Der Fabrikkanal Spinnerei Manegg in Zürich Wollishofen verläuft vom Sihlwehr bei Zürich Leimbach durch das Greencity-Areal auf der Manegg bis zur Allmend. Teilweise fliesst das Wasser oberirdisch, teils ist der Kanal eingedolt. Heute entwässert er das Gebiet Entlisberg und die angrenzenden Strassen. Gleichzeitig schützt er die Überbauung «Green City» in der Manegg bei starkem Regen vor Überschwemmungen. Der Kanal diente rund 150 Jahre lang der Stromproduktion für Industrieanlagen in Zürich.
«Der Kanal erzählt aus einer Zeit, als in der Manegg mit Wasserkraft Strom erzeugt wurde. Er ist daher einerseits ein sozialgeschichtlich bedeutendes Schutzobjekt, andererseits auch ein wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Es freut mich sehr, dass es gelungen ist, das Gewässer und seine Uferbereiche ökologisch aufzuwerten, die Stadtnatur erlebbar zu machen und gleichzeitig dem historischen Erbe gerecht zu werden», sagt Stadträtin Simone Brander, Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartement.
Bauarbeiten im trockengelegten Kanal
Um den Kanal langfristig zu sichern und ökologisch aufzuwerten, wurden von 2024 bis Ende 2025 verschiedene bauliche Massnahmen umgesetzt. Dafür musste der Kanal vollständig trockengelegt werden. Rund 15 000 Fische und Amphibien wurden eingefangen und in andere Gewässer umgesiedelt. Zudem wurden die tunnelierten Abschnitte saniert.
Zwei der insgesamt acht Brücken, die über den Kanal führen, wurden vollständig ersetzt, zwei weitere instandgesetzt. Zudem entstanden am linken oberen Kanalufer in der Auwis neue Naherholungswege. Auch ökologisch wurde der Fabrikkanal aufgewertet: Die offenen Kanalabschnitte wurden mit Einbauten, seitlichen Anschüttungen, Ästen und Steinen naturnaher gestaltet. Dadurch entstehen unterschiedlich schnelle Strömungen und neue Lebensräume, insbesondere für Amphibien und spezielle Uferpflanzen. Damit genügend Wasser in der Sihl verbleibt, fliessen im Abschnitt Leimbach bis Manegg heute nur noch maximal 150 Liter Wasser pro Sekunde durch den Kanal. Zu Zeiten des Kraftwerkbetriebs waren es noch 6570 Liter pro Sekunde.
Die ökologischen Aufwertungen wurden unterstützt vom naturemade star-Fonds von ewz. Auf diese Weise kommt das Engagement der Ökostromkund*innen von ewz direkt der Natur zugute.
Neuer Lehrpfad zur Industriegeschichte und Ökologie
Dem Postulat GR Nr. 2018/385 entsprechend wurde zudem ein erlebbarer Lehrpfad angelegt. An sechs Stationen entlang des Fabrikkanals informieren Tafeln auf anschauliche Weise über die ehemalige Kraftwerkzentrale, die Funktion von sogenannten Schiebern oder die Bedeutung von Trockenstandorten für Reptilien. Beim Auhüsli können Kinder selbst Wasser leiten und so die Wassernutzung spielerisch nachvollziehen. Auf der Allmend lädt zudem ein neuer Matschbereich zum Spielen ein.
Eröffnungsfest und Openair-Ausstellung Allmend
Am Samstagnachmittag, dem 6. Juni 2026, lädt das Tiefbau- und Entsorgungsdepartement zur Eröffnung des sanierten und revitalisierten Fabrikkanals ein. Das Programm beinhaltet Führungen durch die Projektleitenden (auf Anmeldung) und Aktivitäten von Quartierorganisationen für die ganze Familie. Um 15 Uhr begrüssen Stadträtin Simone Brander und Stadtrat Michael Baumer die Gäste an der Ecke Bruchstrasse / Gustav-Heinrich-Weg.
Ausserdem stellt das Ortsmuseum Wollishofen seine Openair-Ausstellung auf der Allmend vor, die den unteren Teil des Fabrikkanals miteinschliesst. Seit Anfang Juni vermitteln QR-Codes auf 30 gelben Zaunposten sicht- und unsichtbare Besonderheiten des Naherholungsgebiets Allmend.
Weitere Informationen
Sabina Mächler, Kommunikation
Tiefbauamt
T +41 44 412 26 66
E-Mail sabina.maechler@zuerich.ch