Der Einsatz von Gummischrot führt immer wieder zu kontroversen Diskussionen, vor allem wegen der Verletzungsgefahr am Auge. Im Gemeinderat wurden mehrmals Vorstösse zu diesem Thema eingereicht. Um eine faktenbasierte Diskussion rund um dieses Einsatzmittel zu ermöglichen, erteilte Stadträtin Karin Rykart, Vorsteherin des Sicherheitsdepartements, der Stadtpolizei den Auftrag, den Einsatz von Gummischrot ab dem 1. September 2025 systematisch zu erfassen.
Die Stadtpolizei Zürich ist das erste Korps in der Schweiz, das den Einsatz von Gummischrot offenlegt. Kommuniziert werden Anlass, Datum sowie Anzahl der jeweils verschossenen Pakete, die je 35 abgerundete Gummischrotprismen enthalten. Ebenfalls publiziert wird die Zahl der durch Gummischrot verletzten Personen, soweit dies der Stadtpolizei bekannt ist. Im Zeitraum vom 1. September 2025 bis zum 31. August 2026 (12 Monate) setzte die Stadtpolizei bei insgesamt elf Einsätzen Gummischrot ein. Verletzungen sind der Stadtpolizei keine bekannt.
Die Stadtpolizei setzt Gummischrot ein, um gewaltbereite Gruppen auf Abstand zu halten, zum Beispiel im Zusammenhang mit Fanausschreitungen bei Fussballspielen oder bei unfriedlichen Demonstrationen. Sie nutzt Gummischrot nur, wenn Dialog und Deeskalation oder die Verwendung von milderen Mitteln (zum Beispiel Wasserwerfer) nicht möglich sind oder nicht zum Erfolg führen und wenn der Einsatz notwendig und verhältnismässig ist. Mittelfristig ist es das Ziel, die Einsätze weiter zu reduzieren. Ein Verzicht ist aber derzeit nicht möglich. Ohne dieses Distanzmittel wäre das Risiko von körperlichen Konfrontationen zwischen Polizei und gewaltbereiten Gruppen grösser – verbunden mit einem höheren Verletzungsrisiko auf beiden Seiten. Zudem wären deutlich grössere Polizeiaufgebote nötig.
Künftig werden die Zahlen zu den Gummischrot-Einsätzen pro Kalenderjahr erhoben und jeweils Anfang des neuen Jahres auf der Webseite der Stadt Zürich publiziert. Die Zahlen aus 2026 werden mit den Vorjahren nicht vergleichbar sein. Denn in der Vergangenheit wurde der Einsatz von Gummischrot nicht in standardisierter Weise erhoben – anders als etwa bei Schusswaffen und Destabilisierungsgeräten.
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Katharina Schorer, Kommunikationsleiterin
Sicherheitsdepartement
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