Landschaftsentwicklungskonzept Hönggerberg-Affoltern

Ausgangslage

Der Landschaftsraum Hönggerberg-Affoltern ist einem starken Wandel unterworfen. Die grossen Baulandreserven in Affoltern und Seebach, aber auch in Rütihof und bei der Science City der ETH Zürich, werden Schritt für Schritt in Wohnquartiere umgewandelt. Mit der intensiven baulichen Entwicklung steigt der Nutzungsdruck auf die verbleibenden Grünräume deutlich an. Zielkonflikte zwischen unterschiedlichen Landschaftsnutzenden entstehen, wie zum Beispiel zwischen den produzierenden Landwirten und den Erholungssuchenden, aber auch zwischen den Spazierenden und den Velofahrenden oder den Hundehaltenden sowie den Kindern; überdies gilt es, die verbliebenen Landschaftsräume in ihrer Ausdehnung zu erhalten und die wertvollen Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schützen.

Diese vielfältigen und teilweise konträren Ansprüche an die Landschaft unter einen Hut zu bringen waren Ziel des LEK.

Impressionen zum Landschaftsraum und dessen Nutzung

Auf dem Bild sieht man Kühe weiden vor der Überbauung Ruggächern
Landwirtschaft am Stadtrand

Malerische Seenlandschaft mit schön geformtem Terrain und lockeren Gehölzgruppierungen. Im Hintergrund die grossvolumige Überbauung Katzensee.
Katzenseen: Naturparadies am Stadtrand

Jugendliche beim Fussballtraining vor der reizvollen Kulisse der bewaldeten Höhenzüge.
Sportplätze in der Allmend Höngg

Mitwirkungsprozess

In dem 2006 gestarteten LEK-Prozess unter Federführung von Grün Stadt Zürich wirkten rund 140 Personen mit. Neben der Zusammenarbeit mit verschiedenen städtischen und kantonalen Dienstabteilungen und den Nachbargemeinden Regensdorf, Rümlang und Oberengstringen kam auch die lokale Bevölkerung zu Wort. An mehreren Veranstaltungen brachten Vertreterinnen und Vertreter der lokalen Vereine und Interessengruppen sowie der Land- und Forstwirtschaft ihre Ideen und Meinungen in den LEK-Prozess ein. Dieser breite Einbezug war wertvoll, denn dadurch wurde das Verständnis zwischen den Landschaftsnutzenden gefördert und ermöglichte tragfähige und umsetzungsorientierte Ergebnisse.

Impressionen aus dem Mitwirkungsprozess

Ergebnis

Mit der Kenntnisnahme des LEK Hönggerberg-Affoltern durch den Stadtrat im Juli 2011 dient dieses nun als wichtige Planungsgrundlage und wichtiges Koordinationsinstrument für die künftige Nutzung und Entwicklung der ausgedehnten Natur- und Kulturlandschaft am Nordrand von Zürich.

Wichtigste Ergebnisse sind das Zukunftsbild, bestehend aus den Grundhaltungen und dem Vorrangplan, sowie die darauf basierenden rund 160 Massnahmen zur Aufwertung des Landschaftsraums.

Die Erkenntnisse aus dem LEK-Prozess können dem Fachbericht LEK Hönggerberg-Affoltern oder in gekürzter Form dem Faltblatt LEK Hönggerberg-Affoltern entnommen werden.

Als Teilprojekt des LEK wurde zusammen mit den Landwirten ein Vernetzungsprojekt (VNP) für den ökologischen Ausgleich auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen erarbeitet.

Eine enge Koordination hat auch mit dem Waldentwicklungsplan (WEP) Stadt Zürich stattgefunden.

Umsetzung

Die Umsetzung der Massnahmen erfolgt seit 2009 etappenweise entsprechend ihrer Priorisierung. Dabei werden die Anliegen aus dem LEK wo möglich im Zusammenhang mit geplanten Grossprojekten realisiert, wie dies bei den Projekten «Ausbau Nordumfahrung Zürich» (ASTRA) oder beim «Entwicklungsleitbild Unteraffoltern» (AfS) bereits erfolgreich gemacht werden konnte.

Andere Massnahmen werden direkt umgesetzt über vertiefte Planungen und Bauprojekte oder im Rahmen der laufenden Pflege oder durch die Beratung der Akteure. Einzelne Themen wie Abfall-Entsorgung, Parkierung / Ruhender Verkehr oder die Erreichbarkeit zu Fuss und per Velo gelten als Grundsätze. Diese Anliegen sind wie auch die Aussagen des Vorrangplans generell zu berücksichtigen, wenn ein neues Projekt oder eine neue Planung im LEK-Perimeter gestartet wird.

Der Umsetzungsstand der Massnahmen wird periodisch überprüft. Dazu sowie für die effiziente Umsetzung der Massnahmen wird unter der Leitung von Grün Stadt Zürich eine Koordinationsgruppe aufgebaut, in welcher alle relevanten Stellen der Stadt, des Kantons und der Nachbargemeinden vertreten sind.

Impressionen Umsetzung

Schülergruppen pflanzen jeweils einen Hochstamm und verankern diesen mit einem Baumpfahl.
Obstbaumpflanzung mit einer Schulklasse im Rütihof

Die Visualisierung zeigt, wie das Bauwerk bepflanzt und mit der landschaftlichen Umgebung verwoben werden könnte.
Im Rahmen einer Gestaltungsstudie wurde untersucht, wie das Bauwerk in das Landschaftsbild integriert werden könnte.

Kinder und Erwachsene anlässlich einer Standaktion beim Vermitteln von Naturkenntnissen.
Informationsveranstaltung bei der Badi Katzensee

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