Grosse Teile der Quartiere Gewerbeschule und Langstrasse sowie ein kleiner Teil des Quartiers Escher Wyss werden in den kommenden Jahren etappenweise mit einem Fernwärmenetz erschlossen: In diesen Gebieten wird der Wärmeverbund KVA und Holz ausgebaut, der Wärme aus der Kehrrichtverwertungsanlage (KVA) Hagenholz und dem Holzheizkraftwerk Aubrugg nutzt.
Die Stadt bietet damit Gebäudeeigentümerschaften und Verwaltungen eine klimafreundliche Heizlösung, die dem kantonalen Energiegesetz entspricht. Vor diesem Hintergrund löst der Wärmeverbund das Gasverteilnetz ab: Im Gebiet zwischen Escher-Wyss-Platz, Hauptbahnhof und Bäckeranlage wird die Gasversorgung für Heizen, Warmwasser und Kochen je nach Standort zwischen 2031 und 2036 eingestellt. Das hat der Stadtrat beschlossen.
Stadtrat Michael Baumer, Vorsteher des Departements der Industriellen Betriebe, erklärt: «Indem wir Gas durch Fernwärme ablösen, setzen wir auf Energie aus lokalen, umweltfreundlichen Quellen. Das trägt zum städtischen Netto-Null-Ziel bei und erhöht die Versorgungssicherheit.» Der Wärmeverbund versorgt bereits seit Jahrzehnten grosse Teile von Zürich-Nord mit Fernwärme und wird zurzeit schrittweise auch in verschiedenen Teilen von Zürich-Mitte ausgebaut.
Wegen der Ablösung des Gasverteilnetzes müssen Gebäudeeigentümerschaften in den betroffenen Arealen der Quartiere Gewerbeschule, Langstrasse und Escher Wyss bestehende Gasheizungen rechtzeitig ersetzen. Das Gleiche gilt für Gaskochherde und andere Geräte, die ans Gasverteilnetz angeschlossen sind. Eingestellt wird die Gasversorgung erst, nachdem die Eigentümerschaften Gelegenheit zum Anschluss an die Fernwärme hatten. Über das genaue Vorgehen und den Zeitplan wird die Stadt Zürich die Betroffenen in den nächsten Wochen direkt informieren. Die Eigentümerschaften erhalten auf mehreren Ebenen Unterstützung: Bei der Energieberatung Stadt Zürich können sie sich individuell zum Ersatz ihrer Heizung und von Gasgeräten beraten lassen. Für den Anschluss an den Wärmeverbund oder die Installation einer Wärmepumpe zahlen Stadt und Kanton ausserdem Fördergelder gemäss den geltenden Bestimmungen. Weiter gibt es unter bestimmten Voraussetzungen eine Entschädigung für nicht amortisierte Gasgeräte.
Auch in den anderen Stadtteilen mit bestehenden oder geplanten Fernwärmenetzen lösen diese nach und nach das Gasverteilnetz ab: In Zürich-Nord ist die Umstellung bereits abgeschlossen, und für Tiefenbrunnen, Altstetten-Nord und Altstetten-Ost hat der Stadtrat 2024 einen entsprechenden Zeitplan beschlossen. Zu den übrigen Fernwärmegebieten folgen in den kommenden Jahren etappenweise weitere Beschlüsse, sobald die notwendigen Grundlagen für die Festlegung der Planung vorliegen. Die Stilllegung des Gasverteilnetzes wird auch dort immer mindestens fünf Jahre im Voraus angekündigt.
In Betrieb bleiben Gasverteilnetze zur Wärmeversorgung mittelfristig in einzelnen Stadtteilen, wo Fernwärme oder erneuerbare Einzellösungen wie Wärmepumpen technisch nicht möglich oder nicht wirtschaftlich sind. In solchen Gebieten sollen erneuerbare Brennstoffe zum Einsatz kommen. Das ist etwa im Nieder- und Oberdorf der Fall, wo eine Erschliessung mit Fernwärme vor 2040 nicht realistisch ist.
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Frederic Härvelid, Kommunikationsbeauftragter
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