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Projekt «Tanz- und Theaterlandschaft Zürich»

Ziel des Projekts «Tanz- und Theaterlandschaft Zürich» war es, eine umfassende, inhaltlich fundierte Grundlage zu schaffen, um die künftige Kulturförderung im Bereich Tanz und Theater diskutieren und festlegen zu können.

Aktuell

Ziel und Organisation des Projekts

Projektdesign mit Übersicht über die Beteiligungselemente
Projektdesign mit Übersicht über die Beteiligungselemente

Die Stadt Zürich will auch in Zukunft eine dynamische Tanz- und Theaterlandschaft mit grossen und kleineren Institutionen und einer lebendigen Freien Szene; mit Akteurinnen und Akteuren mit klaren Profilen, die sich zu einem starken Gesamtbild ergänzen.

Ziel des von der Stadtpräsidentin in Auftrag gegebenen Projekts «Tanz- und Theaterlandschaft Zürich» war es, eine umfassende, inhaltlich fundierte Grundlage zu schaffen, um die künftige Kulturförderung im Bereich Tanz und Theater diskutieren und festlegen zu können. Eine solche Basis fehlte zuvor. In der Zürcher Tanz- und Theaterlandschaft sind seit der letzten Bestandsaufnahme vor 27 Jahren viele Strukturen gewachsen und haben sich entwickelt.

Rund 70 Mitglieder der operativen Leitungen und der Aufsichtsorgane der Zürcher Tanz- und Theaterhäuser sowie Vertreterinnen und Vertreter der Freien Szene und der Verbände haben bei der Einwicklung eines neuen Förderkonzepts mitgearbeitet. Das Projekt wurde von Daniel Imboden, Ressortleiter Theater bei Kultur Stadt Zürich, geleitet. Den Steuerungsausschuss bildeten Stadtpräsidentin Corine Mauch und Kulturdirektor Peter Haerle sowie drei verwaltungsexterne Tanz- und Theaterfachpersonen mit beratender Stimme. Ein externes Expertenteam der Integrated Consulting Group (ICG) mit Sitz in Graz arbeitete am Konzept mit und moderierte den Beteiligungsprozess.

Das Projekt gliederte sich in zwei Hauptteile: Die in einer ersten Projektphase bis Sommer 2017 erstellte Bestandsaufnahme zeigte die Stärken wie auch das Verbesserungspotential der heutigen Tanz- und Theaterlandschaft. Darauf aufbauend wurden in der anschliessenden zweiten Projektphase Vorschläge zur weiteren Stärkung von Qualität und Substanz der Tanz- und Theaterlandschaft erarbeitet und bewertet. Das Projekt wurde im Mai 2018 mit der Präsentation des erarbeiteten Förderkonzepts abgeschlossen.

Erkenntnisse aus der Bestandsaufnahme

Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme und die Dokumentierung ihrer Herleitung (Datenauswertung, Befragung der Beteiligten, ExpertInnen-Interviews etc.) sind im Projekt-Zwischenbericht von ICG vom Juli 2017 zusammengefasst. Er ist online verfügbar auf der Unterseite «Dokumente und Links».

Die Bestandsaufnahme kam zu folgenden Befunden für die Tanz- und Theaterlandschaft, die für die Erarbeitung des Förderkonzepts zentral waren:

  • Die These, dass in Zürich ein Überangebot im Tanz- und Theaterbereich besteht, liess sich durch Fakten nicht erhärten.
  • Die These, dass die Profilierung der entsprechenden Angebote zu wenig klar ist, liess sich ebenfalls nicht erhärten: Überschneidungen kommen vor, ein Überschneidungs-Problem zeigt sich insgesamt aber nicht.
  • Das Angebot im Kinder- und Jugendbereich ist lückenhaft.
  • Der zeitgenössische Tanz ist in Zürich noch nicht genügend verankert.
  • Die kulturpolitische Steuerung durch Leistungsvereinbarungen ist nicht optimal.
  • Das Angebot ist historisch gewachsen, die Durchlässigkeit ist mangelhaft.
  • Die Diversität des Publikums und die Teilhabe der Bevölkerung sind als Themen erkannt, es besteht aber noch Entwicklungsbedarf.
  • Das Fördersystem funktioniert grundsätzlich gut, es gibt aber Potential für Verbesserungen.

Projektergebnis: Förderkonzept

Der Projekt-Schlussbericht von ICG fasst die mit den Beteiligten erarbeiteten Vorschläge für die Entwicklung der Tanz- und Theaterförderung zusammen. Das Dokument informiert auch über Fragen der Konzeptions- und Bewertungsmethode, dokumentiert den Beteiligungsprozess und enthält ein Glossar (verfügbar auf der Unterseite «Dokumente und Links»).

