Das Ensemble Winkelwiese in der Zürcher Altstadt besteht aus einer Villa (Baujahr 1932) und einem Gartenhaus (Baujahr 1750), eingebettet in einen parkartigen Aussenbereich. Unmittelbar angrenzend liegt die Trittliwiese mit einem Nebengebäude aus dem Jahr 1852. Der bauliche Zustand der Gebäude ist schlecht: Die Villa weist Putzschäden auf, veraltete Elektroinstallationen und eine schadhafte Gasheizung; Sanitäranlagen und Küche sind erneuerungsbedürftig. Auch Gartenhaus und Nebengebäude weisen erhebliche Mängel auf. Im Aussenbereich sind Wege, Zäune, Absturzsicherungen und Stützmauern sanierungsbedürftig. Gebäude und Grünflächen werden nun instandgesetzt und weiterentwickelt.
Gezielte Instandsetzung statt Totalsanierung
Die Villa ist derzeit als Zwischennutzung an eine zehnköpfige Wohngemeinschaft vermietet, zwei Erdgeschosszimmer dienen als Ateliers. Ziel ist es, beide Gebäude langfristig bewohnbar und nutzbar zu halten – angepasst an heutige Anforderungen. An- oder Neubauten sind aufgrund zonenrechtlicher Beschränkungen und der Schutzwürdigkeit der Objekte nicht vorgesehen.
Im Fokus stehen gezielte Reparaturen und Verbesserungen, alles in enger Absprache mit der Denkmalpflege: Fassade und Fenster werden soweit möglich repariert, Dächer und Terrassen ertüchtigt, Wand- und Bodenbeläge aufgefrischt, Küchen und Bäder modernisiert. Historische Sanitärapparate und Armaturen bleiben wo immer möglich erhalten und werden restauriert. Die gebäudetechnischen Anlagen ersetzt die Stadt vollständig; die Gasheizung rüstet sie auf Biogasbetrieb um – andere Lösungen scheiterten am fehlenden Platz.
Günstiger Wohnraum bleibt erhalten
So bleiben günstiger, gemeinnütziger Wohn- und Gewerberaum erhalten – im Einklang mit den wohn- und sozialpolitischen Zielen der Stadt. Die Villa bietet weiterhin Platz für eine Wohngemeinschaft, das Gartenhaus Wohnraum für ein bis zwei Personen. Die Stadt schreibt die Wohnungen rechtzeitig vor Bauabschluss öffentlich aus und vergibt sie nach der städtischen Vermietungsverordnung zur Kostenmiete – das heisst: Die Mietenden tragen die effektiven Kosten, ohne dass die Stadt Gewinn erwirtschaftet oder der Steuerhaushalt belastet wird.
Vereinte Grünflächen
Die Winkelwiese und Trittliwiese sollen wieder zu einem gemeinsamen Freiraum zusammenwachsen. Die im letzten Jahrhundert eingefügte Trennung durch Zaun und Hecke verschwindet. Bisher war die Trittliwiese ausschliesslich dem Elternverein Altstadt rechts der Limmat, den Kindergärten und Kinderkrippen der Altstadt sowie den Bewohnenden der angrenzenden Liegenschaften vorbehalten. Tagsüber steht der vergrösserte Grünraum künftig allen offen, nachts wird er wie bisher geschlossen. Der markante Baumbestand bleibt erhalten, der Boden wird von Altlasten befreit. Das Nebengebäude bleibt ungeheizt und einfach: Es wird gezielt instandgesetzt und zur Vermietung als Lagerraum für Vereine ausgeschrieben.
Bauarbeiten beginnen 2027
Für die Arbeiten an den bauhistorisch wertvollen Gebäuden und Grünanlagen hat der Stadtrat Ausgaben von 11,1 Millionen Franken genehmigt – 9,5 Millionen davon sind gebundene, 1,6 Millionen neue Ausgaben. Die bisherigen Mietenden und die Nutzenden der Trittliwiese sind informiert; die Mietverträge laufen befristet beziehungsweise werden auf Baubeginn aufgelöst. Die Bauarbeiten starten im Frühsommer 2027 und sollen Ende 2028 abgeschlossen sein.
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Kornel Ringli
Leiter Kommunikation
Liegenschaften Stadt Zürich
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