Die Studie «Züri Can – Cannabis mit Verantwortung» ermöglicht es seit fast drei Jahren, Cannabis über eine von 20 Bezugsstellen wie Apotheken, Social Clubs und das städtische Drogeninformationszentrum (DIZ) legal zu erwerben (vgl. Medienmitteilung vom 22. August 2023). Ziel der Studie ist es, herauszufinden, ob und wie sich die Gesundheit und der Konsum verändern, wenn Konsumierende vom illegalen Markt zu einem streng regulierten, nicht-kommerziellen Zugang wechseln. Im Rahmen der Studie haben mehr als 3100 erwachsene Teilnehmer*innen Cannabisblüten und -harz mit klar definierten THC-/CBD-Konzentrationen über diesen legalen und kontrollierten Weg bezogen.
Gesundheitliche Probleme nehmen ab
Das Studienteam zieht aufgrund vorläufiger Zwischenauswertungen eine positive Zwischenbilanz. Teilnehmer*innen berichten immer weniger über problematischen Cannabiskonsum. Zudem berichteten sie im Verlauf der Studie über deutlich weniger Schlafstörungen und Angstsymptome. Auch suchten sie seltener Ärzt*innen auf und berichteten über weniger körperliche Beschwerden. Die Werte für Depressionen und allgemeine chronische Gesundheitsprobleme blieben stabil – ein wichtiger Hinweis darauf, dass der regulierte Zugang zu Cannabis in den erfassten Bereichen keine negativen Effekte auslöst. Diese positiven Entwicklungen waren in allen drei Arten von Bezugsstellen gleichermassen sichtbar. Gemäss den Forschenden der Universität Zürich sind die Verbesserungen vermutlich auf die begleitenden Schadensminderungsmassnahmen zurückzuführen, wie die individuelle Beratung durch geschultes Fachpersonal, klare THC-Grenzwerte und strikte Kauflimiten.
Grundlagen für ein zeitgemässes Cannabisproduktegesetz
Eine bereits publizierte Auswertung der Verkaufsdaten zeigt zudem, dass die Häufigkeit der Einkäufe im DIZ konstant blieb, während sie bei Apotheken und Social Clubs leicht zurückging. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass der legale Zugang dazu beitragen kann, bestehenden Konsum risikoärmer zu gestalten.
Die aktuellen Ergebnisse liefern wichtige empirische Grundlagen für die aktuelle Diskussion um das geplante Cannabisproduktegesetz (CanPG). Sie zeigen, dass ein regulierter, gesundheitsorientierter Zugang in nur wenigen Jahren die gesundheitlichen Belastungen von Cannabiskonsumierenden merklich reduziert. «Cannabis ist ungesund, aber der Konsum eine Realität. Regulierung stärkt den Gesundheitsschutz und den Jugendschutz deutlich und entzieht dem Schwarzmarkt den Boden», sagt Stadtrat und Gesundheitsvorsteher Andreas Hauri. «Züri Can liefert die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Praxis, jetzt liegt es an Bundesbern, die Arbeiten am Cannabisproduktegesetz konsequent voranzubringen.»
Weitere Informationen
Barbara Burri, Projektleiterin
Städtische Gesundheitsdienste
T +41 44 412 20 78
Am Dienstag, 5. Mai 2026, von 10–12 Uhr