Für das gesamte Riedtli-Team und mich persönlich ist diese Chance von unschätzbarem Wert. Sie ermöglicht es uns, Bewährtes zu reflektieren, Neues auszuprobieren und mutig auch wieder zu verwerfen, wenn es sich nicht bewährt. Natürlich bringt dieser Neubeginn auch Mehrarbeit und Herausforderungen mit sich, doch gerade darin liegt eine grosse Chance für gemeinsames Wachstum.
Mein Ziel war es von Anfang an, die wertvollen Erfahrungen aus meinen bisherigen Stationen in anderen Schulen einzubringen und gleichzeitig offen für frische Impulse zu bleiben. Der Austausch mit Kolleg*innen sowie das starke Netzwerk innerhalb der Stadt Zürich waren dabei von unschätzbarem Wert. So entstand Schritt für Schritt eine Vision, die das neue Riedtli prägen soll: eine Schule, die als lebendige Gemeinschaft von Schüler*innen, Eltern, Lehrpersonen und Betreuungspersonal getragen wird.
Bereits früh hat der Vorstand des Elternrats der Schule Weinberg-Turner, von wo die meisten Kinder ins neue Riedtli kommen, den Kontakt zu uns gesucht. Der regelmässige Austausch im vergangenen Jahr war sehr bereichert und hat gezeigt, wie wertvoll eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ist. Auch wenn die Schüler*innen bisher noch nicht aktiv am Aufbau beteiligt waren, wird sich das ab dem 18. August grundlegend ändern – wir freuen uns darauf, ihre Stimmen und Ideen künftig noch stärker einzubinden.
Besonders stolz sind wir darauf, dass das Riedtli als eine von vier Pilotschulen in Zürich den FREI DAY einführt. Dieses innovative Lernformat gibt unseren Überzeugungen und Ideen für zeitgemässes Lernen den nötigen Raum und Rahmen. Partizipation steht dabei im Zentrum: Wir möchten intrinsisch motiviertes Lernen ermöglichen – frei von Beurteilungsstress, aber voller Sinn und Begeisterung.
Für das Team des Weinberg-Turner bedeutete der Übergang eine besondere Situation: Das bestehende Kollegium teilt sich zum Schuljahresende, was viele mit Abschied und Reflexion über die eigene berufliche Situation konfrontierte. Gleichzeitig bot dieser Prozess die seltene Gelegenheit, Einblicke in eine andere Schule zu gewinnen, voneinander zu lernen und neue Perspektiven zu entwickeln.
Natürlich verlief nicht alles reibungslos. Gerade die administrativen Abläufe sind oft nicht auf die Eröffnung einer neuen Schule ausgelegt und stossen rasch an ihre Grenzen. In solchen Momenten sind wir besonders dankbar für die Unterstützung und das Engagement aller Beteiligten – sei es in der Verwaltung, im pädagogischen Bereich oder in der Betreuung. Ihr Einsatz und ihre positive Grundhaltung tragen massgeblich dazu bei, dass wir gemeinsam vorankommen.
Dass wir in den ersten vier Sommerferienwochen das Schulhaus noch nicht betreten können, weil noch gebaut wird, sehen wir als willkommene Gelegenheit, innezuhalten und Kraft zu schöpfen. So können wir nach einer wohlverdienten Pause mit frischer Energie und voller Vorfreude in das Abenteuer Riedtli starten.
Allen, die uns auf diesem Weg begleiten und unterstützen, gilt unser herzlicher Dank. Gemeinsam gestalten wir eine Schule, in der Lernen, Menschlichkeit und Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen – und darauf dürfen wir alle stolz sein.