Damit Strassenräume ihre vielfältigen Funktionen erfüllen können, hat der Stadtrat ein neues Strassenbaumkonzept verabschiedet. Es soll als Umsetzungshilfe die Planung, den Bau und den Erhalt von Strassenräumen ermöglichen, die Schatten bieten, den Siedlungsraum kühlen und die Biodiversität sowie das Stadtklima verbessern. «Wer in diesem heissen und trockenen Sommer durch Zürich ging, spürte, wie wertvoll und unverzichtbar jeder einzelne schattenspendende Baum ist. Das neue Konzept trägt dazu bei, den Strassenraum zukunftsfähig weiterzuentwickeln und die Baumkronenfläche in der Stadt Zürich deutlich zu erhöhen», sagt Simone Brander, Stadträtin und Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements.
Ein Baum pro 100 Quadratmeter
Im dicht genutzten Stadtraum werden die Pflanzung und der Erhalt von vitalen Bäumen durch Bodenversiegelung, Hitze, Trockenheit und unterirdische Werkleitungen zunehmend anspruchsvoll. Das neue Strassenbaumkonzept schafft eine verbindliche Grundlage für Planungen im Strassenraum. Es konkretisiert die Ziele der Fachplanung Stadtbäume, setzt Vorgaben aus den kommunalen Richtplänen sowie der Strategie Stadtraum und Mobilität 2040 um und ergänzt die Fachplanungen zu Hitzeminderung und Stadtnatur.
Ein zentrales Instrument ist die neue Baumpflanzdichte: Künftig wird auf öffentlichen Strassenparzellen ein Baum pro 100 Quadratmeter angestrebt, sofern die örtlichen Gegebenheiten dies zulassen. Priorität hat der Erhalt prägender Bestandsbäume. Gleichzeitig sollen zusätzliche Bäume gepflanzt und die Neupflanzung insbesondere in hitzebelasteten Gebieten vorangetrieben werden. Der Erfolg des Konzepts wird anhand der Baumkronenfläche, der Anzahl Strassenbäume, der Länge neuer Baumalleen und der Baumpflanzdichte überprüft. Bis 2050 soll die Baumkronenfläche auf öffentlichen Strassenparzellen von heute 12,5 auf 25 Prozent verdoppelt werden.
Baumachsen und Baumquartiere
Das Strassenbaumkonzept schafft eine klare gestalterische Orientierung zur Anordnung und Zusammenstellung der Bäume. Es ersetzt das Alleenkonzept von 1991 und verfolgt erstmals eine flächendeckende Strategie für Strassenbäume im gesamten Siedlungsgebiet. Zentral sind sogenannte Baumachsen und Baumquartiere: Baumachsen verbinden wichtige Stadträume und Quartierzentren. Entlang dieser Achsen sollen bestehende Baumlücken geschlossen und zusätzliche Bäume gepflanzt werden. Baumquartiere sind Quartier- und Nachbarschaftsstrassen mit hoher Baumdichte und grosser Baumkronenfläche.
Eine Analyse zeigt, dass einzelne Quartiere bereits heute einen reichhaltigen Baumbestand haben, während es in anderen an Begrünung mangelt. Das Konzept sieht daher vor, in besonders hitzebelasteten Gebieten wie dem Industriequartier, Aussersihl, Altstetten und Oerlikon die Baumkronenfläche gezielt zu vergrössern.
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