Jahresberichterstattung

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Hohe Erledigungsquote: 65% der Schlichtungsgesuche erfolgreich erledigt

Medienmitteilung zum Jahresbericht 2014

Bevor die Parteien das Gericht anrufen, geht in den meisten zivilrechtlichen Streitigkeiten ein Schlichtungsverfahren beim Friedensrichteramt voraus. Auch wenn die Aussage «bewährt» oft in anderen Zusammenhängen immer wieder gerne verwendet wird, darf behauptet werden, dass sich die am 1.1.2011 in Kraft getretene Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO) – und damit das Friedensrichterfahren – äusserst bewährt und nachhaltig ist.

Im vergangenen Jahr sind in der Stadt Zürich im Vergleich mit den Jahren 2012 und 2013 etwas weniger Schlichtungsgesuche eingereicht worden. Die total 3‘222 eingereichten Schlichtungsgesuche entsprechen dabei dem Niveau von 2011. Eine stichhaltige Erklärung für diesen leichten Rückgang gibt es nicht.

Gegenüber dem Vorjahr wurden in diesem Jahr mit den total 3‘176 abgeschlossenen Fällen exakt 437 Fällen weniger abgeschlossen. Wiederum ist die Erledigungsquote mit 65 % ausserordentlich hoch. Über zwei von drei eingereichten Schlichtungsgesuchen wurden so erstinstanzlich durch die sechs Friedensrichterämter erledigt.

Die Rechtsuchenden schätzen dieses einfache und schnelle Verfahren und die verbindliche Differenzbereinigung zwischen den Parteien. Der Friedensrichter kann den Parteien dabei die Schwierigkeiten des Prozessverfahrens deutlich vor Augen führen.

Lange Prozesse erfordern einen unverhältnismässig grossen zeitlichen sowie finanziellen Aufwand und kosten Nervenkraft. Überdies werden mit den erfolgreichen Schlichtungsverfahren die oberen Gerichte massgeblich entlastet.

Der Hauptanteil der dem Friedensrichter in den Schlichtungsverhandlungen vorgetragenen Klagen, wo er als Verhandlungsführer auf sich allein gestellt ist, besteht u.a. in Konflikten des alltäglichen Lebens, Forderungsklagen, Konsumentenstreitigkeiten, erbrechtliche Klagen, Nachbarschaftsstreitigkeiten, Abänderung von Unterhaltsklagen, Persönlichkeitsverletzungen usw.

Rund ein Drittel der Klagen betrifft arbeitsrechtliche Streitigkeiten, wie Arbeitszeugnis, Ferienanspruch, Stundenlohn, Bonus- und Gratifikationsansprüche, missbräuchliche Kündigung, Kündigung zur Unzeit, Kündigungsfristen, Konkurrenzverbot, Datenschutz im Arbeitsrecht, Gesamtarbeitsverträge, Schadenersatz usw. Von einer wiederum sehr guten Erledigungsquote darf bei den insgesamt 904 dem Friedensrichter unterbreiteten arbeitsrechtlichen Streitigkeiten gesprochen werden. 542 Gesuche, also 60%, konnten verbindlich erledigt werden.

Der Streitwert aller 3‘176 abgeschlossenen Schlichtungsgesuche beträgt 448 Mio. Franken. Der kleinste Streitwert betrug dabei 25.-, der höchste 97 Mio. Franken.

89% der Schlichtungsverfahren dauerten von Klageeinleitung bis zur Erledigung nicht länger als drei Monate. Von der Möglichkeit eines Mediationsverfahrens anstelle des gerichtlichen Verfahrens wurde kein Gebrauch gemacht.

Fazit: Das Amt des Friedensichters, errichtet im Kanton Zürich am 30. Juni 1800 (!), und damit das Friedensrichterum haben sich bewährt!


28. Januar 2015; Robert Schönbächler, Präsident Bezirksverband Zürich

Der Jahresbericht 2014 steht auch als Download zur Verfügung.


Rückfragen jederzeit an:

Robert Schönbächler



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