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Neubau Sekundarschulhaus im Isengrind

stadt-zuerich.ch/bau-imisengrind

Das Quartier Zürich-Unteraffoltern ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Mit der neuen Sekundarschule Im Isengrind soll das Schulraumangebot für die Oberstufe bis 2025 um 20 Klassen erweitert werden. Nebst Betreuungsangebot mit Mensa ist auch eine Doppelsporthalle geplant.

Visualisierung der Aussenansicht Schulanlage im Isengrind mit Blick auf den Haupteingang
Schulanlage im Isengrind, Blick auf die Fassade mit Haupteingang (Visualisierung: Nightnurse Images AG, Zürich)

  • Bauherrschaft
    Stadt Zürich
  • Eigentümervertretung
    Immobilien Stadt Zürich
  • Bauherrenvertretung
    Amt für Hochbauten
  • Generalplanung und Architektur
    MSA Meletta Strebel Architekten AG, Zürich
  • Landschaftsarchitektur
    Freiraumarchitektur GmbH, Luzern
  • Holzbauingenieurwesen
    Pirmin Jung Schweiz AG, Sargans

  • Auswahlverfahren
    Architekturwettbewerb im offenen Verfahren nach SIA 142 (einstufig, anonym), 2020
  • Politischer Prozess
    Objektkredit durch Gemeinderat genehmigt
    Volksabstimmung: September 2022
  • Objektkredit
    CHF 80,6 Mio.
  • Bauzeit
    2022-2025

Das Quartierbild von Affoltern hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Es wurde sehr viel gebaut – mit den Siedlungen Aspholz Nord, Ruggächern und Wolfswinkel wurden neue Wohnbauprojekte realisiert, gleich zwei neue Schulhäuser wurden gebaut: Neubau Schulanlage Blumenfeld (2016) und Ersatzneubau Schulanlage Schauenberg (2019). Bereits in den 1960er-Jahren erfuhr das Gebiet Unteraffoltern eine ähnlich prägende Veränderung. Im Rahmen der städtischen «Wohnbauaktion 1966» wurden im Jahr 1969 die städtischen Wohnsiedlungen «Unteraffoltern I» von Niehus/de Stoutz/Adam und «Unteraffoltern II» mit den beiden quartiersprägenden Wohnhochhäusern von Georges-Pierre Dubois erstellt. Später kamen in dem Gebiet die Primarschule Im Isengrind, die Sportanlage Fronwald, die Wohnsiedlung «Unteraffoltern III» und das jüngst instandgesetzte Alterszentrum mit Alterswohnungen Wolfswinkel hinzu.

In der Mitte dieses Gebiets ist nun die neue Sekundarschulanlage Im Isengrind geplant. Mit der wachsenden Bevölkerung im Quartier Affoltern ist der Bedarf an mehr Schulraum gross – die neue Schule soll daher Platz bieten für 18 Sekundar- und zwei Reserveklassen im Tagesschulbetrieb sowie zwei Sekundarklassen der Heilpädagogischen Schule (HPS). Weiter sind eine grosse Mensa und Räume für den Musikunterricht vorgesehen, die von der benachbarten Primarschule mitgenutzt werden können. Ergänzt wird die Anlage mit mehrheitlich begrünten vielfältig nutzbaren Aussenräumen (darunter Sportfelder und ein Schulgarten) und einer nach BASPO-Norm geplanten Doppelsporthalle mit kleiner Zuschauerinfrastruktur, die ausserhalb der Unterrichtszeiten auch Sportvereinen oder der Quartierbevölkerung zur Verfügung stehen. Verschiedentlich bieten sich auch Synergien mit der angrenzenden Primarschule an, etwa in der Betreuung und im Sportunterricht.