Fünf gezielte Massnahmen zur Stärkung der Tanz- und Theaterlandschaft 

Gestützt auf die Empfehlungen im Projekt-Schlussbericht von ICG sollen die im Folgenden aufgeführten Elemente für die Stärkung der Tanz- und Theaterlandschaft weiterverfolgt werden. Sie werden bis Ende 2018 für die geplante Umsetzung konkretisiert, wobei die beteiligten Tanz- und Theaterschaffenden wiederum angehört werden:

  • Einrichtung Kinder- und Jugendtheater-Haus: Zürich soll einen Aufführungsort erhalten, der auf das Kinder- und Jugendtheater fokussiert. Dieses Haus ist als Umwandlung eines bestehenden Hauses oder als zusätzliche Institution sowie mit eigenem Ensemble oder ohne denkbar. Zudem soll der Bereich Kinder- und Jugendtheater allgemein in den unterschiedlichen Förderinstrumenten gestärkt werden.
  • Stärkung Tanz: Die Förderung des Zürcher Tanzschaffens soll mit gezielten Massnahmen besser verankert werden.
  • Schärfung Leistungsvereinbarungen: Die Gelder der Stadt an die von ihr subventionierten Tanz- und Theaterhäuser sollen an transparentere Aufträge in den Leistungsvereinbarungen gebunden sein – mit dem Ziel, die einzelnen Profile zu klären und zu stärken. Des Weiteren können kulturpolitische Ziele (bspw. bezüglich kultureller Teilhabe) Aufnahme in die Leistungsvereinbarungen finden. Die Erfüllung dieser wird von der Kulturabteilung begleitet.
  • Aufbau Produktionsbüro: Die Freie Tanz- und Theaterszene soll ein Produktionsbüro erhalten. Diese Organisationseinheit entlastet die Tanz- und Theaterschaffenden bei administrativen Aufgaben, die bei der Produktion eines szenischen Projekts entstehen.
  • Unterstützung unkuratierter Raum: Für die Freie Tanz- und Theaterszene soll es einen Aufführungsraum für niederschwellige und spontane Formate und Experimente geben. Die geplante Spielstätte soll durch die Kulturschaffenden selbst organisiert werden.

Prüfung eines neuen Steuerungsmodells: Konzeptförderung

Schematische Darstellung des im Projekt-Schlussbericht favorisierten Steuerungsmodells
Schematische Darstellung des im Projekt-Schlussbericht favorisierten Steuerungsmodells

Neben den gezielten Massnahmen wurden auch Steuerungsmodelle für die Förderung erarbeitet. Der Schlussbericht favorisiert ein Modell, das als zentrales Element eine periodisch wiederkehrende Konzeptförderung beinhaltet. Diese sieht vor, die Zürcher Tanz- und Theaterlandschaft in einen festen Teil und einen flexiblen Teil zu unterscheiden. Die dem flexiblen Teil zugeordneten Häuser könnten sich ebenso wie die AkteurInnen der Freien Szene für die Konzeptförderung bewerben. Eine vom Stadtrat gewählte Fachjury soll die eingereichten Konzepte prüfen und zuhanden des Stadtrats Förderempfehlungen abgeben. Bei einer Zusage soll jeweils eine Leistungsvereinbarung für vier bis sechs Jahre bestimmt werden.

Mit dem Instrument der Konzeptförderung wird sich die Förderung im Tanz- und Theaterbereich beträchtlich verändern. Das Potential dieses Modells liegt darin, die Zukunftsfähigkeit und Beweglichkeit der Tanz- und Theaterszene zu stärken – ohne gleichzeitig die Stabilität der Gesamtlandschaft zu gefährden. Zudem soll es Chancengleichheit herstellen, indem zum gleichen Zeitpunkt mehrere Konzepte miteinander verglichen werden. Bis Ende Jahr soll mit den Beteiligten geklärt werden, wie dieses Steuerungsmodell für Zürich idealerweise organisiert sein müsste. Dann wird der Stadtrat über die Umsetzung entscheiden.

Ausblick

Die bis Ende 2018 zu konkretisierenden und für die Umsetzung bestimmten Neuerungen in der Tanz- und Theaterförderung sollen im nächsten städtischen Kulturleitbild (für die Jahre 2020 bis 2023) Eingang finden. Dieses wird im Juni 2019 publiziert. Danach werden die zu-ständigen politischen Instanzen – Stadtrat, Gemeinderat oder Stimmberechtigte – über die definitive Umsetzung entscheiden. Eine Umsetzung erster Massnahmen ist ab 2020 realistisch, die allfällige Einführung des Steuerungsmodells mit der Konzeptförderung ab 2022.

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