Die im März 2025 eingereichte Volksinitiative «Parkplatz-Kompromiss JA» verlangt, dass jeder aufgehobene Parkplatz im selben Quartier ersetzt werden muss. Dieser Ansatz widerspricht den breit abgestützten Zielen für eine zukunftsfähige und klimaneutrale Stadt: Nach geltendem kantonalem Recht sollen Parkplätze seit Jahrzehnten in erster Linie auf privatem Grund entstehen. Der öffentliche Raum soll für die Allgemeinheit, für die Hitzeminderung, für sichere Schul- und Velowege und für den öffentlichen Verkehr genutzt werden. Stadtrat und Gemeinderat lehnen die Volksinitiative deshalb ab. Stadträtin Simone Brander an der Medienkonferenz: «Bei einer Annahme der Volksinitiative würde die zukunftsgerichtete Umnutzung des öffentlichen Raums massiv blockiert werden.»
Anzahl Parkplätze seit 60 Jahren zunehmend
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In Zürich gibt es auf privatem Grund rund 200 000 Parkplätze, wovon etwa 26 000 öffentlich zugänglich sind. Seit über 60 Jahren findet ein Ausbau der Parkplätze auf privatem Grund statt: Allein zwischen 2023 und 2025 wurden bei Neu- und Umbauten über 6000 zusätzliche Parkplätze im Privatgrund bewilligt. Gleichzeitig wurden im selben Zeitraum lediglich etwa 1000 von rund 42 000 Parkplätzen im öffentlichen Strassenraum zugunsten von breiteren Trottoirs, Bäumen, Velostreifen und Grünflächen umgenutzt. Die Initiative würde solche zukunftsgerichteten Umnutzungen in Zukunft stark erschweren oder verunmöglichen.
Motorisierungsgrad sinkend
Gleichzeitig sinkt der Motorisierungsgrad: Trotz starker Bevölkerungszunahme hat der Bestand an Privatwagen in den letzten 10 Jahren insgesamt abgenommen. 61 % der Haushalte besitzen kein eigenes Auto. Auch die Anzahl ausgestellter Anwohnerparkkarten ist rückläufig: Im selben Zeitraum konnte eine Reduktion von rund 20 % verzeichnet werden. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass immer mehr Sharing-Angebote zur Verfügung stehen. Ein geteiltes Auto ersetzt bis zu 18 private Autos. Zudem wächst der Veloverkehr stark, seit 2012 hat sich die Anzahl Fahrten auf Stadtgebiet verdoppelt.
Verbesserungen für Gewerbe und Handwerk
Auch für die Parkierungs- beziehungsweise Umschlagflächen für das Gewerbe gilt das Verlagerungsziel in den Privatgrund. Wo dies nicht möglich ist, soll für Gewerbetreibende und den Güterumschlag der notwendige Platz weiterhin auf öffentlichem Grund zur Verfügung gestellt werden. Mit der geplanten Einführung der erweiterten Gewerbeparkkarte werden Handwerks- und Servicebetriebe zudem von erleichterten Parkierungsregeln profitieren. Internationale Studien und Erfahrungen aus vielen Städten zeigen, dass weniger Autoverkehr und weniger Parkplätze vor Geschäften den Umsatz nicht schmälern. Im Gegenteil: Der Detailhandel wird gestärkt, weil attraktivere öffentliche Räume Passant*innen anziehen.
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Lucas Bally, Leiter Kommunikation
Tiefbau- und Entsorgungsdepartement
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