Bereits seit 2019 führen die reformierte Kirche Zürich und die Stadt Zürich einen regelmässigen Dialog mit dem Ziel, gemeinsam Projekte von allgemeinem Nutzen zu fördern. Das Pionierprojekt Umbau Kirche Wipkingen ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Die 1909 nach den Plänen von Jacques Kehrer erbaute Kirche Wipkingen wird seit 2019 nicht mehr für kirchliche Zwecke genutzt. Um einen Beitrag zur Deckung des stark wachsenden Schulraumbedarfs im Einzugsgebiet der Schule Waidhalde zu leisten, hat die Stadt Zürich bereits seit 2020 die Sakristei und das ehemalige Pfarrhaus der benachbarten Kirche Wipkingen angemietet. In enger Zusammenarbeit mit der reformierten Kirche und unter Berücksichtigung von denkmalpflegerischen Aspekten wurde die Kirche Wipkingen nun reversibel umgebaut. Die neue Nutzung umfasst Verpflegungs- und Betreuungsräume, eine Bibliothek sowie einen Mehrzwecksaal und einen unbeheizten Sommersaal unter dem Kirchengewölbe, die auch von der Bevölkerung für Veranstaltungen gemietet werden können.
Die Umnutzung verlangte einen schonenden Umgang mit den Kirchenräumen und damit verbunden die Rückbaubarkeit der Umbaumassnahmen. Durch gezielte Eingriffe bleiben die räumlichen Qualitäten und die Raumtypologie der Kirchenräume auch nach dem Umbau in angemessener Form erlebbar. Im Erdgeschoss werden ein reversibler und statisch unabhängig errichteter Mehrzweck-/Singsaal sowie rund herum die Verpflegung/Betreuung und die Bibliothek angeboten. Der Mehrzweck-/Singsaal kann ausserhalb der Unterrichtszeiten auch von der Öffentlichkeit genutzt werden. Im Obergeschoss findet ein grosszügiger Sommersaal unter den unverstellten Kirchengewölben Platz, der diesen besonderen Raum ganz neu erlebbar macht.
Das Umbauprojekt steht für Suffizienz. Die Grösse des Einbaus und das beheizte Volumen im Erdgeschoss sind auf ein Minimum beschränkt und mit einer eingezogenen isolierenden Decke bestückt. Der konsequent einfache Konzeptansatz mit der hölzernen Leichtbaustruktur ist kleinteilig gehalten und bietet der Nutzung entsprechend den Kindern und Jugendlichen räumliche Geborgenheit. Das Obergeschoss ist mehrheitlich unbeheizt und wird so als Raumeinheit in der wärmeren Jahreszeit vielfältig nutzbar. Die Kirchenfenster sorgen für eine angenehme Raumatmosphäre und Belichtung.
Das Pionierprojekt zeigt, wie Kirchenräume würdig weiterentwickelt werden können und mit einfachen Mitteln flexibel nutzbare Räume für die Schule und das Quartier entstehen.
- Bauzeit 2025–2026
- Generalplanung/Architektur Vécsey* Schmidt Architekt*innen, Basel
- Baumanagement Anderegg Partner AG, Zürich
- Bauingenieurwesen Schnetzer Puskas Ingenieure AG, Basel
- Elektroingenieurwesen Schmidiger+Rosasco AG, Zürich
- HLKKS-Ingenieurwesen Grünberg+Partner AG, Zürich
- Bauphysik, Akustik BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich
- Auswahlverfahren Konzeptwettbewerb Architektur im selektiven Verfahren nach SIA 142 mit 10 Teams (einstufig, anonym), März 2023
- Ausführungskredit CHF 9,3 Mio.
- Adresse Wibichstrasse 43, 8037 Zürich