Der Max Frisch-Preis 2026 in der Höhe von 40 000 Franken geht an den österreichischen Schriftsteller Michael Köhlmeier (*1949). In mehr als vierzig Jahren hat er ein unvergleichlich vielfältiges «Œuvre» geschaffen, das Romane, Erzählungen, Essays und Gedichte umfasst. Auf Empfehlung der Max Frisch-Stiftung zeichnet die Stadt Zürich mit ihm einen «kühnen Erzähler und leidenschaftlichen Denker» aus, dessen Werke «mal raumgreifend, mal schmal, immer aber über Wahrheit, Moral und die Gefährdungen unserer demokratischen Kultur» reflektieren.
Köhlmeiers literarische Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Sein Roman «Abendland» (2007), der die politischen, kulturellen und sozialen Umbrüche des 20. Jahrhunderts reflektiert, wurde unter anderem mit dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur ausgezeichnet. 2025 erschien sein Roman «Die Verdorbenen», in dem er sich mit der Natur des Bösen befasst und der auf der Longlist des deutschen Buchpreises stand.
Ozan Zakariya Keskinkılıç erhält Förderpreis
Mit dem Förderpreis in der Höhe von 10 000 Franken wird der in Berlin lebende Schriftsteller und Politikwissenschaftler Ozan Zakariya Keskinkılıç (*1989) ausgezeichnet. In seinem Werk verweben sich queeres Begehren und muslimische Spiritualität zu einem vielstimmigen, poetischen Gewebe. Für sein literarisches Debüt «Hundesohn» erhielt er 2025 den «aspekte»-Literaturpreis.
Wie bei Max Frisch gehe es auch Keskinkılıç «um die Frage, wie Identität sich im Wechselspiel zwischen Selbstbehauptung und Zuschreibung formt und wie die Literatur ein Mittel sein kann, diese Prozesse kritisch zu befragen und neu zu imaginieren», begründet die Max Frisch-Preis-Jury ihre Wahl.
Zum Preis
Mit dem Max Frisch-Preis der Stadt Zürich werden Autor*innen aus dem deutschsprachigen Raum ausgezeichnet, deren Arbeit in künstlerisch kompromissloser Form Grundfragen der demokratischen Gesellschaft thematisiert. Er ist mit insgesamt 50 000 Franken dotiert und wird alle vier Jahre vergeben. Bisher mit dem Max Frisch-Preis ausgezeichnet wurden Tankred Dorst (1998), Jörg Steiner (2002), Ralf Rothmann (2006), Barbara Honigmann (2011) und Robert Menasse (2014). Seit 2018 wird der Max Frisch-Preis als Haupt- und als Förderpreis verliehen, um auch Schriftsteller*innen der jüngeren Generation unterstützen zu können. 2018 ging er an Maja Haderlap (Hauptpreis) und Dorothee Elmiger (Förderpreis). 2022 wurden der Hauptpreis an Jonas Lüscher und der Förderpreis an Enis Maci verliehen. Zuständig für die Jurierung und die Bestimmung der Preisträger*innen ist die Max Frisch-Stiftung an der ETH Zürich. Den Preis und dessen Ausrichtung finanziert die Stadt Zürich.
Die diesjährigen Preise werden am Sonntag, 7. Juni 2026, um 11 Uhr bei einer öffentlichen Feier im Schauspielhaus Zürich übergeben.
Weitere Informationen
Stephanie von Harrach
Ressortleitung Literatur
Kultur Stadt Zürich
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