In sechs Schulkreisen ist die HPS aktuell in der Regelschule beheimatet, so auch im Schulkreis Waidberg. Zunächst war der Mangel an Platz – und ein fehlender Neubau – der Grund für die Integration der HPS-Klassen in den Regelschulhäusern, später wurde dieser Ansatz zum Konzept der HPS Zürich und immer weiter ausgebaut. Damit sollen die Schüler*innen wohnortnah beschult, die Integration gefördert und Berührungsängste abgebaut werden.
Im Schulkreis Waidberg wird diese Vision schon seit mehr als 15 Jahren im Schulhaus Vogtsrain gelebt. Mit zwei Klassen (Unterstufen/Mittelstufe) und einem Kooperationskindergarten ist die HPS ein fester Bestandteil der Primarschule Vogtsrain.
Der Teilnahme an gemeinsamen Anlässen wie Sporttag, Sommerpicknick, Projektwoche, Erzählnacht etc. geht eine gemeinsame Planung von Regelschule und HPS voraus. Um sicherzustellen, dass die Bedingungen allen Schüler*innen eine Teilhabe ermöglichen, werden Strukturen und Abläufe durch Piktogramme und Gebärden unterstützt und angepasst. Regelschüler*innen sowie Lehrpersonen lernen beispielsweise, beim traditionellen Weihnachtssingen die Lieder mit Gebärden zu begleiten. Dies ist eine wunderbare Gelegenheit, Hemmschwellen abzubauen, Kommunikation aufzubauen und gegenseitiges Verständnis und Identifikation zu schaffen.
Zur Schulhauskultur gehören ebenso Gefässe wie Denkwege-Anlässe, Konfliktlotsen, Schüler*innenrat sowie Forscher*innen-Gruppen, die Teil eines Partizipationsprojektes im Schulhaus sind, bei dem Schüler*innen beider Schulformen vertreten sind. Begegnungen werden auch im Unterricht und in der Betreuung ermöglicht. So werden gemeinsame Ausflüge geplant, Bewegungslandschaften gemeinsam erkundet, Fachinputs für Lehrpersonen angeboten, Teilintegrationen ermöglicht oder im Rahmen eines Znünikiosks Kontakte geknüpft und Kommunikationsanlässe geschaffen. Einzelne Schüler*innen der HPS verbringen zudem die Mittagszeit begleitet im Regelhort. Das Zusammenleben wird so zu einer Bereicherung und einem Lernfeld für alle.
Im Kooperationskindergarten Wettingertobel arbeiten die Kindergärtnerin und die Heilpädagogin der HPS eng zusammen, um die alltäglichen Rituale und gemeinsamen Unterrichtsinhalte für die Kinder beider Klassen vorzubereiten und zu rhythmisieren. Kooperation muss hier nicht explizit gesucht werden, sie findet quasi automatisch statt und ist Teil des kooperativen Konzeptes.
Jegliche Kooperationsformen bedingen von allen Seiten ein hohes Mass an Flexibilität, gegenseitigem Verständnis, zusätzlichem Engagement und vor allem viel Herzblut. Auch auf Leitungsebene ist die Kooperation etabliert: Regelmässig werden aktuelle Themen aus der Planung, Vernetzung sowie Haltungen an der «Cockpitsitzung» besprochen.
Im August 2025 wird ein weiterer Standort der HPS im Schulkreis Waidberg eröffnet. Im Schulhaus Riedtli, in dem bis jetzt die Sekundarstufe beheimatet war, startet die HPS gemeinsam mit der Primarschule. Die Auf- und Umbauarbeiten sind schon in vollem Gange. Sobald die Sekundarstufe in das neue Schulhaus Brunnenhof gezogen ist und die Umbauarbeiten abgeschlossen sind, kann in der letzten Woche der Sommerferien das Schulhaus bezogen werden.
Auf jedem Stock wird eine der drei HPS-Klassen sein und Teil eines Clusters mit zwei bis drei Klassen der Regelschule bilden. An wöchentlichen Projekttagen wird zusammen an gemeinsamen Themen gearbeitet. Eine offene Schulhauskultur soll die Teilintegrationen von Schüler*innen der HPS und die Unterstützung in ISR-Settings ermöglichen. Wie im Schulhaus Vogtsrain werden gemeinsame Anlässe geplant und durchgeführt, um so das Schulleben für alle Beteiligten zu bereichern.
Das Ziel der Schule Riedtli ist es, dass jedes Kind nach seinen individuellen Bedürfnissen gefördert werden kann.