Der aktuelle Gestaltungsplan des Zoo Zürich stammt aus dem Jahr 1996 und wurde seither mehrmals punktuell angepasst. Für die bis ins Jahr 2050 geplante Weiterentwicklung zum Zoo der Zukunft ist eine neue planungsrechtliche Grundlage notwendig. Zukünftig soll der rund 27 Hektar grosse Zoo aus insgesamt elf Lebensräumen bestehen, die stellvertretend für das Naturschutzengagement des Zoos in den natürlichen Habitaten stehen. Jeder Lebensraum soll neue Standards in der Tierhaltung setzen, dem Erhalt von bedrohten Tierarten dienen und den Gästen ein bleibendes Erlebnis in der Tierwelt ermöglichen, wodurch sie für den Schutz der weltweiten Artenvielfalt sensibilisiert werden. Aktuell entsteht das Pantanal-Feuchtgebiet für die bedrohte südamerikanische Tierwelt. Der Ndoki-Wald soll bedrohten afrikanischen Arten, wie den Westlichen Flachlandgorillas, einen naturnahen Lebensraum mit Klettermöglichkeiten auf echten Bäumen bieten. Als weitere Lebensräume sind der Sumatra-Regenwald unter anderem für Orang-Utans sowie eine Meeresküste für Pinguine vorgesehen.
Moderner, wissenschaftlich geführter Zoo
Vor diesem Hintergrund hat der Zoo Zürich zusammen mit der Baudirektion des Kantons Zürich als festsetzender Behörde und der Stadt Zürich als Standortgemeinde den neuen kantonalen Gestaltungsplan erarbeitet. Die Federführung lag beim Amt für Raumentwicklung der Baudirektion. «Wir wollen weiterhin unsere Gäste für den Schutz der Biodiversität begeistern und als Aushängeschild einer modernen und wissenschaftlich geführten zoologischen Institution zum Natur- und Artenschutz beitragen. Um dies zu erreichen, muss sich der Zoo im Hinblick auf seine Tierhaltung weiterentwickeln können. Für die Realisierung der geplanten neuen Lebensräume unseres Entwicklungsplans 2050 sind wir deshalb auf einen verbindlichen neuen Gestaltungsplan angewiesen», betont Zoodirektor Severin Dressen.
Solide Grundlage für die bauliche Weiterentwicklung des Zoos
«Aufgrund der grossen Bedeutung des Zoos als Freizeiteinrichtung mit schweizweiter Ausstrahlung ist es der Baudirektion des Kantons Zürich ein wichtiges Anliegen, eine koordinierte und qualitativ hochstehende räumliche Entwicklung sicherzustellen», sagt Regierungsrat und Baudirektor Martin Neukom. Als federführende Behörde hat die Baudirektion den Gestaltungsplan umfassend geprüft – vom Ortsbild- und Landschaftsschutz über den Gewässerschutz und die Archäologie bis hin zur Umweltverträglichkeit und den Auswirkungen auf das Quartier. «Es freut mich, dass wir mit dem Gestaltungsplan eine solide Grundlage für die bauliche Weiterentwicklung des Zoos schaffen konnten», ergänzt Neukom.
Verbesserung der bisherigen Verkehrssituation
Der Gestaltungsplan beinhaltet ebenfalls die planungsrechtliche Grundlage für die Verbesserung der bisherigen Verkehrssituation rund um den Zoo. Der Zoo unternimmt seit Jahren grosse Anstrengungen, um die Anreise seiner Gäste auf den Zürichberg mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fördern. Als Freizeiteinrichtung mit schweizweiter Ausstrahlung wird aber auch in Zukunft ein Teil der Zoogäste mit dem motorisierten Individualverkehr anreisen. Das dem neuen Gestaltungsplan zugrunde liegende Fahrtenmodell verpflichtet den Zoo künftig, die Zahl der An- und Abfahrten auch mit den angestrebten Entwicklungen zu regulieren, so wie es bei grossflächigen Bauvorhaben üblich ist. Zusätzlich zu der im neuen Gestaltungsplan festgehaltenen absoluten Anzahl Fahrten zu und vom Zoo Zürich verabschiedete der Zürcher Stadtrat bereits im Jahr 2022 ein «Verkehrskonzept Zoo», um unter anderem den Suchverkehr im Quartier zu reduzieren. Erarbeitet wurde es durch das Tiefbauamt der Stadt Zürich in Zusammenarbeit mit der Dienstabteilung Verkehr, den Verkehrsbetrieben Zürich, Vertreter*innen aus den Quartieren Fluntern, Hottingen und Schwamendingen sowie dem Zoo Zürich.
