Corine Mauch
Corine Mauch wurde 2009 zur ersten Zürcher Stadtpräsidentin gewählt. Während 17 Jahren repräsentierte sie Zürich an weit über tausend Anlässen als weltoffene, innovative und solidarische Stadt. In ihrer Amtszeit wuchs die Stadt um mehr als 70 000 Einwohner*innen und noch mehr Arbeitsplätze.
Die Förderung von bezahlbarem Wohnraum und die Sicherung der gesellschaftlichen Vielfalt in der wachsenden Stadt gehörten zu ihren zentralen Anliegen: Unter Corine Mauchs Führung beschloss der Stadtrat 2012 seine erste wohnpolitische Strategie und entwickelte sie seither weiter. Instrumente wie das sozialräumliche Monitoring helfen, Verdrängungsrisiken frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. Die Einsetzung eines Wohndelegierten stärkte die städtische Wohnpolitik.
Weitreichend war ihr Engagement für das gute Zusammenleben und für bessere Chancen und gleiche Rechte für alle Zürcher*innen: Motivationsbriefe zur Einbürgerung, die Initiative für ein Ausländer*innen-Stimmrecht, die ersten Massnahmenpläne zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen und die Erhöhung des Frauenanteils im städtischen Kader sind Beispiele.
Kultur war für Corine Mauch ein Herzensthema. Mit zusätzlichen Ateliers, weiterentwickelten Förderinstrumenten und Massnahmen für gerechtere Löhne stärkte sie die Freie Szene. Wichtige Infrastrukturprojekte wie die Sanierung von Kongresshaus und Tonhalle, die Erweiterung des Kunsthauses und der Neubau des Tanzhauses fallen in ihre Amtszeit.
Unter der Präsidentschaft von Corine Mauch bewältigte die Stadt Zürich die Corona-Krise erfolgreich. Unter anderem mit subsidiären Massnahmen zugunsten besonders betroffener Bereiche wie Gastro und Hotellerie, Kultur oder notleidende Kleinstunternehmen.
Eine respektvolle und konstruktive Zusammenarbeit verstand Corine Mauch als Schlüssel zum Erfolg. Dafür setzte sie sich leidenschaftlich ein: sei es im Stadtrat, mit den Zürcher Unternehmen, mit Kanton und Bund, mit den Nachbarsgemeinden sowie mit Städten in der Schweiz und weltweit. Zürich nahm unter ihrer Führung auch international Verantwortung wahr und stärkte den Wissensaustausch sowie die humanitäre Hilfe.
André Odermatt
André Odermatt übernahm im März 2010 das Hochbaudepartement. Er prägte die Stadtentwicklung unter dem Motto «Wachsen mit Qualität» und verantwortete zentrale Planungsgrundlagen wie den kommunalen Richtplan, die Bau- und Zonenordnung (BZO) 2016 sowie die laufende BZO-Revision. Sein Ziel war es, die Lebensqualität durch gute Stadtplanung und Baukultur sowie Frei- und Grünräume zu sichern und die Stadt resilienter gegen den Klimawandel zu machen. Er fand überwiegend politische Mehrheiten und überzeugte die Bevölkerung von einer soliden baulichen, ökologischen und sozialen Entwicklung.
Ein Haupterfolg war der Mehrwertausgleich: Dadurch fliessen heute 40 % der planerischen Mehrwerte der Allgemeinheit zu. Ebenso wichtig war die Schulraumoffensive. Dadurch wurde für die wachsende Bevölkerung Schulraum für über 490 Klassen geschaffen. Der Schlüssel zum Erfolg lag in der departementsübergreifenden Zusammenarbeit.
Odermatt legte Wert auf den Dialog und band Quartiervereine in Mitwirkungsprozesse und Wettbewerbsjurys ein. Ein weiteres Kernanliegen war die ökologische Transformation des Bauwesens. Für das Netto-Null-Ziel forcierte er die Reduktion von Emissionen bei Erstellung und Betrieb von Gebäuden. Heute ist Zürich Vorreiterin im nachhaltigen Bauen. Zudem trieb er die Digitalisierung voran; seit 2024 ist das Baubewilligungsverfahren vollständig digital.
André Odermatt brachte sich auch bei gesamtstädtischen Themen wie Wohnen, Verkehr oder der Stadt der kurzen Wege ein. Bezahlbaren Wohnraum förderte er mit Gestaltungsplänen für gemeinnützigen Wohnungsbau. Beispiele sind das Kochareal und die Thurgauerstrasse. André Odermatt übergibt ein Departement, das Ökologie, Wirtschaftlichkeit und den sozialpolitischen Fokus beim Planen und Bauen als integrale Bestandteile der täglichen Arbeit etabliert hat.
Filippo Leutenegger
Im Mai 2014 trat Filippo Leutenegger sein Amt als Vorsteher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements an und gab gleichzeitig sein Nationalratsmandat nach 11 Jahren ab. Bis 2018 setzte er Schwerpunkte bei Infrastruktur, Verkehr und städtischen Dienstleistungen. In seine Amtszeit fallen prägende Projekte wie die Neugestaltung des Münsterhofs, die Planung des Velotunnels beim Hauptbahnhof, die Aufwertung des neu gestalteten Sechseläutenplatzes sowie die Planung der Velostation beim Bahnhof Stadelhofen. Stark gefordert war er zudem durch die Aufarbeitung der «ERZ-Affäre».
2018 wechselte Leutenegger ins Schul- und Sportdepartement. Die stark steigenden Schüler*innenzahlen machten einen raschen Ausbau der schulischen Infrastruktur notwendig. Gemeinsam mit dem Hochbaudepartement lancierte er eine Schulraumoffensive. 2019 folgte die «Teilportfoliostrategie Volksschulbauten» mit Investitionen von rund 1,8 Milliarden Franken bis 2028. Die Schulraumplanung ist seither auf Kurs.
Eine besondere Herausforderung stellte die Covid-19-Pandemie dar, während der die Schulen rund acht Wochen geschlossen waren. Durch eine intensive Kommunikation wurden Eltern und Schulpersonal laufend informiert.
Im Sportbereich setzte Leutenegger auf eine breitere Nutzung bestehender Anlagen. Die Öffnungszeiten der Sommerbäder wurden stark verlängert, und die Sommerbäder Letzigraben und Allenmoos sind im Winter als Parkanlagen zugänglich. Gleichzeitig wurde die Sportinfrastruktur gezielt ausgebaut – insbesondere mit niederschwelligen Angeboten wie Zürifit-Anlagen, Parkour- und Freestyle-Flächen oder Pumptracks. Erfolgreich war die Abstimmung zum Sportzentrum Oerlikon, das trotz einem Investitionsvolumen von rund 370 Millionen Franken an der Urne eine Mehrheit fand. In seine Amtszeit fallen zudem internationale Grossanlässe wie die Rad-WM 2024, die UEFA Women’s EURO 2025 sowie die Eishockey-WM 2026.
Mit der Konstituierung des neu gewählten Stadtrats für die Legislatur 2026–2030 am kommenden Mittwoch, 27. Mai 2026, übergeben die drei Regierungsmitglieder ihre Departemente ihren Nachfolger*innen. Der Stadtrat dankt den drei abtretenden Mitgliedern für ihren grossen Einsatz und wünscht ihnen für die kommende Lebensphase alles Gute.