Die Firmenbefragung der Stadt Zürich ist seit 2005 ein wertvolles Instrument, um die Einschätzungen von Unternehmen und Selbständigen zum Standort Zürich sowie ihre Anliegen und Bedürfnisse zu erfahren. Die Ergebnisse der im Sommer 2025 zum sechsten Mal durchgeführten Firmenbefragung beruhen auf den Antworten von 1499 Unternehmen und Selbständigen. Sie sind veröffentlicht unter stadt-zuerich.ch/firmenbefragung.
Gesamtnote 4,65 von 6 für den Standort Stadt Zürich
Die Gesamtzufriedenheit mit dem Standort Stadt Zürich erreichte den Notendurchschnitt von 4,65. Sie ist leicht tiefer als in den vorherigen Befragungen, aber weiterhin gut. Fast alle Standortfaktoren werden etwas besser beurteilt als in den letzten Befragungen. Nur die Bewertung des Wohnungsangebots ist von der Note 3,0 auf die Note 2,4 gesunken – es wird aber nur von rund der Hälfte der Firmen als für sie wichtig empfunden. Die Steuerbelastung ist für Firmen ein wichtiger Standortfaktor und wird mit der Note 3,0 am zweitschlechtesten (nach dem Wohnungsangebot) bewertet. Die meisten wichtigen Faktoren werden von den Firmen mehrheitlich positiv beurteilt: «Lebensqualität», «Sicherheit im öffentlichen Raum», «Kundenpotenzial/Absatzmarkt» und «Digitale Infrastruktur». Die Zufriedenheit mit dem öffentlichen Verkehr ist nach wie vor hoch, während Aspekte des motorisierten Verkehrs wie in den bisherigen Befragungen deutlich weniger gut beurteilt werden.
Kreislaufwirtschaft und künstliche Intelligenz sind neue Themen
Kreislaufwirtschaft ist ein wichtiges Thema für die Stadt Zürich: Die Anfang 2023 verabschiedete städtische Strategie «Circular Zürich» zielt darauf ab, Ressourcen intelligent zu nutzen und Abfall zu reduzieren. Gemäss eigener Aussage setzen 44 Prozent der befragten Firmen konkrete Massnahmen im Bereich Kreislaufwirtschaft um. Die häufigsten Massnahmen sind die Separatsammlung von Abfall und die Verwendung von Recycling-Material als Rohstoff.
Die Stadt interessiert, wie stark sich die Firmen mit Künstlicher Intelligenz (KI) auseinandersetzen. Einzelne Pilotversuche mit KI werden von fast der Hälfte der befragten Firmen durchgeführt, ein Fünftel setzt sie bereits systematisch über das Unternehmen hinweg ein. Am häufigsten wird KI zur Texterstellung und -bearbeitung verwendet. Die grössten Vorteile liegen aus Sicht der Firmen in Effizienz- und Produktivitätsgewinnen, einer höheren Geschwindigkeit bei der Bearbeitung von Aufgaben sowie in der Automatisierung von Tätigkeiten und Projekten. Als wichtigste Nachteile von KI werden Risiken in Bezug auf Datensicherheit, der Verlust von Kreativität sowie die Fehleranfälligkeit genannt.
Verhaltener Blick in die Zukunft
Bezüglich Erwartungen an die Zukunft sind die Firmen zurückhaltender geworden. Der Anteil der Firmen, die eine abnehmende Attraktivität des Standorts erwarten, hat im Vergleich zu den vorherigen Befragungen deutlich zugenommen auf 33 Prozent – es ist der höchste Wert aller Befragungen. Auch die eigenen Geschäftsaussichten werden von den Firmen vorsichtiger, das heisst eher gleichbleibend (41 Prozent) bis ungewiss (19 Prozent) eingeschätzt.
Weitere Informationen
Anna Schindler
Direktorin Stadtentwicklung Zürich
T +41 44 412 36 62
E-Mail anna.schindler@zuerich.ch