Unterirdische Parkierungsanlage für mehr Lebensqualität im Quartier
Ein bedeutendes Element des Verkehrskonzepts ist die Bündelung der Parkierung an einem zentralen Ort. Heute verteilen sich die etwa 1200 Parkplätze für Zoogäste rund um den Zoo und auch in den angrenzenden Quartieren. Geplant ist, dass diese oberirdischen Parkplätze aufgehoben und in eine neue Parkierungsanlage unter dem bereits bestehenden ASVZ-Sportplatz Fluntern verlegt werden. So können Autoabstellplätze auf einer Fläche von rund 1,5 Hektar zwischen der jetzigen Tramendhaltestelle und dem Zooeingang aufgehoben werden. «Das ermöglicht uns, Strassenräume umzugestalten, aufzuwerten und zu entsiegeln», sagt Stadträtin Simone Brander, «und das Quartier wird vom heutigen Autoverkehr befreit».
Förderung der Biodiversität
Im Bereich des heutigen Parkplatzes vor dem Masoala-Regenwald entsteht zudem ein öffentlich zugängliches Naturareal, das die Lebensqualität für die Anwohner*innen des Zoos steigert. Die renaturierten Bereiche verbessern die lokale Biodiversität durch die Förderung von Lebensräumen für bedrohte einheimische Tierarten wie die Haselmaus, den Grauspecht, den Feuersalamander und verschiedene Insekten. Mit der Aufhebung der oberirdischen Parkplätze wäre ausserdem eine Verlängerung der Tramlinie bis zur Bergstation der geplanten Zooseilbahn möglich und damit ein Anschluss der Seilbahn ans städtische ÖV-Netz.
Für mehr Qualität in der Zukunft
Am 1. September 2026 beginnt die öffentliche Auflage des überarbeiteten kantonalen Gestaltungsplans. Die Baudirektion des Kantons Zürich wird allfällige Einwendungen prüfen und anschliessend den Gestaltungsplan festsetzen. Parallel dazu erfordert die Parkierungsanlage einen politischen Prozess in der Stadt Zürich, da sie auf einer städtischen Parzelle zu liegen kommt. Der Abschluss des hierfür nötigen Baurechtsvertrags wird vom Stadtrat unterstützt. Definitiv wird darüber der Gemeinderat entscheiden. «Mit der Festsetzung des neuen kantonalen Gestaltungsplans für den Zoo Zürich werden die Grundlagen für den weltweiten Schutz der Artenvielfalt, eine Tierhaltung auf höchstem Niveau, einen international führenden Zoo in Zürich und eine nachhaltige Entlastung für die Nachbarschaft geschaffen», erklärt Severin Dressen. «Nun freuen wir uns darauf, gemeinsam mit der Politik und der Bevölkerung den Zoo der Zukunft zu realisieren.»
(Gemeinsame Medienmitteilung des Zoo Zürich, des Kantons Zürich und der Stadt Zürich)
Weitere Informationen
Severin Dressen, Direktor Zoo Zürich
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Dominik Ryser, Leiter Kommunikation
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E-Mail medien@zoo.ch
Martin Neukom, Regierungsrat und Baudirektor
Kontaktaufnahme via:
Claudio Jörg, Kommunikationsberater
T +41 43 257 64 01
E-Mail media@bd.zh.ch
Stadträtin Simone Brander
Kontaktaufnahme via:
Tiefbau- und Entsorgungsdepartement
T +41 44 412 46 22
E-Mail ted@zuerich.ch