Was ist ein Aderhautmelanom?
Das Aderhautmelanom ist ein seltener, bösartiger Tumor des Auges. Er entsteht aus pigmentierten Zellen der Aderhaut – einer gut durchbluteten Gewebeschicht zwischen Netzhaut und Lederhaut. Biologisch unterscheidet sich das Aderhautmelanom deutlich vom bekannten Hautmelanom.
Unbehandelt kann der Tumor wachsen, die Sehfunktion beeinträchtigen und in seltenen Fällen Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen bilden. Eine frühzeitige, gezielte Behandlung ist daher von großer Bedeutung.
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine spezialisierte augenärztliche Untersuchung. Dazu gehören unter anderem:
- Untersuchung des Augenhintergrundes
- Ultraschalluntersuchung des Auges
- Optische Kohärenztomographie (OCT)
- Weitere bildgebende Verfahren je nach individueller Situation
Diese Untersuchungen ermöglichen eine präzise Beurteilung von Grösse, Lage und Ausdehnung des Tumors.
Ist ein Aderhautmelanom lebensbedrohlich?
Das Aderhautmelanom ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Bei den meisten Patient*innen liegen zum Zeitpunkt der Diagnose jedoch keine Metastasen vor. Durch eine konsequente Behandlung und regelmässige Nachsorge kann das Risiko bestmöglich überwacht werden.
Kann das Auge erhalten werden?
In vielen Fällen ist heute eine augenerhaltende Therapie möglich. Ziel der Behandlung ist es, den Tumor wirksam zu kontrollieren und gleichzeitig das Auge sowie – wenn möglich – die Sehfunktion zu erhalten.
Beeinflusst die lokale Therapie das Risiko für Metastasen?
Die lokale Behandlung des Tumors dient der Kontrolle der Erkrankung im Auge. Das Risiko einer Metastasierung wird dadurch nicht erhöht oder vermindert, weshalb regelmässige internistische Kontrollen weiterhin wichtig sind.
ZAP-X®-Radiochirurgie – unsere Therapieoption
Am Stadtspital Zürich wird das Aderhautmelanom ausschließlich mit der hochpräzisen ZAP-X®-Radiochirurgie behandelt.
Die Radiochirurgie ist eine moderne, nicht-invasive Form der Strahlentherapie. Sie ermöglicht eine einmalige, hochpräzise Bestrahlung des Tumors, ohne dass ein chirurgischer Eingriff am Auge notwendig ist.
Was ist die ZAP-X®-Radiochirurgie?
Das ZAP-X®-System ist ein innovatives, speziell entwickeltes Radiochirurgie-System. Es nutzt hunderte fein gebündelte Strahlen aus unterschiedlichen Richtungen, die sich millimetergenau im Tumor treffen. Dadurch entfaltet sich die therapeutische Wirkung gezielt im Tumor, während das umliegende gesunde Gewebe bestmöglich geschont wird.
Die gesamte notwendige Strahlendosis wird in einer einzigen Behandlungssitzung verabreicht.
Vorteile der ZAP-X®-Radiochirurgie
- Keine Operation am Auge
- Keine Schnitte oder Nähte
- Schmerzfreie Behandlung
- Ambulante Durchführung
- Einmalige Behandlungssitzung
- Sehr hohe Zielgenauigkeit im Submillimeter-Bereich
- Maximale Schonung umliegender empfindlicher Strukturen
1. Ärztliches Beratungsgespräch
In einem ausführlichen Gespräch erläutert Ihr Behandlungsteam die Diagnose, das Therapieprinzip sowie Chancen und mögliche Risiken. Gemeinsam wird entschieden, ob die ZAP-X®-Behandlung für Sie geeignet ist.
2. Bildgebung und Vorbereitung
Zur exakten Bestrahlungsplanung werden spezielle bildgebende Untersuchungen durchgeführt. Zusätzlich wird eine individuell angepasste Maske zur Fixierung des Kopfes angefertigt, um eine maximale Präzision während der Behandlung zu gewährleisten.
3. Individuelle Bestrahlungsplanung
Auf Basis der Bilddaten wird ein massgeschneiderter Bestrahlungsplan erstellt. Dabei wird der Tumor millimetergenau erfasst und das gesunde Gewebe bestmöglich geschützt.
4. ZAP-X®-Behandlung
- Dauer: bis zu 60 Minuten Durchführung: ambulant Schmerzfrei
- Ruhige Lagerung in bequemer Position
Während der gesamten Behandlung stehen Sie in Kontakt mit dem Behandlungsteam. Die Therapie kann jederzeit unterbrochen werden.
5. Nachsorge
Regelmässige augenärztliche Kontrollen sind wichtig, um den Behandlungserfolg zu überwachen. Diese erfolgen in enger Abstimmung mit Ihrer behandelnden Augenärztin oder Ihrem behandelnden Augenarzt.
Mögliche Auswirkungen der Behandlung
Ziel der Therapie ist die dauerhafte Kontrolle des Tumors. In den Monaten nach der Behandlung kommt es meist zu einer langsamen Schrumpfung des Tumors. Häufig bleibt eine Narbe im ehemaligen Tumorbereich zurück.
Mögliche Veränderungen des Sehens hängen unter anderem von Grösse und Lage des Tumors ab. Ihr Behandlungsteam informiert Sie individuell über zu erwartende Effekte.