kreislaufwirtschaft um, insbesondere Firmen aus den Branchen Bau, Produktion/Industrie sowie (Detail-)Handel und Gastgewerbe/Hotellerie. Je mehr Mitarbeiter*innen eine Firma hat, desto eher trifft sie Massnahmen. Bei Firmen mit mehr als 250 Mitarbeiter*innen liegt dieser Anteil bereits bei 77 Prozent.
Am häufigsten trennen Firmen den Abfall (69 Prozent) oder verwenden Recycling-Material als Rohstoff (31Prozent). Grössere Firmen ergreifen diese Massnahmen öfter als kleinere: 92 Prozent der Firmen mit mehr als 250 Mitarbeiter*innen sammeln separat Abfall, und 52 Prozent verwenden Recycling-Material als Rohstoff.
Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) befindet sich in den befragten Firmen noch in einem frühen Stadium. Fast die Hälfte führt einzelne Pilotversuche mit KI durch, ein Fünftel setzt sie bereits systematisch im ganzen Unternehmen ein. Am häufigsten verwenden Firmen KI zur Texterstellung und -bearbeitung.
Die grössten Vorteile liegen aus Sicht der Firmen in Effizienz- und Produktivitätsgewinnen, einer höheren Geschwindigkeit bei der Bearbeitung von Aufgaben sowie in der Automatisierung von Tätigkeiten und Projekten. Als wichtigste Nachteile von KI werden Risiken in Bezug auf Datensicherheit, der Verlust von Kreativität sowie die Fehleranfälligkeit genannt.
Im Sommer 2025 blickten die befragten Unternehmen weniger optimistisch in die Zukunft als in früheren Jahren: Aktuell geht nur noch ein Viertel von ihnen davon aus, dass der Standort an Attraktivität gewinnen wird. Gleichzeitig hat der Anteil jener, die eine sinkende Standortattraktivität erwarten, deutlich zugenommen auf 33 Prozent – so viel Skepsis war noch nie.
Auch die eigenen Geschäftsaussichten für die nächsten zwei, drei Jahre schätzen die Firmen vorsichtiger ein, das heisst gleichbleibend (41 Prozent) bis ungewiss (19 Prozent). Die Erwartungen zeigen eine gewisse Ähnlichkeit mit den zurückhaltenden Bewertungen aus den Jahren 2016 und 2012.
Seit 2005 werden mit der Firmenbefragung der Stadt Zürich die Einschätzungen von Unternehmen und Selbständigen zum Standort Zürich sowie ihre Anliegen und Bedürfnisse erhoben. Sie wird rund alle vier Jahre durchgeführt. Die ersten beiden Befragungen von 2005 und 2008 wurden schriftlich mit einem per Post verschickten Fragebogen durchgeführt. Seit 2012 wird die Befragung online durchgeführt.
Die Grundgesamtheit der Befragung bilden alle im Betriebs- und Unternehmensregister BUR eingetragenen Haupt- und Einzelbetriebe in der Stadt Zürich. Anhand der Beschäftigungsgrössenklasse als wichtigstem Kriterium wird eine Zufallsstichprobe über alle Branchen hinweg gezogen. Bei Betrieben mit 50 und mehr Mitarbeitenden wird eine Vollerhebung gemacht. Die Stichprobe umfasst zwischen 3000 und 4000 Betriebe. Die Rücklaufquoten liegen zwischen 30 bis 40 Prozent.
Die Ergebnisse basieren auf den freiwilligen Antworten von den befragten Firmen. Die Teilnahmebereitschaft ist bei den mittleren und den grossen Firmen grundsätzlich höher als bei den Selbständigen und bei kleinen Firmen. Die Ergebnisse sind deshalb nicht im statistischen Sinne repräsentativ.