Die Stadt Zürich setzt mit dem Pilotprojekt «Soziale Rezepte» einen neuen Akzent in der Gesundheitsversorgung. Sechs Monate nach Projektstart zieht die Stadt Zürich eine erfreuliche Zwischenbilanz: Über 160 Soziale Rezepte wurden von Juli bis Dezember 2025 im Rahmen des Pilotprojektes ausgestellt. Dabei stehen soziale Belastungen im Fokus, die sich direkt auf die Gesundheit auswirken können.
Mit den sozialen Rezepten (vgl. Medienmitteilung vom 17. April 2024) wird die medizinische Behandlung gezielt um professionelle soziale Unterstützung ergänzt. «Gesundheit bedeutet nicht nur, Krankheiten zu behandeln. Entscheidend ist auch, Menschen bei sozialen Belastungen zu unterstützen, die ihre Gesundheit beeinflussen», sagt Stadtrat und Gesundheitsvorsteher Andreas Hauri.
Ablauf eines Sozialen Rezepts
Das Pilotprojekt findet zurzeit in fünf Ambulatorien des Stadtspitals Zürich statt: der Memory Clinic Waid, der Long-Covid-Sprechstunde Waid, dem Rheumatologischen Ambulatorium Triemli und Waid, dem Adipositas-Zentrum sowie der Dermatologie Europaallee. In diesen Ambulatorien können medizinische Fachpersonen Patient*innen bei Bedarf für ein Erstgespräch mit einer Sozialarbeiterin der Sozialen Dienste Zürich anmelden. In diesem Gespräch wird die Situation der Patientin oder des Patienten besprochen und ein individuelles Soziales Rezept ausgestellt. Je nach Bedarf folgen weitere Sitzungen oder es wird der Kontakt zu einem weiterführenden Angebot hergestellt.
Viele Frauen und junge Menschen
Bei den meisten Rezeptempfänger*innen handelt es sich um Patient*innen in der Altersgruppe zwischen 50 und 64 Jahren. Am zweithäufigsten erhalten Patient*innen zwischen 18 und 34 Jahren Soziale Rezepte. 65 Prozent sind Frauen, 35 Prozent Männer. 74 Prozent der Patient*innen sind nicht oder nicht mehr erwerbstätig.
Vielfältige Beratungsgründe
Zu den häufigsten Beratungsgründen zählen finanzielle Fragen, gesundheitliche Belastungen, Wohnsituationen, Arbeit und Sozialversicherungen. Kann beispielsweise ein*e Patient*in aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr das gewohnte Arbeitspensum leisten, berät die Sozialarbeiterin zu finanziellen oder sozialversicherungsrechtlichen Fragen oder hilft bei der Beantragung von Unterstützungsleistungen: «Für viele Patient*innen ist dieses Gespräch der erste Kontakt zu einer Sozialberatung. Mithilfe der Sozialen Rezepte können wir diese Menschen in belastenden Situationen frühzeitig unterstützen und sie mit den richtigen Fachstellen oder Angeboten vernetzen», sagt Celine Seiler, leitende Sozialarbeiterin des Projekts.
Das Pilotprojekt läuft noch weitere drei Jahre.
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