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Ozon

Ozon (O3) ist ein normaler Bestandteil der Atmosphäre. In höheren Schichten (Stratosphäre) schützt es das Leben auf der Erde vor der schädlichen UV-Strahlung der Sonne. In den tieferen Luftschichten gefährdet es als wichtigster Bestandteil des Sommersmogs den Menschen und seine Umwelt. Hier bildet sich Ozon unter dem Einfluss des Sonnenlichts aus Stickoxiden (NOx) und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Dabei kommt den Abgasen des Motorfahrzeugverkehrs die grösste Bedeutung zu.

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Symbolbild Sommertag

Grenzwerte

Langzeitgrenzwert: 98 % der 1/2-h-Mittelwerte eines Monats <= 100 µg/m³
Kurzzeitgrenzwert: 120 µg/m³ im 1-Stunden-Mittel (maximal 1 Überschreitung pro Jahr)

Belastungssituation

In der Stadt Zürich kommt es im Sommerhalbjahr immer noch häufig zur Überschreitung des Grenzwertes. Die höchsten Ozonkonzentrationen werden dabei in der Umgebung von Ballungsgebieten erreicht. An ländlichen, wenig vom Verkehr beeinflussten Standorten bleibt die O3-Belastung nachts länger erhalten. In der Stadt kann hingegen ein vollständiger Abbau stattfinden, da Ozon durch andere Schadstoffe aufgelöst wird. 

Ozonspitzenwerte von über 200 µg/m³, wie sie in den 90er Jahren noch öfters registriert wurden, treten heute dank der Emissionsreduktion von Stickoxiden und VOC nur noch im Ausnahmefall auf. 

Überschreitungen des Ozon-Stundenmittelgrenzwertes
Überschreitungen des Ozon-Stundenmittelgrenzwertes

  

Die Emissionen der Ozonvorläuferschadstoffe Stickoxide NOx und flüchtige organische Stoffe VOC konnten in den letzten 15 Jahren erheblich gesenkt werden. Dennoch hat sich die jährliche Anzahl Überschreitungen des 1h-Grenzwertes seit 1990 nur wenig verändert. Zu sehen sind vor allem die wetterbedingten Schwankungen. Aus der Reihe tanzt das Hitzejahr 2003 mit rund doppelt soviel Überschreitungen. Auch die heissen Sommer in den Jahren 2006 und 2015 haben ihre Spuren hinterlassen.

Höchstes Stundenmittel Ozon
Höchstes Stundenmittel Ozon

Seit 1995 sind an der Messstation Stampfenbachstrasse nur noch vereinzelt Spitzenwerte über 200 μg/m³ registriert worden. Selbst im Sommer 2003 erreichte der höchste Stundenwert «nur» 208 μg/m³, trotz enorm ozonfördernder Bedingungen. Zu dieser Abnahme der Spitzenkonzentrationen haben die Emissionsminderungen der vergangenen 20 Jahre entscheidend beigetragen.

Wirkung

Ozon ist ein Reizgas, das die Atemwege belastet. Wegen seiner geringen Wasserlöslichkeit kann es tief in die Lungen eindringen. Dort kommt es mit Gewebe in Kontakt, das nicht durch eine Schleimschicht geschützt ist. Mögliche Folgen sind – je nach Dauer der Belastung und Konzentration – Atemnot, Bronchitis und eine schlechtere Lungenfunktion. Auch Kopfschmerzen, Kratzen im Hals und Augenbrennen treten in Sommersmog-Episoden vermehrt auf. Einige Stunden nach der Ozon-Spitze lassen diese Wirkungen jedoch wieder nach. Langzeitschäden durch Ozon allein sind nicht zu erwarten. Bei höheren Ozonkonzentrationen, etwa ab 180 bis 200 µg/m³, kann bei mehrstündigen körperlichen Anstrengungen im Freien die körperliche Ausdauerfähigkeit reduziert werden.

Hohe Ozonbelastungen haben auch Auswirkungen auf landwirtschaftliche Kulturen. Pflanzen und Bäume werden geschädigt, es kommt zu Ertragseinbussen.

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