Allmend Stettbach: Ein Naturexperiment

Am Anfang war der Boden

Die Allmend Stettbach, eine rund 5 Hektaren grosse Landschaft, entstand aus dem Aushubmaterial des Zürichbergtunnels. Im Jahr 1989 bildete sich nach der Aufschüttung ein Lebensraum, der heute in der Schweiz rar geworden ist: eine grosse Rohbodenfläche. Dieser Zustand glich einer Landschaft, wie sie nach der letzten Eiszeit bei uns vorherrschte. Der rohe, unverwitterte Boden ist für das Pflanzenwachstum extrem ungünstig und gerade dies war das Spannende: Wie würde sich die Fläche entwickeln?

Ein gefundenes Fressen für die Spezialisten

Huflattich

Entstanden ist eine Trockensteppe, welche unzähligen Tieren und Pflanzen als Lebensraum dient. Schon nach wenigen Jahren konnten 157 verschiedene Pflanzenarten gezählt werden. 20 davon sind Arten der sogenannten «Roten Liste» (Liste der vom Aussterben bedrohten Pflanzen- und Tierarten). Es handelt sich vorwiegend um spezialisierte Arten, die sich im Laufe der Evolution an die hier vorherrschenden extremen Bedingungen angepasst haben. Nun zaubert der Huflattich im März gelbe Farbrtupfer in die Landschaft, die Magerwiesen duften nach Thymian und an den Hängen fühlt sich das Gemeine Leimkraut wohl.

Wo ein Reichtum an Pflanzenvielfalt herrscht, finden sich auch viele verschiedene Tiere ein. Es lohnt sich, nach den kleinen Kostbarkeiten Ausschau zu halten.

Tiere erobern das Gelände

Idas Bläuling auf Hornklee

Das abwechslungsreiche Gelände beherbergt zahlreiche Tierarten. Gerade die trockenen, schütteren Rasen entlang der Bahnlinie sind ein idealer Lebensraum für Hummeln, Heuschreckenund Tagfalter. Besonders bemerkenswert ist das Vorkommen des gesamtschweizerisch gefährdeten Idas Bläuling. An Bachlauf, Teich und Tümpeln sind verschiedene Libellenarten anzutreffen.

Rauchschwalbe (Foto: M. Ruppen)

Aber auch Mehl- und Rauchschwalben, die an feuchten Stellen Lehm für den Nestbau sammeln, sind zu beobachten. Am Teich haben sich seit einigen Jahren auch Teichrohrsänger, Gras- und Wasserfrösche eingefunden. Für andere Vogelarten ist der Ort ein wichtiger Rastplatz während des Vogelzugs.
Durch die natürliche Dynamik ist die Fläche stetigen Veränderungen unterworfen. Ein Besuch – das ganze Areal ist für die Nutzung durch Erholungssuchende oder Abenteurer frei zugänglich – lohnt sich immer.

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