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Medienmitteilungen

22. Oktober 2013

Positive Zwischenbilanz zur Neuregelung der Strassenprostitution

Durch die Überführung der Strassenprostitution am Sihlquai in den kontrollierten Rahmen des Strichplatzes Depotweg wollte der Stadtrat die Strassenprostitution stadtverträglicher machen und die Arbeitsbedingungen der Prostituierten verbessern. Gemäss den ersten Erfahrungen scheint diese Strategie aufzugehen.

Die Reduktion der Strassenstrichzonen und die Eröffnung des Strichplatzes am Depotweg in Zürich-Altstetten am 26. August brachten für die Stadtbevölkerung positive Veränderungen. Dank dem Strichplatz konnte der Strassenstrich am Sihlquai problemlos aufgehoben werden. Verlagerungstendenzen in andere legale Strassenstrichzonen, in Gebiete ausserhalb des Strichplans und auf den Strassenstrich in anderen Regionen der Schweiz sind bis anhin nicht feststellbar. In der Umgebung des Strichplatzes Depotweg sorgt die Stadtpolizei erfolgreich für Ordnung und Sicherheit.

Betrieb des Strichplatzes im Rahmen der Erwartungen

Bezüglich des Betriebs auf dem Strichplatz waren und bleiben die Erwartungen der Stadt für die ersten Monate bescheiden, aufgrund der hohen öffentlichen Aufmerksamkeit und weil es eine gewisse Zeit braucht, bis die Veränderungen sich einspielen. Sozial- und Polizeidepartement rechnen auch in Zukunft mit einem gewissen Auf und Ab und gehen davon aus, dass sich das neue Regime frühestens nach rund einem halben Jahr voll etablieren wird.

Die Autos, die über den Strichplatz fahren, und die Boxenbesuche werden nicht gezählt. Grob geschätzt, fuhren in den ersten zwei Monaten pro Abend 50 bis 100 Fahrzeuge über die Rundstrecke – bei grossen Schwankungen aufgrund der Wochentage und des Wetters. Rund die Hälfte der Fahrzeuge besuchte bis anhin die Steh- oder Autoboxen. Gemäss den verkauften Tagesbewilligungen arbeiten pro Abend im Durchschnitt vierzehn Sexarbeiterinnen auf dem Strichplatz, was gegenüber dem Sihlquai eine Reduktion um gut die Hälfte bedeutet. Diese Zahlen ergeben sich daraus, dass die Vermischung von Strassenprostitution und Ausgangsszene, die am Sihlquai zu gravierenden Problemen geführt hatte, nun verhindert werden kann. Auffällig ist die grössere Bandbreite hinsichtlich Herkunftsländern und Aufenthaltsstatus der Sexarbeiterinnen auf dem Strichplatz. Am Sihlquai waren in den letzten Jahren primär ungarische Prostituierte tätig gewesen, andere Prostituierte waren von ungarischen Zuhältern verdrängt worden. Das ist auf dem Strichplatz nicht mehr möglich.

Deutlich verbessert hat der Strichplatz Depotweg die Sicherheit und den Gesundheitsschutz für die Sexarbeiterinnen: Die Präsenzzeiten der Betreuerinnen der Frauenberatung Flora Dora wurden von 24 auf 35 Stunden pro Woche ausgedehnt, und ein Pavillon bietet Möglichkeiten für individuelle Beratung und medizinische Versorgung und verfügt auch über einen Raum für ärztliche Untersuchungen. Die Platzordnung und der Personaleinsatz von Flora Dora und von sip züri haben sich bis anhin bewährt. Die Platzordnung wird mit Augenmass angewendet, ermöglicht aber die Durchsetzung geeigneter Rahmenbedingungen für einen reibungslosen Betrieb und des Jugendschutzes.

Bevölkerung und Sexarbeiterinnen sind besser geschützt

Der Strichplatz und der Strichplan sind Bestandteile eines Massnahmenpakets zur Prostitution, das der Stadtrat im Mai 2011 verabschiedet hatte. Mit einem Bündel koordinierter Massnahmen von Polizei, Sozialwesen und Gesundheitsbereich arbeitet die Stadt seither auf das Ziel hin, dass das Prostitutionsgewerbe in stadtverträglicher Weise und unter Achtung der Menschenwürde ausgeübt werden kann. Gemäss den ersten Erfahrungen mit dem neuen Regime scheint die Strategie für die Strassenprostitution aufzugehen: Sicherheit und Gesundheitsschutz der Sexarbeiterinnen haben sich ebenso verbessert wie der Schutz der Bevölkerung vor den negativen Auswirkungen der Strassenprostitution.




Thema: Gesundheit, Sicherheit, Soziales

Organisationseinheit: Sozialdepartement, Sicherheitsdepartement