Noch vor vier Jahren, als der bevorstehende Umzug der Schule Riedtli ins Radiostudio Brunnenhof konkrete Formen annahm, mochte niemand von den Erwachsenen sich mit dem Gedanken anfreunden – geschweige denn, sich ernsthaft damit befassen. Zu gerne arbeiteten wir im überschaubaren und vertrauten Riedtli. Für die Jugendlichen war es sowieso uninteressant, denn in vier Jahren wären sie längst weitergezogen. Das hat sich in den letzten Monaten aber grundlegend geändert: Im Riedtli liegen zwar Wehmut, jedoch ebenso Vorfreude und gespannte Erwartung in der Luft.
Betrachtet man die neue Schule Brunnenhof von aussen, mag diese Aussage einer Schülerin nachvollziehbar sein. Zu sehen ist ein Hochhaus mit einem Nebentrakt, was nicht zwingend der gängigen Idealvorstellung von einer Schule entsprechen mag. Doch das Leben findet im Haus statt und deshalb haben wir uns bereits vor eineinhalb zusammen mit dem Team und den Schüler*innen Gedanken darüber gemacht, was wir vom «Riedtligeist» mitnehmen wollen und wie wir die Chance des Neubeginns packen können. Dabei mussten die Architektur des Hauses und die künftige Vergrösserung der Schule Brunnenhof mitbedacht werden.
Für die Schüler*innen war klar, dass es weiterhin möglichst viele Lager, Ausflüge und besondere Anlässe geben soll, doch auch der Pausenkiosk mit einem ansprechenden Angebot stand hoch oben auf der Prioritätenliste. Die Vorarbeiten der Schulleitung, Lehr- und Betreuungspersonen fokussierten in verschiedenen Arbeitsgruppen die neuen Abläufe, die ein sechsstöckiges Gebäude verlangt. Die Überarbeitung und Anpassung der bestehenden Organisation an die jahrgangsdurchmischten Clusterstrukturen oder auch die Regeln, die im neuen Schulhaus gelten sollen, wurden in verschiedenen Gremien sorgfältig diskutiert. Wenn immer möglich, holten wir Stimmen von Jugendlichen und Eltern ein. Auch der Befürchtung von Arthur, «jeden Tag rauf- und runterlaufen wird echt anstrengend!», musste Rechnung getragen werden: So werden sich die Schüler*innen während der Unterrichtszeit möglichst oft in «ihrem Cluster», auf ihrem Stockwerk, aufhalten, wo sie primär daheim sind und die Jugendlichen und Lehrpersonen gut kennen.
Das stimmt. Da es auch in der Schule Riedtli noch bauliche Anpassungen für die künftige Primarschule geben muss, werden wir bereits drei Wochen vor den Sommerferien mit unserem Umzug beginnen. Für die dritte Sekundarschule wird das Sonderprogramm mit einem Umwelteinsatz auf der Axalp beginnen. Danach bleiben die drei Klassen in einigen wenigen Zimmern im Riedtli und beenden ihre Schulzeit mit ihren Lehrpersonen auf der «Baustelle Riedtli». So rücken die Schüler*innen bereits vor den Sommerferien nahe an die reale Arbeitswelt! Natürlich gibt es auch noch eine Abschlussreise, das sauer verdiente Geld aus dem Einsatz für den Pausenkiosk während des vergangenen Schuljahres muss schliesslich investiert werden.
Mit den Schüler*innen der ersten und zweiten Sekundarschule werden wir die Clusterräume so einrichten, dass sich die Jugendlichen auf den Einstieg nach den Sommerferien freuen können. Damit das Beziehen des neuen Hauses möglichst ruhig ablaufen kann, haben wir für zwei Wochen in Fiesch Häuser und Sportplätze reserviert, so dass alle eine Woche Zügelprogramm haben und eine Woche nach Fiesch dürfen. Während dieser Zeit wird die Betreuung bereits im Brunnenhof arbeiten und so hoffen wir, die Erwartungen der Jugendlichen erfüllen zu können.
Dieser Satz wurde von den Erwachsenen unzählige Male ausgesprochen und bewahrheitete sich schliesslich. Ein Wasserschaden im sechsten Stock des Hochhauses Mitte Mai stoppte die Arbeiten und zwang uns, unsere Planung laufend anzupassen. Zentral ist und bleibt, dass das Programm mit den Schüler*innen durchgeführt werden kann und sich die Jugendlichen auf das neue Gebäude freuen. Auf Wunsch der Jugendlichen spazierten wir mit der ganzen Schule am 18. Juni vom Riedtli in den Brunnenhof, wo die Schüler*innen einen ersten Augenschein nehmen konnten. Die grosszügige, helle Eingangshalle begeisterte die Jugendlichen und auch die Räumlichkeiten der Betreuung stiessen auf Wohlwollen. Sie bieten Möglichkeiten, von denen wir im Riedtli träumten! Mit diesem Schulhaus wird der längere Schulweg, der von einigen Jugendlichen als grösster Nachteil genannt wurde, in den Hintergrund rücken.
Das ist im Moment gefordert. Doch dank einer frühzeitigen Planung und der guten Zusammenarbeit von Unterricht und Betreuung werden wir den Umzug stemmen und im Schuljahr 25/26 in einem schönen und zudem architektonisch wichtigen Gebäude das neue Schuljahr starten. Allen Interessierten zeigen wir unsere neue Schule dann am Tag der offenen Tür, am 25. Oktober 2025.