Das medizinische Fachpersonal in fünf Ambulatorien des Stadtspitals kann neu sogenannte «Soziale Rezepte» ausstellen. Dabei werden Patient*innen an eine soziale Koordinationsstelle vermittelt, die begleitet, berät und nicht-medizinische Massnahmen zugänglich macht. Das Projekt geht zurück auf die Motion zweier Gemeinderäte. Vorreiter für das Vorhaben ist Grossbritannien, wo die Verschreibung «Sozialer Rezepte» schon seit vielen Jahren Eingang ins Gesundheitswesen gefunden haben. Bei Patient*innen in schwierigen und therapieintensiven Situationen verspricht sich die Fachwelt durch Integration der sozialen Aspekte eine raschere Genesung und in der Konsequenz eine wesentliche Senkung der Gesundheitskosten. Im Rahmen eines vierjährigen Projektes setzt das Stadtspital in Kooperation mit dem Sozialdepartement die Idee «Sozialer Rezepte» um. Die Datenschutzstelle war in das Projekt frühzeitig involviert.
Da bei diesem Vorhaben sensible Personendaten zwischen dem Stadtspital und den involvierten Fachpersonen des Sozialdepartementes ausgetauscht und dokumentiert werden, war die datenschutzrechtliche Prüfung der Rahmenvoraussetzungen Ausgangspunkt dieses Vorhabens. Einerseits war die Freiwilligkeit der Teilnahme und damit verbunden das Patient*innengeheimnis zu beachten, andererseits standen auch Aspekte der Behandlungsdokumentation und der Informationssicherheit im Fokus. Die Datenschutzstelle hat die Projektverantwortlichen von Anfang an datenschutzrechtlich beraten und das Pilotprojekt im Rahmen der Vorabkontrolle geprüft.