Muraltengut

Impressionen Muraltengut

  


Historische Darstellung (1794), Ansicht vom See her. Bild: Baugeschichtliches Archiv BAZ
Bild: Giorgio von Arb
Bild: Giorgio von Arb

Beschreibung

Das Muraltengut ist ein vornehmes Landgut mit spätbarockem Konzept. Es ist seit 1943 im Besitz der Stadt Zürich. Zur Entstehungszeit des Muraltenguts war die Enge im Gegensatz zur barocken Stadt eine ländliche Idylle mit verschiedenen Landgütern, die zum Teil herrschaftlichen Charakter aufwiesen. Sie umfassten Baumgärten, Wiesen und sogar Rebberge. Die Städter suchten Naturgenuss, Erholung und Ruhe.

Das Grundstück blieb in all den Jahren in seiner ursprünglichen Grösse erhalten, musste aber markante Eingriffe wie den Verlust des Seeanstosses durch den Bau der linksufrigen Eisenbahnlinie und die Seeaufschüttungen hinnehmen.

Entwicklung

Das Muraltengut wurde zwischen 1777 und 1782 vom Kaufmann und Bauherrn der Stadt Zürich Johannes Werdmüller im spätbarocken Stil gebaut. 1825 ging das Gut an den Bürgermeister Hans Conrad von Muralt, der hier als Präsident der Schweizer Tagsatzung 1840 eidgenössische und ausländische Gesandte empfing.

1924 stand wegen der notwendigen Verbreiterung der Seestrasse der Abbruch des Muraltengutes zur Diskussion. Nach einem monatelangen, leidenschaftlich geführten Kampf gegen den Abbruch wurde eine Projektvariante gutgeheissen, die den Erhalt des Muraltengutes ermöglichte. Daraufhin wurde es von Martin Bodmer gekauft, welcher den Architekten J.A. Freytag mit umfangreichen, sorgfältigen Umbauarbeiten beauftragte.  

1943 erwarb die Stadt Zürich das Muraltengut von Martin Bodmer und nutzt es seitdem zu Repräsentationszwecken. Der Garten ist frei zugänglich.

Von der Schweizerischen Gartenbau-Ausstellung «G59» wurden über 5'000 Rosenstöcke übernommen und mit ihnen auf den weiten Rasenflächen ein Rosarium mit quadratischen Beeten angelegt.

Nutzung

Parkanlage mit Sitzgelegenheiten, Wasserbecken, Rosenbeeten.

Besonderes

Der Garten beeindruckt durch das spannungsvolle Nebeneinander veschiedener Stilrichtungen: An den aus dem späten 18. Jahrhundert stammenden, von der italienischen Renaissance inspirierten symmetrischen Aufgang vor der Hauptfassade stösst die langgestreckte, schnörkellose Geländemodellierung des frühen 20. Jahrhunderts. Die Parkanlage vermittelt angenehme Grosszügigkeit und Ruhe.

Ein seltenes Schmuckstück ist die von Martin Bodmer gepflanzte und kastenförmig geschnittene Lindenreihe, welche die ehemalige Seeuferlinie nachzeichnet und den Garten optisch vom Bahntrassee abschirmt. Der aufwändige Kastenschnitt wird jährlich von Hand ausgeführt und ist in Zürich nur hier zu bewundern.

Anstelle des sanierungsbedürftigen Rosengartens mit seinen Schaubeeten wurde neu ein schlichtes, grosszügig wirkendes Band mit rot blühenden Rosen in die weiträumige Rasenfläche gelegt. Es symbolisiert den «roten Teppich» den die Stadt für ihre Gäste ausrollt.

Wegbeschrieb

Seestrasse
Tram 7 bis Brunaustrasse

Lageplan