Nachhaltiger Holzbau mit guter CO2-Bilanz

Der aus drei Kuben bestehende viergeschossige Neubau harmoniert dank seiner feingliedrigen Fassade gut mit der bestehenden Überbauung. Über seine moderate Höhe und den zentralen Allwetterplatz schafft er zudem eine Verbindung zur bestehenden Primarschule. Die beiden eingezogenen Eingänge der neuen Sekundarschule dienen auch als gedeckte Pausenplätze. Im Erdgeschoss entsteht ein angemessenes Foyer. Über eine starke Mitte werden die unterschiedlichen Nutzungen erschlossen. Die Gebäudegrundform ermöglicht aber auch eine Abtrennung der Nutzungen, wo dies gewünscht ist, wie zum Beispiel zwischen den Mensen für die Primar- und Sekundarstufe. Die typischen Schulraumcluster – drei Klassenzimmer bilden zusammen mit drei Gruppenräumen einen solchen Cluster – werden über einen zentralen Schulhof im Zentrum der Anlage erschlossen und sind im 2. und 3. Obergeschoss sehr effizient angeordnet. Sie bestehen aus längsausgerichteten gut belichteten Klassenzimmern, Gruppenräumen und einem vielfältig nutzbaren zentralen Raum. Teamzimmer, Spezialräume und Aufenthaltsräume sind im 1. Obergeschoss angeordnet. Die Doppelsporthalle und die Räume für die Musikschule befinden sich in den drei Untergeschossen.

Der Neubau im Minergie-P-ECO-Standard ist in den oberen Geschossen als Holzsystembau mit Holz-Beton-Verbunddecken geplant. Die inneren Trennwände werden in Leichtbauweise ausgeführt und ermöglichen eine flexible Nutzung. Eine umlaufende Holzfassade mit Lisenen in leichter Konstruktionsweise bildet zusammen mit den vorgehängten Brise Soleil und den Fensterelementen die äussere Hülle. Für die Wärme- und Kälteversorgung wird die Schulanlage an den Fernwärmeverbund Wolfswinkel angeschlossen. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach liefert Strom für den Eigengebrauch. 

Ein Beitrag zur Biodiversität leisten die neu zur Pflanzung vorgesehenen einheimischen Baumarten wie Berg- und Spitzahorn, Zitterpappel, Stieleiche und Hainbuche in Ergänzung zum bereits bestehenden Baumbestand. Die Baumpflanzungen und der grosse Anteil an unversiegelten Flächen erhöhen den Kühlungseffekt auf Gebäude und Freiflächen und tragen in Kombination mit den umlaufenden Brise Soleil an der Fassade auch zur Hitzeminderung der Schulanlage bei.

Architekturwettbewerb

Zur Qualitätssicherung von Neubauten setzt das Amt für Hochbauten auf den Architekturwettbewerb. Im Jahr 2020 wurde ein einstufiger, anonymer Architekturwettbewerb im offenen Verfahren gemäss Ordnung für Architektur- und Ingenieurwettbewerbe SIA 142 (Ausgabe 2009) durchgeführt. 59 Teams zusammengesetzt aus Fachleuten der Bereiche Architektur und Landschaftsarchitektur haben einen Projektvorschlag eingereicht. Für Preise und Ankäufe standen 200 000 Franken (exkl. MWST) zur Verfügung.

Das Siegerprojekt «SENSEI» fügt den dreiflügeligen Neubau mit seiner feingliedrigen Fassade gut in bestehende Arealüberbauung mit ihren siedlungsverbindenden Aussenräumen ein. Die neue viergeschossige Sekundarschule ist geschickt auf dem Areal platziert und schafft über ihre moderate Höhe und den zentralen Allwetterplatz eine stimmige Verbindung zur bestehenden Primarschulanlage. Der Neubau im Minergie-P-ECO-Standard wird in vorgefertigten Systemholzbauweise vorgeschlagen. Die überzeugende Aussenraumgestaltung mit minimaler Versiegelung und einem vielfältigen Baumbestand tragen zur Biodiversität und lokalen Hitzeminderung bei.

Situationsmodell SENSEI
Situationsmodell SENSEI (Modellfoto: Dominik Zietlow, Zürich)

SENSEI

1. Rang | 1. Preis
Antrag zur Weiterbearbeitung

  • Architektur
    MSA Meletta Strebel Architekten AG, Zürich
  • Landschaftsarchitektur
    Freiraumarchitektur GmbH, Luzern
  • Holzbauingenieurwesen
    Pirmin Jung Schweiz AG, Sargans

Standort

Schulanlage Im Isengrind
Im Isengrind 15
8046 Zürich

Weitere Informationen

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