Der Stadtrat will Abhängigkeiten von grossen ausländischen Technologiekonzernen reduzieren und deshalb schrittweise Alternativen prüfen. Auch parlamentarische Vorstösse zielen in diese Richtung. Die OIZ und die Berner Fachhochschule haben deshalb in einer gemeinsamen Studie untersucht, inwiefern die auf Open-Source basierende Lösung «openDesk» die M365-Umgebung in der Stadt Zürich ablösen könnte. «openDesk» ist eine digital souveräne, webbasierte Standardsoftware für den Büroalltag auf Open-Source-Basis.
Grundlegende Anforderungen des Büroalltags werden erfüllt
Die Analyse zeigt, dass «openDesk» in vielen Bereichen die einfachen Anforderungen des Büroalltags erfüllt. Dies gilt beispielsweise für Funktionen wie E-Mail, Chat, interne Videokonferenzen oder Dateiablagen. Diese Funktionen sind zurzeit in einer Browserversion und nicht als mobile Apps verfügbar.
Momentan kein Ausstieg aus M365
Die Studie kommt zum Schluss, dass momentan ein Ersatz von Microsoft 365 durch «openDesk» oder eine vergleichbare digital souveräne Lösung für die Stadt Zürich noch nicht möglich wäre, da zahlreiche Abhängigkeiten zur vorhandenen IT-Infrastruktur und zu Fach-Anwendungen bestehen. Die M365-Lizenzen beinhalten ein breites Paket von Anwendungen und Services. Neben der Kommunikations- und Kollaborationsplattform, mit der «openDesk» verglichen wurde, sind dies unter anderem automatisierte Betriebslösungen und Management-Plattformen für Endgeräte und Software auf Clients und Mobilgeräten. Ebenfalls in den M365-Lizenzen enthalten sind eine Telefonielösung und umfassende Cyber Security Services. Um komplett aus dem M365-Paket auszusteigen, müssten für diese Funktionen andere IT-Lösungen gefunden werden.
Praxistest in diesem Jahr
Um Open-Source-Lösungen als mögliche digitale Kommunikations- und Kollaborationsplattform für den Büroalltag zu testen und vertiefte Erkenntnisse beispielsweise zu Informationssicherheit, Betriebsautomatisierung und Parallelbetrieb zu gewinnen, wird die OIZ in diesem Jahr einen Praxistest (sogenannter Proof of Concept) in ihrer produktiven Umgebung durchführen. Dabei wird auch geprüft, ob die Open-Source-Lösung für die städtischen Mitarbeitenden in ihrem Arbeitsalltag funktioniert.
Stärkung der «Digitalen Souveränität» der Stadt Zürich
Die Stadt Zürich will ihre «Digitale Souveränität» stärken. Deshalb unterstützt sie den geplanten Aufbau eines «Zentrums Souveräne Digitale Schweiz» (Zentrum SDS), damit über alle staatlichen Ebenen (Bund, Kanton, Gemeinden) die Basis für den Einsatz von Alternativen zu M365 geschaffen werden kann.
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Martin Otzenberger, Leiter Kommunikation
Organisation und Informatik
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